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Kommentar: Was sind schon 6.000 Prozent?
Als die Apple-Aktie Anfang 2003 noch weniger als zehn US-Dollar kostete, wollte sie keiner haben. Jetzt kratzt sie an der 600-Dollar-Grenze und die Leute kaufen wie verrückt. Die Antizykliker unter den Börsianern, die 2003 gekauft haben und auf schier unglaublichen Gewinnpositionen sitzen, sprechen abfällig vom Herdentrieb und davon, dass man eine Aktie lieber dann kaufen soll, wenn alle anderen sie loswerden wollen. Die jetzigen Käufer trauen Apple aber noch weitere Superlative zu. Warum auch nicht: 829 US-Dollar kostet Apples 4G-Variante des iPads mit 64 Gigabyte Speicher. Die Herstellungskosten inklusive Material taxieren die Marktforscher von IHS iSuppli auf 409 US-Dollar.
Nur das Unternehmen mit dem angebissenen Apfel hat echte „Jünger“, die nächtelang vor den Geschäften Schlange stehen, um am nächsten Tag eines der ersten Exemplare zu bekommen. In China kam es sogar zu Schlägereien, als nicht alle Fans das iPhone 4S in Shanghai und Peking nach nächtelangem Anstehen kaufen konnten.
Für mich steht das sinnbildlich für all die Übertreibungen im Apple-Markt. So genial die Produkte auch de facto sein mögen – ich kann mir gut vorstellen, dass die Konkurrenz aufholt und in nächster Zeit etwas Luft aus dem Apple-Universum nimmt. So könnten viele Kunden aus Netzwerkgründen Windows-8-Tablets bevorzugen. Und jeder Patzer im Produkt-Design nimmt Apple etwas von der Illusion der Unfehlbarkeit. Dem iPad 3 wird beispielsweise in der Presse ein Hitzeproblem unterstellt. 
Das neue, hochauflösende Display könne Spiegeleier braten oder das Gerät habe eine „Toast-Funktion“, heißt es hämisch. So etwas nagt am Apple-Zauber, den man nicht in Produktspezifikationen ausdrücken kann. Die Antizykliker an der Börse würden sagen: Wenn Image und Marktwert weit oben sind, steigt das Risiko, dass sie fallen.
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