Das neue Management von SOS Software Service mit Alexander Wacker und Philipp Niemann möchte den VAD einmal umkrempeln durch neue Services, Stärkung des Security-Segments und anorganisches Wachstum. Wie das gelingen soll.
Noch führen (v. r.) Alexander Wacker und Philipp Niemann gemeinsam mit Marc Gloning und Joaquim Moreira dos Santos die Geschäfte des Unternehmens. Ab 2026 machen sie dann als Führungsduo weiter.
Bis Ende des Jahres haben die beiden neuen Geschäftsführer die Ehemaligen an ihrer Seite und streben einen fließenden Übergang an. Im neuen Jahr 2026 geht es dann als alleiniges Duo weiter. Die Rollenverteilung ist dabei folgendermaßen definiert: „Alexander kommt aus dem Vertrieb und hat das Netzwerk zum Markt. Er wird in seiner bisherigen Rolle eine größere Verantwortung tragen und als Entscheidungsträger auftreten – entscheiden, welche Marken und Themen angegangen werden“, erklärt Philipp Niemann die Aufgabenteilung. „Das ist ein super Asset, dass wir jemanden haben, der die Markterfahrung mitbringt, die Branche kennt, mit Menschen gut umgehen kann und die Mannschaft hinter sich weiß“, schätzt Niemann seinen Kollegen. Wacker ist seit über 15 Jahren Teil von SOS Software Service. Zunächst als Vertriebsleiter bei SOS tätig, wird er auch weiter direkt am Markt agieren, aber mit einer erweiterten Verantwortung.
Niemann verantwortet den strategischen Teil: Business Development, Automatisierung – das Unternehmen beschäftigt zehn Entwickler – und die grundsätzliche Frage, wohin die Reise geht. „Ich übernehme stärker den strategischen Part, während Alexander Wacker vor allem der am Kunden und Markt mit der Mannschaft Umsetzende ist“, fasst Niemann zusammen.
Anorganisches Wachstum mit Augenmaß
Dass die neue Geschäftsführung nicht nur verwalten, sondern gestalten will, zeigt sich an den ambitionierten Wachstumsplänen. „Anorganisches Wachstum steht im nächsten Jahr groß auf der Agenda. Wir möchten Zukäufe machen, aber kulturell passend und mit einem strategischen Konzept“, kündigt Niemann an. Im Fokus stehen dabei vor allem Unternehmen, die das Service-Portfolio im Security- und Infrastructure-Bereich erweitern können. Besonders das Security-Segment hat der VAD dabei ins Auge gefasst und zum Aufbau der Sparte Miro Milos an Bord geholt.
Doch die beiden Geschäftsführer gehen besonnen vor. „Es muss erst mal eine Firma sein, die zu uns passt – idealerweise in einem Setup, wo es menschlich funktioniert“, betont Wacker. Dabei visiert die neue Geschäftsführung in erster Linie die DACH-Region an.
Das Vorgehen: „Wir üben erst mal in kleinen Schritten. Unser Ziel ist gesundes Wachstum. Es gibt Ansätze im Markt, wo Leute kaufen, um zu kaufen. Wir sagen: Integrieren, fertig machen, lernen wie man das gut macht – und dann vielleicht den nächsten Zukauf angehen.“
Zustimmung beim Change
Diese Ziele und Veränderungen stoßen im Team auf Zuspruch, wie sich zeigt. In nur sieben Monaten haben Niemann und Wacker tiefgreifende Veränderungen umgesetzt, ohne einen einzigen Mitarbeiter zu verlieren. Und die Mitarbeiterzufriedenheit stieg auf 80 Prozent. Beinahe die gesamte Belegschaft stimmt zu, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.
„Wir haben in den ersten Wochen ein Praktikum in jeder Abteilung gemacht, um alles genau zu verstehen. Wenn man wachsen will, bringt es nichts, das auf einem wackligen Fundament zu tun“, erklärt Niemann den Ansatz. Die neue Geschäftsführung führte ein komplett neues CRM-System ein und implementierte teilweise ein neues ERP-System – alles mit der Mannschaft. „Wir sind sehr transparent bei Informationen, beteiligen bei Entscheidungen und nutzen regelmäßige Surveys für Feedback“, ergänzt Alexander Wacker.
Von der Chefetage zur Chef-WG?
Dass es den neuen Geschäftsführern ernst ist mit Transparenz und Miteinander, zeigt eine symbolträchtige Anekdote. „Die alten Geschäftsführer hatten jeder ein Büro mit Glaswänden. Wir haben einen davon zum Konferenzraum gemacht und sitzen nun zu viert in der ‚Chef-WG‘“, schmunzelt Wacker.
Gleichzeitig wurde darauf geachtet, die traditionellen Werte beizubehalten. „Das Erste, was wir gemacht haben, war eine neue Küche zu bauen und zu streichen. Wir fördern das Miteinander“, nennt Niemann. Dazu kam ein neues Bonussystem mit höherer Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter.
Herausforderungen im Blick
Und wie die neue Leitung den aktuellen Herausforderungen – wie das wachsende Interesse an Cloud Marketplaces – begegnen möchte, ist ebenso klar. „Wir werden uns perspektivisch nicht über den besten Preis durchsetzen können. Das ist eine Illusion“, gibt Niemann zu. „Daher positionieren wir uns über Serviceangebote, Kompetenz und tieferes Verständnis. Der Security-Bereich bietet ein Riesenfeld dafür, aber auch KI.“
Stand: 08.12.2025
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Besonders interessant ist die neue Rolle als Go-to-Market-Plattform für Hersteller. SOS Software Service will kleineren und mittleren Softwareanbietern den Markteintritt in Deutschland damit erleichtern. „Das Feedback vom Markt ist invers: Die Hersteller wollen zu uns, weil sie jemanden haben, der vor Ort ist, die Sprache spricht und den Channel genau kennt“, weiß Niemann.