ERP-Fabrikanten via Partnerprogramm gesucht Step Ahead verspricht Gewinn mit ERP-Wertschöpfung
Software-Handel ist out. Customizing und Anpassung an Unternehmensprozesse fernab von Handels-Margen birgt weitaus mehr Gewinnspanne. ERP-Hersteller Step Ahead aus Germering bietet hierfür eine große Bandbreite an Möglichkeiten der Zusammenarbeit. IT-BUSINESS sprach vor Ort mit Klaus Rüth, dem Leiter des Partnermanagements.
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Wer im Wirtschaftslexikon unter W wie »Wertschöpfung« nachschlägt, findet folgende Definition: »Unter Wertschöpfung wird die Differenz zwischen den von einem Unternehmen abgegebenen Leistungen und den von dem Unternehmen übernommenen Vorleistungen verstanden.«
Beim Germeringer Software-Hersteller Step Ahead ist die Bandbreite an Wertschöpfung, die Systemhäuser und Software-Entwickler mit der Vorleistung generieren können, besonders groß. Prokurist und Channel-Chef Klaus Rüth skizziert die Möglichkeiten der Zusammenarbeit:
- Partner: In der untersten Stufe (Step-Ahead-Partner) nehmen Systemintegratoren das Customizing der Basis-ERP-Anwendungen vor. Dabei werden HTML-Masken für die individuelle Informationsanzeige angepasst oder komplett neu erstellt. Neben dem Maskenlayout und den voreingestellten Pflichtfeldern der Benutzeroberfläche gilt es hierbei auch mitarbeiterspezifische Einstellungen gemäß der Funktion im Unternehmen vorzunehmen.
- Premium Partner: Auf dieser Partnerstufe wird bereits auf Source-Code-Ebene entwickelt und angepasst. Hierfür stellt Step Ahead die so genannte Steps Software Factory (SSF) zur Verfügung. Dieses Entwicklungssystem deckt den Prozess der eigenen Software-Entwicklung von der Aufnahme der Kundenanforderungen (Pflichtenheft) über die Programmierung und Dokumentation bis hin zur Bereitstellung der ERP-Auftragsarbeit ab. Setup-Routinen und Service-Packs werden dabei automatisch generiert. Mit der SSF können auch klassische OEM-Lösungen geschaffen werden, die allein unter dem Brand des entwickelnden Premium-Partners auf den Markt kommen. Rüth taxiert, dass durch automatische Qualitätssicherungsroutinen und automatische Code-Erzeugung etwa 70 Prozent des üblichen Programmieraufwands reduziert werden können. Insofern sei die SSF mehr als nur ein Software Development Kit (SDK).
- Produktpartner: Dann gibt es noch die so genannten Produktpartner, die gemeinsam mit Step Ahead aufgrund ihres Branchen-Know-hows Funktionen in Basisversionen der Step-Ahead-ERP-Software sowie Add-ons weiter entwickeln.
Die ERP-Lösung von Step Ahead beruht auf Visual Basic (VB) und der .NET-Architektur. Bis 2010 soll die vollständige Umstellung auf .NET abgeschlossen sein und zwar über den normalen Update-Pfad. Dieser sukzessive Wechsel soll dafür sorgen, dass weder Hersteller noch Partner oder Kunden migrationsbedingte Qualitätseinbußen hinnehmen müssen.
Die Basisversion der integrierten ERP-Lösung für den Mittelstand »Steps Business Solution« umfasst folgende Kernbereiche (siehe Bild):
- Materialwirtschaft
- eCommerce (integrierter Webshop)
- Produktion
- Service (Customer Care)
- Projektmanagement
- Finanzen und Controlling
- CRM und Vertrieb.
Partner individualisieren dieses Grundpaket mittels standardmäßiger Customizing-Funktionen oder mit der SSF auf Programmcodebasis für Kunden und Branchen. Dafür sucht Step Ahead gegenwärtig neue Partner, nachdem im September zwei neue Partnerbetreuer eingestellt wurden. Neueinsteiger werden mit einer viertägigen Basisschulung auf den Step-Ahead-Pfad gebracht. Pro Schulungstag verlangt das Unternehmen eine »Schutzgebühr« in Höhe von 800 Euro. Für Step-Ahead-Partner, die bereits im Programm sind, werden jährliche, so genannte Delta-Schulungen veranstaltet, die einen Tag in Anspruch nehmen.
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