Hybridmodell aus Homeoffice und Büro Status quo im Homeoffice

Autor Sarah Böttcher

Viele Beschäftigte sind mit der technischen Ausstattung im Homeoffice zufrieden und wünschen sich künftig ein Hybridmodell aus Präsenz im Büro und Homeoffice. Dennoch planen zahlreiche Unternehmen bereits die Rückkehr ihrer Mitarbeiter in das Büro.

Firmen zum Thema

Homeoffice: Die Mehrheit hat sich eingelebt.
Homeoffice: Die Mehrheit hat sich eingelebt.
(Bild: pressmaster – stock.adobe.com)

Sessel statt Schreibtischstuhl, Snack statt Kantinenbesuch – auf vieles musste verzichtet werden, während des vergangenen Pandemiejahres. So manch einer hat daran gezweifelt und wurde nun eines Besseren belehrt: Die Arbeit von Zuhause funktioniert und das Gros der Arbeitnehmer ist obendrein noch zufrieden mit der neuen Arbeitssituation. 70 Prozent finden mit Blick auf Faktoren wie Räumlichkeiten und Geräuschpegel zuhause ausreichende Bedingungen für ihre Arbeit vor, für die restlichen 30 Prozent gilt dies jedoch nur teilweise oder gar nicht.

90 Prozent der im Rahmen einer Studie im Auftrag von Clickmeeting befragten Teilnehmer in der DACH-Region haben vor der Pandemie im Büro gearbeitet. Momentan arbeiten gut zwei Drittel (69 %) der Befragten ganz oder teilweise von zu Hause aus. Die Rückkehr ins Büro scheint den Studienergebnissen zufolge für viele Unternehmen noch in diesem Jahr auf der Agenda zu stehen. Allerdings gehen 46 Prozent dabei von einem Hybridmodell aus Homeoffice und Büro aus und lediglich 35 Prozent rechnen mit einer vollständigen Rückkehr zur Präsenzarbeit im laufenden Jahr. Hybride Arbeitsmodelle werden den Alltag also offenbar weiter bestimmen. Überraschend zudem: Immerhin jeder Zehnte kennt die aktuellen Planungen seines Arbeitgebers überhaupt nicht.

Bildergalerie

Hardwareausstattung und Interneverbindung

Während 2020 so manche fürs Homeoffice benötigte Hardware zwischenzeitlich nur noch schwer zu bekommen war, scheint sich das Ausstattungsniveau in Heimbüros inzwischen auf hohem bis sehr hohem Niveau zu bewegen. Eine Mehrheit von 88 Prozent gibt an, dass sie zuhause über die entsprechenden Geräte und Möglichkeiten für ihre Arbeit verfügen.

Und, allen immer wieder gehörten Klagen von der digitalen „Entwicklungsregion“ Deutschland, Österreich und Schweiz zum Trotze: auch mit der Internetverbindung haben die meisten Beschäftigten im Homeoffice offenbar keine Probleme: 82 Prozent geben an, dass die Qualität ihrer Internetverbindung ausreichend für ihre Homeoffice-Tätigkeiten ist. Was jedoch auch bedeutet, dass rund jeder Sechste (16 %) in seiner Produktivität zumindest hin und wieder durch zu langsames oder instabiles Internet ausgebremst wird.

Homeoffice-Mehrkosten werden nicht erstattet

Die Arbeit im Homeoffice verursacht vielfach höhere Kosten – sei es durch einen dafür notwendigen, schnelleren Internetanschluss, die Anschaffung von Geräten oder schon allein durch den zusätzlichen Energieverbrauch. Auf diesen Mehrkosten bleiben vielfach jedoch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sitzen: Mit 48 Prozent gibt fast die Hälfte der Befragten an, dass sie von ihrem Arbeitgeber keine Erstattung erhalten. Vollständig übernommen werden die Kosten nur bei 21 Prozent; 28 Prozent erhalten immerhin einen teilweisen Ausgleich. Genau eine solche Kompensation steht allerdings auf dem „Wunschzettel“ der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz weit oben: 44 Prozent hätten gerne einen solchen Zuschuss für typische Mehrkosten wie Büroausstattung, Internet und Stromverbrauch. Ein generell höheres Gehalt im Gegenzug für die Tätigkeit im Homeoffice erwarten hingegen lediglich 19,5 Prozent der Befragten.

Die zahlreichen Lockdown-Wochen, die sozialen Isolation sowie die strikten, freiheisbeschränkenden Regelungen, schlugen auf die Psyche der Bevölkerung. Jeder Vierte (25 %) würde sich wünschen, dass sein Arbeitgeber ein freiwilliges Angebot für ein Gespräch mit einem Psychologen unterbreitet. Rund 45 Prozent möchten dies jedoch ausdrücklich nicht. Tatsächlich bereits angeboten wird ein solches Beratungsgespräch erst einem Prozent der Befragten.

Sehr eindeutig fällt die Antwort auf die Frage aus, ob Homeoffice klar im Arbeitsrecht berücksichtigt werden sollte: 80,5 Prozent sind dieser Meinung, während sich lediglich 4 Prozent der Befragten dagegen aussprechen.

Zur Studie

Die Studie „Wie bewerten wir Fernarbeit nach einem Jahr Pandemie?“ des Webinar- und Videokonferenzspezialisten ClickMeeting basiert auf einer repräsentativen Online-Umfrage unter 731 Personen in der DACH-Region im April 2021.

Hier geht es zur kompletten Studie

(ID:47464141)