Fujitsu CCD-Aus: Position von Systemhäusern Vertrauen in den neuen Kurs aufbauen

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Die Fujitsu-Partner müssen sich nach dem angekündigten Aus für die CCD-Sparte neu orientieren. Wir haben mit einigen Systemhäusern gesprochen, was der Schritt für sie bedeutet und wie es aus ihrer Sicht mit der Partnerschaft weitergehen soll.

Für einen erfolgreichen Strategiewechsel hin zum reinen Datacenter-Geschäft und Hybrid Cloud müssen Fujitsu und die Partner Hand in Hand arbeiten.(Bild:  Anna Schlosser - stock.adobe.com)
Für einen erfolgreichen Strategiewechsel hin zum reinen Datacenter-Geschäft und Hybrid Cloud müssen Fujitsu und die Partner Hand in Hand arbeiten.
(Bild: Anna Schlosser - stock.adobe.com)

Dass es mit dem Client-Geschäft bei Fujitsu nicht optimal läuft, war wohl vielen Partnern klar. Das sagt auch Christian Cramer, Chef des Systemhauses Cramer und CEO der Plenticon Group: „Es war absehbar, dass etwas passiert – aber der harte Cut kam überraschend.“ Allzu dramatisch ist das für April 2024 angekündigte CCD-Ende für Cramer also nicht. Die Plenticon Group, zu der neben dem Systemhaus Cramer noch drei weitere IT-Dienstleister und Systemhäuser zählen, arbeitet für die Client-Sparte schon längere Zeit mit Lenovo als weiterem strategischen Partner zusammen. Allerdings, so räumt Cramer ein, engt die Konzentration auf nur noch wenige große Player bei den PC-Herstellern den Spielraum für die Systemhäuser ein. Auch der sehr gute Service von Fujitsu im Client-Umfeld werde ihm fehlen.

Christian Cramer, Geschäftsführer des Systemhauses Cramer und CEO der Penticon Group(Bild:  Systemhaus Cramer)
Christian Cramer, Geschäftsführer des Systemhauses Cramer und CEO der Penticon Group
(Bild: Systemhaus Cramer)

Nachvollziehbarer Schritt

Die Konzentration von Fujitsu auf Datacenter und Hybrid Cloud kann der Plenticon-CEO gut nachvollziehen, denn auch für ihn ist das der Wachstumsmarkt. Dass die ­Client-Rechner künftig von anderen Herstellern kommen, sei für die meisten Kunden nicht relevant, „hier ist wichtig, dass der Service aus einer Hand kommt“, betont Cramer. Allerdings müsse Fujitsu die Partner davon überzeugen, dass das Datacenter-Geschäft langfristig weitergeht und nicht plötzlich in Japan der Stecker gezogen wird. Sein Unternehmen arbeitet auf jeden Fall weiter mit Fujitsu zusammen und ist in der Onboarding-Phase für das Datacenter-as-a-Service-Angebot Uscale.

Sinnvolle Konzentration auf das Datacenter-Geschäft

Sven Kalisch, Managing Partner bei der Teccle Group(Bild:  Teccle Group)
Sven Kalisch, Managing Partner bei der Teccle Group
(Bild: Teccle Group)

Sven Kalisch, Co-Founder & Managing Partner der Teccle Group, zeigt ebenfalls Verständnis für den Schritt von Fujitsu. „Strategisch will Fujitsu sich in Europa auf die Themen plattformbezogene Data-Center-Technologien (Server und Storage) und On-Premises-Infrastruktur-Lösungen ­fokussieren, sodass wir in diesen Bereichen mit keinen Beeinträchtigungen rechnen. Mit einem ‚Außenblick’ auf Fujitsu kann man den Schritt nachvollziehen – das ­Client-Geschäft wird immer herausfordernder, und im Wettbewerbsvergleich muss sich auch ein Hersteller wie Fujitsu fokussieren – somit macht das aus dieser Sicht absolut Sinn“, erklärt der Chef der System­hausgruppe. Für das Client-Geschäft kam die Information über den CCD-Ausstieg rechtzeitig, zudem gebe es ja in den kommenden fünf Jahren noch Services und Ersatzteile für Bestandskunden. Und die Teccle Group bietet bereits einen Workplace as a Service mit Endgeräten von Microsoft, Lenovo und Dell, ergänzt Kalisch.

Kunden können unbesorgt noch Fujitsu-Client-Systeme kaufen

Das Systemhaus Schuster & Walther, es ­gehört zur Teccle Group, ist als Teil des Fnext-Netzwerks, zu dem auch das Systemhaus Cramer zählt, ein enger Fujitsu-Partner. Lothar Graf von Faber-Castell, Manager Corporate Accounts bei Schuster & Walther, sieht die Lage bei seinen Fujitsu-Client-Kunden entspannt: „Kunden, die beim Kauf bleiben wollen und jetzt nicht wechseln wollen oder können, können ihren Bedarf noch bis März 2024 ­decken und dann weitere fünf Jahre Maintenance einkaufen. Damit sind sie auf der sicheren Seite.“

Dass man bei den Partnern um Vertrauen werben muss, hat man bei Fujitsu erkannt. Im Oktober veranstaltet der Hersteller ­gemeinsam mit Technologiepartnern in Dubrovnik einen TechCommunity Workshop zu Datacenter-Themen und trifft sich im selben Monat mit den Fnext-Partnern. Am 8. und 9. November 2023 folgt der Partnertag in München, bei dem Christian Leutner, Vice President und Head of European Platform Business und Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales Central ­Europe, den Fahrplan für die Datacenter-Strategie von Fujitsu erläutern. Neue Datacenter-Lösungen werden ebenfalls gezeigt.

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