Security-Hersteller will Position bei Datensicherheit und -kontrolle stärken Sophos bietet 217 Millionen Euro für Utimaco und Safeguard-Marke

Redakteur: Stephan Augsten

Der Security- und Control-Hersteller Sophos beabsichtigt, mit der Utimaco Safeware AG einen direkten Konkurrenten in den Bereichen eMail-Security, Datensicherheit und -kontrolle sowie Verschlüsselung zu übernehmen. Für einen Gesamt-Erwerbspreis von 217 Millionen Euro steht damit der Verkauf eines der letzten nationalen IT-Security-Spezialisten zur Debatte.

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Fällt die letzte große Bastion? Sophos plant, die in Oberursel ansässige Utimaco Safeware AG zu übernehmen.
Fällt die letzte große Bastion? Sophos plant, die in Oberursel ansässige Utimaco Safeware AG zu übernehmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf Senior-Management-Ebene haben zwischen Sophos und Utimaco erste Gespräche im Hinblick auf ein mögliches Übernahmeangebot durch Sophos stattgefunden. Auf Basis dieser Gespräche hat Utimaco der Sophos ermöglicht, eine eingeschränkte Due Diligence durchzuführen, um den Wert des Unternehmens aufgrund detaillierter Informationen genauer zu bestimmen.

Derzeit plant Sophos, ein Barangebot von 14,75 Euro pro Utimaco-Aktie abzugeben. Gegenüber dem Schlusskurs (7,68 Euro) vom Freitag, 25. Juli, entspräche das einem Aufschlag von 92 Prozent. Verglichen mit dem durschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate liegt der Aufschlag bei 61 Prozent.

Seit der Bekanntgabe der Übernahmeabsichten bewegt sich der Kurs der auf dem Xetra-Index geführten Utimaco-Aktie um etwa 14 Euro. Dies entspricht einer Wertsteigerung von 82,3 Prozent, verglichen mit dem Schlusskurs der vergangenen Woche.

Utimaco als eigene Unterabteilung für Data Security

Mit dem geplanten Zusammenschluss will Sophos seine Position im Bereich der Datensicherheit und -kontrolle stärken. Nach einem erfolgreichen Abschluss soll Utimaco eine auf Datensicherheit fokussierte Geschäftseinheit innerhalb der Sophos-Gruppe bilden. Die Safeguard-Produktmarke will Sophos unter seinem eigenen Brand beibehalten.

Parallel zu den Übernahmegesprächen hat Sophos mit Investcorp Technology Partners, dem größten Aktionär der Utimaco, eine Vereinbarung zur Übernahme seines 24,99-prozentigen Anteils an der Utimaco gegen Barmittel sowie die Ausgabe Sophos-Aktien abgeschlossen.

Die Annahmefrist im Rahmen des Übernahmeangebotes soll laut Sophos voraussichtlich im August beginnen. Der Security-Hersteller rechnet mit einem Abschluss des Übernahmeangebotes im Oktober.

Unabhängig von dem möglichen Übernahmeangebot haben Utimaco und Sophos einen Reseller-Vertrag für Safeguard Enterprise abgeschlossen. Zudem wurde eine die gegenseitige Empfehlung für alle Produkte beider Unternehmen vereinbart.

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