Channel Fokus: Sovereign Cloud Souveräne Cloud: Mythen und Missverständnisse

Von Dr. Stefan Riedl 1 min Lesedauer

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Souveränität in Sachen Cloud Computing ist ein Spektrum, eine Frage des Blickwinkels, und die Cloud-Debatte verläuft dazu in Schubladen, die teilweise falsch beschriftet sind. Die Positionen gehen weit auseinander.

Wenn es um Cloud-Souveränität geht, werden häufig die falschen Fragen gestellt.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Wenn es um Cloud-Souveränität geht, werden häufig die falschen Fragen gestellt.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Wer über souveräne Cloud spricht, landet schnell beim „US Cloud Act“. Europäische Anbieter führen das Gesetz regelmäßig ins Feld, wenn sie den US-Hyperscalern die Souveränität absprechen wollen. Die Gegenseite hält dagegen: Microsoft und AWS betonen, dass Behörden nur mit richterlicher Verfügung und unter strengen rechtlichen Auflagen Zugriff auf Daten erhalten. AWS gibt außerdem an, seit 2020 keine außerhalb der USA gespeicherten Kundeninhalte an die US-Regierung herausgegeben zu haben. Beides sind Selbstauskünfte, und die Rechtslage bleibt unübersichtlich. Regelungen wie FISA Section 702 und mögliche Folgeurteile zu Schrems sorgen für rechtliche Unsicherheit.

Cloud-Player und ihre Interessen in der öffentlichen Debatte

Dabei wird viel debattiert und jeder Player verfolgt naturgemäß eigene Interessen. Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe, hält weniger die Häufigkeit von Zugriffen für entscheidend als die Frage, ob die Gefahr überhaupt besteht. Telekom und Oracle machen Souveränität an Verträgen, Architektur, Betriebsmodell und Zugriffsrechten fest, nicht an der Herkunft eines Anbieters. Ionos und OVHcloud setzen auf Multicloud: Weniger kritische Workloads können beim Hyperscaler laufen, sensible Daten beim europäischen Anbieter. Wichtig sind dabei von Beginn an Portabilität und eine unabhängige Ausweichumgebung für den Ernstfall.

Kein Schwarzweißdenken in Cloud-Fragen

Gleichzeitig verfestigen Netzwerkeffekte, hohe Investitionen in Rechenzentren, niedrigere Strompreise in den USA, Patente, Quasi-Standards wie Amazon S3 und der stärkere Kapitalmarkt die Marktmacht der Hyperscaler. Herkunftssiegel oder Verbote ändern daran wenig. Auf unserer Microsite „Sovereign Cloud“ erfahren Sie, warum es weder die „gute“ europäische noch die „böse“ amerikanische Cloud gibt. Er erklärt auch, weshalb sich Souveränität am besten auf Daten- und Workload-Ebene bewerten lässt: Gegenüber wem, für welche Daten und mit welchem Restrisiko?

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