Das Bedürfnis nach Zusammenarbeit nimmt im Channel zu. Davon profitiert Synaxon. Die Mitgliederzahl der Verbundgruppe ist in den vergangenen sechs Jahren um ein Drittel gewachsen. In der gleichen Zeit verdoppelte sich das Einkaufsvolumen auf eine Milliarde Euro.
Eine Verbundgruppe im Aufwind: Synaxon hat sich in den vergangenen Jahren bei Mitgliederzahl und Einkaufsvolumen stetig nach oben entwickelt.
(Bild: Manfred Schmidt - stock.adobe.com)
Das Wort „Synaxis“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Versammlung“ oder „Zusammenkunft“. Besser hätte man den Geschäftszweck einer Fachhandelskooperation kaum auf den Punkt bringen können: Sie führt Systemhäuser zusammen, bündelt ihre Kräfte in Einkauf und Marketing und stellt ihnen zentrale Services bereit. Der Bedarf an dieser Art der Zusammenarbeit nimmt im Channel mit der steigenden Komplexität des ITK-Geschäfts offenbar zu. „Der Trend zur Automatisierung, die Digitalisierung, der Fachkräftemangel, all diese Entwicklungen, die uns gerade begleiten, fördern den Nutzen von Kooperationsmitgliedschaften“, sagt Mark Schröder, Vorstand bei Synaxon.
Die Entwicklung der Verbundgruppe scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Seit 2016, als das Unternehmen mit Sitz in Schloß Holte-Stukenbrock seine Marken neu sortierte, ist die Zahl der Mitglieder jedes Jahr im Durchschnitt um 150 gewachsen, auf mehr als 3.000 in Deutschland bis Ende 2022. Zugleich summierte sich das Einkaufsvolumen aller Partner im vergangenen Jahr auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. „Das war fast eine Punktlandung“, berichtet Jan Schwarzenberger, Leiter Einkauf bei Synaxon. „Damit haben wir einen Meilenstein erreicht.“
Unterm Strich ist die Mitgliederzahl der Kooperation in den vergangenen sechs Jahren um etwa ein Drittel gewachsen. Das Gesamtvolumen im Einkauf hat sich seit 2016 sogar verdoppelt. Das heißt, dass auch das durchschnittliche Einkaufsvolumen pro Partner gewachsen ist. „Obwohl wir jetzt seit drei Jahren von Krise reden, gehen die genannten Zahlen mit einer guten Entwicklung bei unseren Partnern einher“, so Schwarzenberger weiter.
Neue Markenarchitektur
Die Ostwestfalen führten im Herbst 2016 die Marke Synaxon IT.Partner ein, die seither für die Basismitgliedschaft der Gruppe steht. Darüber hinaus können sich Fachhändler und Dienstleister je nach Profil den Kompetenz- und Marketingverbünden PC-Spezialist und IT-Service.Network sowie der Systemhauskooperation iTeam anschließen, die ihnen weitere spezifische Leistungen bieten. Der Zielmarkt der Partner sind SMB-Kunden, die bis zu 250 Mitarbeiter beschäftigen. Einzig dem iTeam-Verbund gehören auch größere Systemhäuser an, die teils mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen und größere Kunden betreuen. Die Motive der Häuser, Synaxon-Partner zu werden, der Nutzen, den sie darin sehen, mögen sich im Einzelnen unterscheiden. Sie alle eint jedoch das Bedürfnis, nicht auf sich allein gestellt im Markt zu agieren. „Egal welche Unternehmensgröße ein IT-Dienstleister hat, man braucht immer eine Form von Kooperation“, ist Vorstand Schröder überzeugt.
Der Support, den die Verbundgruppe für ihre Mitglieder leistet, erstreckt sich auf alle wesentlichen Teilbereiche des IT-Geschäfts: Marketing, Vertrieb, Projektabwicklung, Service, Aus- und Weiterbildung. Nicht zuletzt bildet der Einkauf eine Säule des Portfolios: 75 der rund 300 Synaxon-Mitarbeiter sind in dieser Abteilung beschäftigt.
Den Einkauf hat die Fachhandelskooperation schon vor zwei Jahrzehnten digitalisiert. 2003 führte sie die elektronische Plattform Egis ein, über die sich Bestell- und Abrechnungsprozesse automatisiert abwickeln lassen. Die Abkürzung steht für „Enterprise Global Information System“. Partner haben darüber Zugriff auf 3,5 Millionen Produkte und Services aus den Sortimenten von etwa 90 Distributoren, darunter ADN, Also, Api, Bytec, Ingram Micro, Siewert & Kau, TD Synnex und Wortmann. Deren Shops sind direkt an Egis angebunden. „Wir bieten Partnern über unser System den Bestellzugang zu einer Vielzahl von Distributoren, ohne dass sie sich bei jedem einzelnen registrieren müssen“, erläutert Einkaufsleiter Schwarzenberger.
Prozessqualität und Rechtssicherheit
Frank Roebers, CEO bei Synaxon, zählt die Entwicklung der Plattform zu den drei, vier größten Meilensteinen in der 32-jährigen Geschichte der Verbundgruppe. 35 bis 40 Prozent des gesamten Einkaufsvolumens werden heute darüber abgewickelt. Neben den Grundfunktionen bietet Egis den Partnern viele zusätzliche Features wie etwa Preisvergleiche in Echtzeit, einen vollständig digitalen Belegfluss oder die Nachverfolgung von Lieferungen. Der Umfang der Funktionen hängt von Fall zu Fall davon ab, was die Shop-Systeme der einzelnen Großhändler bieten und wie eng sie jeweils an die Synaxon-Software angebunden sind. In beiderlei Hinsicht unterscheidet sich die technologische Ausstattung der Distributoren voneinander.
Jan Schwarzenberger, Einkaufsleiter bei Synaxon, legt Wert auf effiziente Prozesse.
(Bild: Synaxon)
Sinn und Zweck von Egis ist es, die Beschaffungsprozesse für die Partner so effizient wie möglich zu gestalten. Dabei bezieht die Kooperation alle Produkte ausschließlich über die dafür autorisierten Distributoren, mit denen sie Rahmenverträge ausgehandelt hat. Neben hoher Prozessqualität zählt Rechtssicherheit zu den wesentlichen Eigenschaften, die für die Systemhäuser beim Einkauf über Egis gewährleistet sein sollen.
Stand: 08.12.2025
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Darüber hinaus bietet die Plattform auch einige ERP-Funktionen. So können Partner darüber Angebote erstellen oder mit Hilfe der sogenannten Kundenakte ihre Klientel verwalten. Umgekehrt lassen sich Funktionen von Egis über Schnittstellen in ERP-Systeme integrieren. Beispielsweise stellen die Produkte C-Entron, MKS Goliath, Sage 50 oder Systemhaus.One entsprechende APIs bereit. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Prozesse von Systemhäusern und Dienstleistern zu optimieren“, resümiert Schröder.
Mark Schröder, Vorstand bei Synaxon, hält Kooperation im Channel für unverzichtbar.
(Bild: Michael Hase)
Herzstück eines Ökosystems
Von seiner Entstehung her ist Egis für das Transaktionsgeschäft im Produkthandel ausgelegt. Mittlerweile sind aber auch die Cloud-Marktplätze der Distributoren an die Plattform angebunden. In Ansätzen lassen sich mit ihr schon heute Subskriptionsmodelle auf Basis monatlich wiederkehrender Erlöse abbilden. So wie sich Cloud Computing evolutionär im Markt entwickelt, werde Synaxon das System in den kommenden Jahren weiter an die Anforderungen dieses Geschäfts anpassen, kündigt der Vorstand an. Die Cloud-Umsätze, die 2022 um 45 Prozentpunkte gewachsen sind, machen mittlerweile zehn Prozent des Gesamtvolumens der Verbundgruppe aus. In die Weiterentwicklung der eigenen Lösung investiert sie pro Jahr einen siebenstelligen Betrag. „Wir betrachten Egis nicht als Software, sondern als Herzstück eines Ökosystems, in dem Hersteller, Distributoren und Partnerbetriebe miteinander vernetzt sind.“
In technologischer Hinsicht ist die Plattform heute ein Hybrid. Beim Kern handelt es sich um eine monolithische Legacy-Anwendung. Neue Funktionen und Erweiterungen werden aber seit geraumer Zeit als Microservices entwickelt, die auf einer Cloud-nativen Infrastruktur bereitgestellt werden.