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Deutschland hinkt mal wieder hinterher Software-Entwickler werden zu Führungskräften

Autor: Heidemarie Schuster

Laut einer Studie der Payment-Plattform Stripe spielen Entwickler weltweit eine immer größere Rolle bei Unternehmensentscheidungen. Sie werden gerne unterschätzt, haben aber immer mehr Einfluss.

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Entwickler werden in Deutschland gerne unterschätzt.
Entwickler werden in Deutschland gerne unterschätzt.
(Bild: Pixabay)

Das Profil des Software-Entwicklers entwickelt sich auf der ganzen Welt weg vom reinen Techniker hin zur Führungskraft. Das zeigt eine Studie von Stripe, bei der es um die Aufgaben von Entwicklern in Unternehmen geht. Die Umfrage, die gemeinsam mit The Harris Poll erhoben wurde, zeigt, dass weltweit 54 Prozent der Entwickler in den letzten fünf Jahren eine wachsende Rolle bei wichtigen Unternehmensentscheidungen in ihrem Betrieb spielten.

In Deutschland geht allerdings dieser Trend deutlich langsamer voran als in den USA, Großbritannien, Frankreich, Singapur und Australien:

  • Nur 18 Prozent der in Deutschland Befragten geben an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Weltweit waren es knapp ein Viertel. 6 Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass Entwickler-Input bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde.
  • 14 Prozent sagen, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren sogar abgenommen hat. Im internationalen Vergleich sagten das nur 10 Prozent.
  • Der Geschäftsführung mangele es an technischem Fachwissen, geben 34 Prozent der deutschen Befragten an (Durchschnitt: 32 Prozent).
  • 44 Prozent geben an, dass ihr Unternehmen die falsche Produkt-Roadmap habe, weil es in der Planung an ausreichendem Input von Entwicklern fehle (Durchschnitt: 39 Prozent).

Wo hakt es in Deutschland?

Deutsche Unternehmen neigen laut Stripe dazu, veraltete Technologien sowie Tools zu verwenden, und nicht ausreichend Entwickler zu beschäftigen. Auch bei den Antworten in diesem Bereich schnitt Deutschland schlechter ab als die anderen fünf Länder:

  • 25 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass Entwickler in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen erhalten, die sie für eine effektive Arbeit benötigen.
  • 55 Prozent sagen, dass Entwickler sich zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren müssen.
  • 39 Prozent sagen, dass falsche Priorisierung in ihrem Unternehmen ihre größte Herausforderung ist.
  • 69 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge.

Dies hat negative Auswirkungen auf die Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen – einen der wichtigsten Vorzüge der deutschen Wirtschaft. Denn: Deutsche Unternehmen bringen zwar am häufigsten neue Produkte auf den Markt – nämlich alle ein bis drei Monate, wie 47 Prozent der Befragten angaben (weltweit sind es nur 39 Prozent). Jedoch sagen 16 Prozent, dass die Geschwindigkeit beim Launch neuer Produkte in den letzten fünf Jahren abgenommen hat – dies ist der höchste Wert aller untersuchten Länder (10 Prozent weltweit).

„Mit unserer Studie wollten wir zeigen, dass Entwickler eine oft unterschätzte Ressource in Unternehmen sind, deren Einfluss aber überall zu steigen beginnt. Dass Deutschland in so vielen Punkten schlechter als der internationale Vergleich abschneidet, hat uns dabei allerdings überrascht. Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen", sagt Felix Huber, Nordeuropachef von Stripe.

Zur Studie

Die Studie wurde von The Harris Poll im Auftrag von Stripe zwischen dem 26. Oktober und dem 4. Dezember 2017 online durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.440 fest angestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTOs und CIOs in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien. In Deutschland wurden 279 Personen befragt.

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