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ITB: Treten Sie mit dem neuen Geschäftsfeld nicht in Konkurrenz zu Anbietern, mit denen sie bislang weniger Berührungspunkte hatten?
Böing: Ja, wir erweitern unser Wettbewerbsumfeld. Neben dem Standard-Hosting, wo Strato und 1&1 die einzigen großen Player in Deutschland sind, sind wir jetzt auch im individuellen Hosting-Geschäft aktiv. Dort treffen wir auf Wettbewerber wie Host Europe, Intergenia mit der Marke PlusServer, seit diesem Jahr unter dem Dach der Host Europe, und Mittwald.
ITB: Wodurch zeichnen sich die individuellen Hosting-Angebote von Strato gegenüber diesem Wettbewerb aus?
Böing: Strato ist der erste Hosting-Anbieter im deutschen Markt, der unter einem Dach, unter einer Marke und unter einem Service-Erlebnis das gesamte Spektrum von der Domain bis zur individuellen Hosting-Lösung abdeckt. Server mit immer der gleichen Ausstattung kann man überall mieten. Wir gehen sogar soweit, dass wir unter der Marke Strato Lösungen individuell konfigurieren und maßgeschneidert in unseren Rechenzentren aufbauen. Auch Co-Location ist möglich. Und das alles unter einem Vertrag und mit einem Ansprechpartner.
ITB: Warum gehören Systemhäuser zur Zielgruppe für das neue Portfolio?
Böing: Die meisten Systemhäuser entwickeln ihr Geschäftsmodell heute weg vom Kistenschieben hin zum Betreiben von Managed Services. Und sie verdienen ihr Geld zunehmend damit, dass sie die Umgebung des Kunden komplett managen und dafür Tages- und Monatssätze abrechnen. Sie können die Hardware aber nicht so wirtschaftlich betreiben wie wir, weil sie nicht wie ein Hoster auf Gedeih und Verderb dazu gezwungen sind, ihre Infrastruktur auf extremste Effizienz auszurichten. Die Gespräche, die ich bisher mit Systemhäusern geführt habe, zeigen mir, dass wir mit unseren Managed-Hosting-Angeboten ein hervorragender Erbringer von Vorleistungen für diese Zielgruppe sein können
ITB: Amazon, IBM oder Microsoft stellen über ihre Cloud-Plattformen ebenfalls Server-Leistung bereit. Sind diese Anbieter eine Konkurrenz für die klassischen Hoster?
Böing: Ja, aber es gibt einen signifikanten Unterschied. Ein Anbieter wie Amazon adressiert vor allem Developer, die ihre Applikationen auf der Cloud-Plattform entwickeln und bereitstellen, ohne sich um die Infrastruktur darunter kümmern zu müssen. Wir als Hoster haben dagegen als Zielgruppe die IT-Administratoren. Unsere Klientel will ganz bewusst die Hardware selbst managen. Auf unsere Server können die Kunden bis zur Root-Ebene zugreifen. Das ist wichtig für private Cloud-Lösungen: Hier ist Datenhoheit entscheidend.
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