Enterprise Resource Planning als Cloud-Computing-Anwendung Warum browser-basierte ERP-Lösungen im Kommen sind
Auch in der technokratischen IT-Welt gibt es ideologische Streitfälle, und die Entscheidung, inwiefern sich IT-Leiter auf ERP als Software as a Service einlassen wollen, ist in vielerlei Hinsicht eine Glaubensfrage. IT-BUSINESS diskutiert das Für und Wider gehosteter Unternehmenssoftware.
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Branchenkenner sind sich einig: Unternehmen werden 2010 verstärkt nach Möglichkeiten suchen, Business-Software-Systeme aus den Segmenten ERP (Enterprise Resource Planning), CRM (Customer Relationship Management) und BI (Business Intelligence) nicht mehr lokal zu installieren, sondern als Dienst zu nutzen. Beispielsweise erwarten die Berater des Full-Service-IT-Anbieters Consol eine weitere Zunahme an Marktanteilen im SaaS-Umfeld (Software-as-a-Service). Als Gründe nennen die IT-Profis, dass die Einführung der beim Hersteller gehosteten Systeme wesentlich schneller vonstatten geht. Außerdem sind es Mitarbeiter inzwischen gewohnt, im Browser zu arbeiten. Browser-basierte Applikationen seien inzwischen nicht mehr oder kaum noch von lokal installierten zu unterscheiden – und dies bei einfacher Benutzerführung.
Die wilden Onliner
Gerne wird auch das „Gewöhnungs-Argument“ in die Diskussion eingeworfen, zumal die Generation Facebook generell eher auf Browser-GUIs (Graphical User Interface) geeicht sei. Das würde den absehbaren Effekt nach sich ziehen, dass IT-Entscheider in den nächsten Jahren browser-affin bei der Software-Auswahl vorgehen würden. Ob man sich dieser Argumentation anschließen möchte oder nicht – aus dem Markt kommen sehr deutliche Signale in diese Richtung. Beispielsweise bestätigte Christian Nern, Vertriebsleiter Hosting, Software + Services Lead bei Microsoft Deutschland, auf Nachfrage von IT-BUSINESS: „Wir haben festgestellt, dass cloud-basierte Services insbesondere bei den jüngeren Geschäftsführern oder IT-Leitern gut ankommen. Insofern kann ich diese Einschätzung bestätigen.“
Dennoch ist die Überholspur beim Branchenriesen Microsoft nicht für das SaaS-Bereitstellungsmodell reserviert, denn „insgesamt sehen wir jedoch, dass manch einer SaaS als Glaubensfrage ansieht und dieses Thema daher noch sehr polarisiert“, schränkt der SaaS-Experte ein.
ERP-Daten sind wertvoll
Oft dreht sich die Kontroverse um ein Für und Wider externer Datenhaltung, denn das ERP-System verfügt über Daten, die die Konkurrenz auch gerne hätte. Diese Problematik findet allerdings in erster Linie im Kopf statt, denn wenn man die Sicherheitsanforderungen im Mittelstand analysiert, wird klar, dass eine externe Datenhaltung in einem professionellen Rechenzentrum oft eine Verbesserung darstellt. Angefeuert wird dieses Denken durch Datenschutzskandale in den Medien oder die Debatte um Bankdaten von Steuersündern. Wer diesen Gedanken aber zu Ende denkt, erkennt, dass in den genannten Beispielen das Datenleck im Unternehmen entstand. Das technische Problem dabei: In der Regel erhalten Mitarbeiter uneingeschränkten Internet-Zugang, und es ist bei Zugriffen auf Online-E-Mail-Diensten wie gmx.de oder web.de kaum möglich, zu prüfen und zu verhindern, dass Unternehmensinterna einfach per Webmail-Dienst verschickt werden.
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