Server-Experten im IT-BUSINESS-Interview Wann sich der Umstieg auf Blade-Server lohnt

Redakteur: Daniel Feldmaier

Reseller, die sich noch nicht mit dem Thema Blades beschäftigt haben, sollten dies nachholen, um nicht bereits 2010 ein Drittel der Markt-Nachfrage anderen überlassen zu müssen. Die Zahl der Mainframes verringert sich Jahr um Jahr. Carsten Unnerstall, verantwortlich für das Blade-Geschäft bei HP und Mainframe-Spezialist Christian Schuetz geben Antworten.

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ITB: Wann rechnet sich ein Umstieg auf Blade-Server für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs)?

Unnerstall: Blade-Server sind eine Lösung wenn mittelfristig Wachstum geplant ist – selbst wenn ein Unternehmen zunächst nur zwei Server benötigt. Bei einer vorhanden SAN-Umgebung rechnet sich ein Blade-System bereits ab drei, sonst ab vier Servern. Speziell für kleine Unternehmen mit hohen Ansprüchen bietet sich das HP BladeSystem c3000 an. Das Tower Enclosure für typische Büroumgebungen, benötigt keinen klimatisierten Serverraum, verträgt Staub und Umgebungstemperaturen bis 36 Grad.

ITB: Was kostet ein Einstiegs-System?

Unnerstall: Das Blade-Enclosure (Chassis) c3000 inklusive Switch. kommt auf 3.400 Euro. Hinzu kommt ein Blade bl260c für rund 1.000 Euro und das System ist betriebsfertig.

IBT: Was ist mit den Folgekosten durch die hohe Serverdichte im Rack und den damit einhergehen Abwärmeproblemen?

Unnerstall: Die Aussage, dass Blades ein Abwärmeproblem verursachen, stimmt nicht. Im Gegenteil, Blades haben einen Abwärmevorteil auf Grund der Packungsdichte, wenn Sie die Anzahl Server pro Quadratmeter betrachten. Bei 42 Höheneinheiten können Sie 42 Rack-Mount-Geräte mit je zwei Quadcores installieren und kommen auf 336 Prozessorkerne. Alternativ können sie mit HP-Blades im selben Rack bis zu 1.024 Prozessorkerne betreiben. Wer das tut, hat tatsächlich ein Abwärmeproblem, aber in der Regel auch eine entsprechende Klimatisierung, da es sich hier um ein großes Unternehmen handeln muss.

ITB: Berechnet HP bei Bladeservern die ökologische Gesamtbilanz von der Produktion, über den Betrieb bis hin zum Recycling?

Unnerstall: Green IT ist aus zwei Gründen wichtig, einerseits aus Umweltgründen, andererseits unter dem Gesichtspunkt der Kosteneinsparung. Bei der Betrachtung der Rechpower pro Watt schneiden unsere Produkte im Betrieb sehr gut ab. Der internationale ROHS-Standard besagt, dass 90 bis 95 Prozent unserer Produkte recycelbar sind. HP nimmt grundsätzlich alle Produkte kostenfrei zurück oder kauft diese bei entsprechendem Gegenwert zurück und führt sie über das Renew-Programm wieder dem Handel zu.

ITB: Nach Angaben von BMC wollen 63 Prozent der Mainframe-User ihre Großrechner mit neuen Applikationen und Tools aufrüsten. Das ist der höchste Wert der jährlichen Umfrage seit drei Jahren. HP jedoch rechnet damit, dass viele Unternehmen von Mainframe-Systemen auf Integrity Server umsteigen werden. Wohin geht die Reise wirklich?

Schuetz: Es stimmt, dass wir die Mainframes ablösen wollen – dass Mainframe-Kunden ihre Mainframes auf Grund der hohen Investionskosten behalten wollen ist auch verständlich. Allgemein geht der Trend zu weniger Systemen (Konsolidierung). Mainframes sind langfristige Investitionen – wir verstehen, wenn Kunden in Tools und Aufrüstung investieren, denn der Aufwand für einen Systemwechsel ist sehr groß. Mainframekunden wechseln dennoch, wenn es sich nach wenigen Jahren auszahlt (ROI und TCO). Ein Beispiel aus der Finanzbranche ist die WGV-Versicherung und die Roland-Rechtsschutz. Beide haben vom Mainframe zu Integrity-Servern gewechselt, um die Vorteile eines Standardbetriebssystemes nutzen zu können. Der Umstieg rechnet sich in der Regel innerhalb von drei Jahren. Integrity-Server gibt es übrigens seit kurzem auch als Blades.

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