Channel-Pläne bei Proofpoint Wachsamkeit ist 2024 weiter gefragt

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Seit fast sechs Jahren ist Ingo Schäfer im deutschen Channel-Team bei Proofpoint mit Office in München aktiv. Im Channelprogramm hat sich im Vergleich zu den Vorjahren ein wenig verändert, verrät der Senior Manager, Channel DACH & Osteuropa.

Hacker gehen immer raffinierter vor. Oftmals greifen sie über ein kompromittiertes E-Mail-Konto eines Geschäftspartners an, weiß auch Channel Director Ingo Schäfer (Proofpoint).(Bild:  Marc Kunze - stock.adobe.com)
Hacker gehen immer raffinierter vor. Oftmals greifen sie über ein kompromittiertes E-Mail-Konto eines Geschäftspartners an, weiß auch Channel Director Ingo Schäfer (Proofpoint).
(Bild: Marc Kunze - stock.adobe.com)

Bis etwa Mitte 2022 gab es „ziemlich klassisch“, so Schäfer, die Kategorien Silber, Gold und Platin mit unterschiedlichen Abstufungen für die Partner. Das heutige „Elements“-Partnerprogramm unterteilt sich in „Core“ und „Elite“. „Unter Core fallen dabei Partner, die bis zu einem gewissen Volumen mit uns arbeiten, aber keinen richtigen Fokus auf uns setzen“, erklärt Schäfer. „Zu Elite gehören die Partner, die intensiv mit uns arbeiten.“

Diese Marktsegmente sind im Fokus

„Zum einen ist E-Mail-Protection eines unserer Fokus-Areale“, sagt Schäfer. Hier werden E-Mails auf Spam oder mögliche Ransomware-Attacken geprüft. Partner können sich für diesen Bereich spezialisieren.

Vor zweieinhalb Jahren startete das Unternehmen dann mit Data Loss Prevention, angeführt von der Produktreihe „Sigma“. Auch hierfür bildet Proofpoint Spezialisten aus, die dieses Segment beziehungsweise Information Protection in der Tiefe verstehen.

Schafft es der Hacker, sich in das Unternehmenssystem einzuloggen, wird von den Experten geprüft: Wo will er hin, was hat er vor? Habe ich Passwörter, die sichtbar für das Dark Net sind? Proofpoint und Partner machen sich dran, auffälliges Verhalten im Kundennetzwerk zu erkennen und unbefugten Zugriff schnell zu verhindern.

Security muss simpel sein, funktionieren und ins Business passen.

Ingo Schäfer, Senior Manager, Channel DACH & Osteuropa, Proofpoint

Ingo Schäfer, Senior Director Channel DACH bei Proofpoint.(Bild:  Proofpoint)
Ingo Schäfer, Senior Director Channel DACH bei Proofpoint.
(Bild: Proofpoint)

Von Core zu Elite

Mit entsprechenden Online-Trainings kann sich der Core-Partner im Rahmen des aktualisierten Partnerprogramms zur Elite-Stufe steigern. Hier eignen sie sich fundiertes Fachwissen an und können die Produkte eigenständig an die Kunden bringen. Auch eine Demo-Version stellt Proofpoint den Partnern zur Verfügung. Sie können also selbstständig und mit Vertriebs- sowie technischem Knowhow beim Kunden auftreten.

Zu den Fokuspartnern, mit denen Proofpoint sehr eng zusammenarbeitet, zählt zum Beispiel Bechtle. Daneben kooperiert das Unternehmen mit kleineren, sehr auf Security-spezialisierte Firmen. „Es ist eine Bandbreite, von Well Known Brands bis zu den sogenannten Hidden Champions, dabei“, erläutert Schäfer.

Sicherheitstechnisch gut aufgestellt

Das klassische E-Mail-Gateway ist vonnöten, um in der IT-Sicherheit stabil aufgestellt zu sein. Dieses filtert per se, ob ein Verhalten im System gut oder schlecht ist.

„Auch eine Sandboxing-Technologie, basierend auf AI, kann helfen, verdächtig aussehende Anhänge oder Inhalte zu scannen“, so Schäfer. Zu einer „guten“ IT-Security gehöre auf jeden Fall eine klassische E-Mail-Schutz-Umgebung, „mit der wir als Unternehmen auch großgeworden sind.“

QR-Codes sind nett, aber nicht jeder ist hilfreich. Gerade hier verstecken sich oft versuchte Attacken.

Auch dürfe man nicht vergessen, dass die Hacker immer raffinierter vorgehen. Oftmals machen sie sich gerade stattgefundene Kommunikationen zunutze – beispielsweise durch ein kompromittiertes E-Mail-Konto eines Geschäftspartners. „Hatte ich gerade ein Meeting, erscheint kurz darauf eine vermeintliche Benachrichtigung mit Link vom Gesprächspartner – in Wahrheit verbirgt sich hinter dem Absender der Hacker“, erklärt Schäfer beispielhaft. Beliebt für Angriffe sind auch Zeiten wie etwa kurz vor dem Feierabend oder zur Bording-Time vor einem Abflug. Stress und Unkonzentriertheit können schnell dazu führen, dass selbst versierte Nutzer auf die Phishing-Link-Falle reinfallen.

Schließlich sollten sich Unternehmen aktiv selbst um zusätzliche Sicherheit kümmern. „Viele sagen, sie nutzen ja schließlich schon Microsoft 365 mit integriertem Schutz. Alleine darauf sollte man sich aber nicht verlassen“, warnt Schäfer.

Wird man einmal gehackt, heißt das nicht, dass das danach nie wieder passiert.

Pläne 2024

Mit Blick auf das neue Jahr ist eines der Ziele klar, die Partnerlandschaft weiter auszubauen – bestätigt Schäfer. Auch sollen die Partner mehr Services bieten können. Ein MSP-Programm (Managed Service Provider) steht in den Startlöchern. Zudem sollen weitere, neue Segmente und spezifisches Knowhow ins Portfolio eingebaut werden.

Abschließend gibt es auch einen Appell: „Ich würde empfehlen, auch 2024 weiter wachsam zu sein. Denn die Cyberangriffe hören nicht auf, sie werden weiter zunehmen“, sagt Schäfer.

Proofpoint hat seinen internationalen Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien, und weitere Standorte europaweit. Dieses Jahr feierte das Unternehmen, das in der E-Mail-Protection zu Hause ist, zwanzigjähriges Jubiläum. „Protecting the people, protecting the data“ ist seit jeher das Motto. Durch Zukäufe und Eigenentwicklungen etablierte es sich weiter in Richtung Social Media Protection. Auch Security Awareness Trainings stehen im Fokus.

2012 akquirierte Proofpoint erste Channelpartner in Deutschland, seit 2017 ist das Unternehmen verstärkt im deutschen Channel aktiv.

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