Unified Communications as a Service UCaaS: Ohne Systemhäuser läuft nichts

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Unified Communications as a Service (UCaaS) bestand für Communi5 bislang hauptsächlich aus Geschäft mit Carriern. Nun beschreitet das Unternehmen neue Wege und spricht Systemhäuser und Reseller, aber auch Distributoren und Großkunden direkt an.

Ohne Kommunikation ist bein Business zu machen.(Bild:  Yanik Chauvin - stock.adobe.com)
Ohne Kommunikation ist bein Business zu machen.
(Bild: Yanik Chauvin - stock.adobe.com)

Ein neuer Player ist im UCaaS-Markt aufgetaucht. Zumindest aus Sicht des Channels. Bislang wurde die Technologie-Plattform aus dem Hause Communi5 hauptsächlich an Carrier verkauft beziehungsweise vermietet. Diese haben dann wiederum auf Basis der Multi-Mandantenfähigkeit einzelne Cloud-PBX-Dienste an Geschäftskunden vermarktet. „Nun sind wir dabei, unsere Plattform direkt an Systemhäuser und Reseller zu vermarkten“, sagt Stephan Klahr. Sales Director DACH bei Communi5. Dahinter steht die Erkenntnis, die in der Branche fast schon eine Binsenweisheit ist: „Um technisch anspruchsvolle Projekte zu gewinnen, braucht es die direkte Kundenbeziehung von Systemhäusern.“

Eigenheiten der deutschen Telefonie

Klahr spricht Unterschiede zwischen US-amerikanischen Kommunikations­diensten und den in Europa entwickelten Services an: „Kleinere Unterschiede findet man beispielsweise bei so genannten ‚­Betriebsratsfunktionen‘, oder der ­‚Chefsekretariatsfunktion‘, mit der sich die Anrufe zu einem Vorgesetzten gezielt steuern und überwachen lassen. Wir orientieren uns hier grundsätzlich an marktüblichen Funktionen, die man beispielsweise von der Siemens Hipath-­Anlage her kennt“, sagt der Vertriebsleiter.

Wertschöpfung durch den Channel

Zusätzlich zu diesen klassischen Telefon­anlagenfunktionen könne die Communi5-Plattform moderne UC-Features kombi­nieren. „Bei den Telefonen zeigt sich die Plattform herstellerneutral, ergänzt durch unsere eigenen Softclients, die völlige Orts- und Endgeräteunabhängigkeit bieten“, so Klahr. Zu den großen Unterschieden zählen laut dem Manager etwa Möglichkeiten der „weichen“ Migration durch Einbinden von Bestandsanlagen und DECT-Installationen in die Cloud.

Bestandssysteme beim Kunden, wie beispielsweise das CRM, können über APIs oder native Cloud-2-Cloud-Schnittstellen eingebunden werden – eine klassische Wertschöpfungsmöglichkeit für IT-Dienstleister und Systemhäuser. Callcenter-Funktionen werden ebenfalls per Mausklick bereitstellt, ohne dass dafür ein tiefgreifendes IT-Projekt gestartet werden müsste. „On-Top haben wir Mobility-Features eingebaut“, sagt Klahr. Mit diesen werden Außendienstler und Homeoffice-Mitarbeiter so eingebunden, dass sie ihrem Kommunikationsarbeitsplatz „to-go“ nutzen können.

Cloud Act versus DSGVO

„Fragezeichen beim Thema DSGVO, die bei US-amerikanischer Konkurrenz entstehen, gibt es bei unserem Dienst nicht“, sagt der Sales Director und verweist darauf, dass bei amerikanischen Diensten „beispielsweise Chat-Daten oder Dokumente nicht unbedingt in einem deutschen Rechenzentrum oder bei einem Anbieter gespeichert“ werden. Durch den Cloud Act würden sich so rechtliche Unsicherheiten ergeben.

Drei Modelle für den Channel

Es gibt drei Modelle, in denen der Channel Communi5-Lösungen vertreiben kann. Die erste richtet sich an Systemhäuser, die direkt SaaS ein- und weiterverkaufen. Die Lösung wird im Rechenzentrum in Frankfurt am Main Multi-Mandanten- und Multi-Reseller-fähig betrieben und ist whitelabelbar bis heruntergebrochen auf die Softclient-Ebene.

Das zweite Modell betrifft Distributoren, die selbst als Plattformbetreiber aus dem eigenen Rechenzentrum heraus agieren.

Das dritte Modell adressiert große Kunden – beispielsweise aus der öffentlichen Hand – die eine eigene Lösung für ihre Organisation aus dem eigenen Rechenzentrum heraus betreiben wollen.

„Zugunsten der Produktentwicklung und attraktiver Staffelpreise verzichten wir auf ein teures Partnerprogramm, vielmehr wollen wir mit einem guten Produkt zu guten Preisen überzeugen“, lässt Klahr durchblicken.