IT-EXECUTIVE Summit München 2016 Vordenker der digitalen Transformation
Im Kontext des bevorstehenden IT-EXECUTIVE Summits der Vogel IT-Akademie beantworten Avaya-Chef Walter Denk und Channel-Chef von HPE Ulrich Seibold Fragen zu den Konsequenzen der Digitalisierung.
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Was ist im Kontext der Digitalisierung der wichtigste Einflussfaktor auf Ihr Business?
Denk: Die digitale Transformation bietet für uns große Chancen. Der Kundendialog erweitert sich um neue Kanäle wie Chat oder Video und ist auf unterschiedlichen Devices allgegenwärtig. Der verstärkte Einsatz von Cloud-Anwendungen stellt zudem vollkommen neue Anforderungen an die Netzwerke unserer Kunden.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung verändern sich auch die Aufgaben der Menschen. Flexible Arbeitsmodelle ersetzen nach und nach statische Berufsbeschreibungen. Dem müssen auch die Netzwerke und Kommunikationslösungen gerecht werden. Dank größerer Mobilität und neuer Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen sich neue Optionen für das Business unserer Kunden. Und der Schritt zu All-IP-Netzen erfordert Investitionen in die Kommunikationsinfrastruktur der Unternehmen.
Seibold: Digitalisierung bedeutet, dass IT zum Kerngeschäft aller Unternehmen wird. Das ist für IT-Anbieter eine erfreuliche Entwicklung, weil wir damit eine stärkere strategische Bedeutung für unsere Kunden bekommen und neue Umsatzmöglichkeiten entstehen. Allerdings bedeutet diese Entwicklung auch, dass wir uns auf neue Ansprechpartner und neue Lösungsanforderungen einstellen müssen. Analysten sagen voraus, dass in wenigen Jahren die Hälfte der IT-Ausgaben nicht mehr vom CIO kontrolliert werden, sondern von den Fachabteilungen und vom Vorstand. Um diesen Ansprechpartnern einen Mehrwert zu bieten, braucht man andere Angebote, einen anderen Vertrieb und eine andere Beratung als mit der IT-Abteilung und dem CIO. Für uns besteht eine Kernaufgabe darin, den Channel auf dieser Reise mitzunehmen
Welche (tiefgreifende) Änderung Ihres Business-Modells müssen Sie deshalb voraussichtlich noch in diesem Jahr vornehmen?
Denk: Avaya befindet sich in einer kontinuierlichen Transformation. Das Hardwaregeschäft nimmt ab, und der Software- und Service-Anteil steigt an. Die neue IT-Welt muss mit innovativen Produkten bedient werden. Unsere Kenntnisse in vertikalen Märkten sowie umfangreiche Qualifikation in IP-Technologien und damit verbundenen Security- und Software-Lösungen werden für unsere Wertschöpfung und unsere Business-Partner immer wichtiger. Die Umsatzströme verlagern sich von Kauf (CAPEX) auf Modelle mit monatlicher Zahlung (OPEX). Unsere Historie im Miet- und Managed-Service-Geschäft hilft uns, dies zu bewerkstelligen. Unsere Channel-Partner müssen sich diesen Herausforderungen ebenfalls stellen und ihr Business anpassen.
Seibold: Eine sehr große Veränderung haben wir vor kurzem vollzogen: die Aufspaltung von HP in HP Inc. und Hewlett Packard Enterprise (HPE).

Jetzt können wir uns als HPE, zusammen mit unseren Partnern, auf die Aufgabe konzentrieren, unsere Firmenkunden bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. Die Fundamente, die wir mit dem neuen Unternehmen HPE gelegt haben, werden wir in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Dabei gibt es zwei Stoßrichtungen. Das ist zum einen der Aufbau digitaler Geschäftsplattformen bei unseren Kunden. Auf der anderen Seite werden wir auch das klassische transaktionale Geschäft weiterentwickeln und weitere Investitionen mit unseren Partnern tätigen.
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