Insolvenzverwalter Stefano Buck von Schultze & Braun übernimmt Vorwürfe des Leo-Gesellschafters Frank Neu Vorwurf der Bilanzmanipulation bei Leo steht auf sehr dünnem Eis

Redakteur: Regina Böckle

Eine Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters Stefano Buck hat heute die Branche aufgeschreckt. Angeblich habe es unter dem bisherigen Geschäftsführer Torsten Duffner Bilanzmanipulationen gegeben. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Der Haken an der Geschichte: Sie fußt auf einer einzigen, weder geprüften noch bestätigten Aussage.

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Die heute vom vorläufigen Leo-Insolvenzverwalter Stefano Buck an die Medien versendete Meldung, es gebe »einen Anfangsverdacht der Bilanzmanipulation« gegen den bisherigen Leo-Geschäftsführer Torsten Duffner, wird im Markt derzeit breit getreten. Die Staatsanwaltschaft wurde umgehend eingeschaltet. Doch offensichtlich bewegt sich der gesamte Verdacht auf äußerst dünnem Eis.

Wie Stefano Buck gegenüber IT-BUSINESS auf Anfrage erklärte, fußt die ganze Aktion auf einer einzigen Aussage – der von Leo-Mehrheitsgesellschafter Frank Neu. »Dieser Gesellschafter hat mir gegenüber erwähnt, dass Torsten Duffner ihm gegenüber gesagt habe, er hätte beim Jahresabschluss 2006/2007 das Umlaufvermögen zu hoch bewertet.«

Auf die Frage, ob es über diese Äußerung des Mehrheitsgesellschafters hinaus irgendwelche Belege für diese schwerwiegende Behauptung gebe, oder ob man Torsten Duffner um eine Stellungnahme dazu gebeten habe oder dieser sich möglicherweise selbst gegenüber dem Insolvenzverwalter geäußert habe, sagte Buck: »Nein. Es gibt nur die Aussage des Gesellschafters.«

Die Staatsanwaltschaft rückte daraufhin am Samstag an und untersucht derzeit die Unterlagen. Torsten Duffner wurde am Tag nach Insolvenzantrag von all seinen Ämtern freigestellt. Zum neuen Geschäftsführer wurde Rico Siefermann berufen, der seit neun Monaten bei Leo als Vertriebsleiter fungiert.

Sollte es tatsächlich keine weiteren Belege für diesen massiven Vorwurf geben, außer der Aussage des Gesellschafters Neu, der rund 95 Prozent der Leo-Anteile hält, darf man auf den Ausgang der staatsanwaltschaftlichen Prüfung gespannt sein.

Zumal Branchenkenner, die weder mit Leo noch mit unternehmensnahen Kreisen in Verbindung stehen, berichten, dass der jüngste, geplatze Norma-Deal auf Nachdruck des Gesellschafters zustande gekommen sei. »Torsten Duffner hätte mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung niemals so ein Angebot gemacht, und einen Preis angeboten, der von vornherein ein Verlustgeschäft sein musste«, äußerte sich ein Informant gegenüber IT-BUSINESS.

Vor einem guten Jahr hatten Duffner und Neu noch ein entspanntes Verhältnis. Das zeigen zumindest die Bilder vom Novellus-Tag am 12. Mai 2007. Novellus ist die Beteiligungsgesellschaft von Frank Neu, über die er nicht nur an Leo, sondern auch an zahlreichen weiteren Firmen beteiligt ist.

Was halten Sie von den Vorwürfen gegen den langjährigen Leo-Geschäftsführer Torsten Duffner? Diskutieren Sie mit im IT-BUSINESS-Forum!

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