Intel stellt erste Core-CPUs der sechsten Generation vor Skylake für Spieler

Redakteur: Klaus Länger

Intel hat den Vorhang vor Skylake, der nächsten Prozessorgeneration, ein Stück weit gelüftet. Die CPU-Schmiede stellte zwei speziell für Gaming-PCs bestimmte Modelle vor: Den Core i7-6700K und den i5-6600K.

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Die Skylake-CPUs i7-6700K und i5-6600K sind die ersten Vertreter der sechsten Core-Generation von Intel.
Die Skylake-CPUs i7-6700K und i5-6600K sind die ersten Vertreter der sechsten Core-Generation von Intel.
(Bild: Intel)

Bei den Prozessoren für leistungsstarke Desktop-PCs lässt Intel den Broadwell-Schritt offensichtlich aus und setzt stattdessen mit Skylake gleich auf die nächste Prozessorgeneration. Mit Broadwell und dessen vorgezogenem Ableger Core M hat Intel bei der Fertigung auf den 14-Nanometer-Prozess umgestellt. Nun folgt mit Skylake der nächste größere Architekturschritt und auch eine neue Plattform. Denn er kommt wieder mit einem neuen Sockel (LGA 1151 bei Desktop-Modellen), neuen Chipsätzen der 100er-Serie und vor allem der Unterstützung von DDR4-Modulen. Mit denen konnten bisher nur die sehr teuren Haswell-E-Prozessoren für den Sockel 2011-3 umgehen.

Intel nutzte die Gamescon in Köln als Bühne für die Präsentation des Core i7-6700K und den i5-6600K. Beide Prozessoren warten mit jeweils vier Cores auf, der i7 beherrscht zusätzlich noch Hyperthreading. Für den i7-6700K gibt Intel einen Basistakt von 4,0 und einen Turbo-Takt von 4,2 GHz an, der i5-6600K arbeitet mit 3,5 und 3,9 GHz. Der Buchstabe „K“ in der Typenbezeichnung weist darauf hin, dass es sich um „offene“ Prozessoren handelt, also ein Übertakten auch durch das Anheben des sonst nach oben gesperrten Taktmultiplikators möglich ist. Das Übertaktungspotential der Prozessoren dürfte auch davon profitieren, dass Intel bei Skylake die bei Haswell und Broadwell auf der CPU integrierten Spannungsregler wieder herausgenommen hat. Sie sitzen nun wieder auf dem Mainboard und lassen sich dort auch besser kühlen.

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Beide CPUs verfügen auch über eine neue integrierte Grafikeinheit mit laut Intel höherer Leistung, der HD-Grafik 530. Die meisten Spieler dürfte das aber nur peripher interessieren, da die Prozessorgrafik für anspruchsvollere Spiele immer noch viel zu langsam ist.

Der im Prozessor integrierte Memory-Controller verfügt wie bei Haswell und Broadwell über zwei Speicherkanäle, unterstützt aber nun neben DDR3L auch DDR4 für den Hauptspeicher. DDR4 ist mit 2.133 MHz Taktfrequenz nicht nur schneller als DDR3, sondern durch seine niedrigere Kernspannung von 1,2 Volt auch noch sparsamer.

Insgesamt sollen die Skylake-Prozessoren im Vergleich zu ihren direkten Haswell-Vorgängern etwa zehn Prozent mehr Leistung liefern. Das rechtfertigt sicher kein Upgrade, die etwa 30 Prozent Mehrleistung gegenüber einem drei Jahre alten System schon eher. Intel gibt für die beiden neuen Prozessoren Preise von 350 und 243 US Dollar an.

Zu weiteren Neuerungen in der Skylake-Architektur hat sich Intel noch nicht geäußert, hier muss man auf das Intel Developer Forum am 18. August warten.

Neue Plattform mit mehr Power

Der Prozessor selbst ist auch nur ein Baustein, wenn es um mehr Leistung geht. Der zweite ist die passende Plattform. Bei den bisherigen Mainstream-Prozessoren von Intel wurde die begrenzte Anzahl schneller PCI-Express-3.0-Lanes immer mehr zu einer Einschränkung. Die 16 Lanes des Prozessors sind durch eine oder zwei Grafikkarten bereits belegt, die bisherigen Chipsätze der Serie 8 oder 9 stellen nur acht PCI-Express-2.0-Lanes bereit. Das reicht beispielsweise für schnelle SSDs mit PCI-Express-Anbindung nicht aus.

Das Nadelöhr ist bei den bisherigen CPUs die DMI-2.0-Verbindung (Direct Media Interface) zum Chipsatz. Als Verbindung zwischen den Skylake-Prozessoren und deren Z170-Chipsatz dienen nun vier DMI-3.0-Lanes mit einer etwa 40 Prozent höheren Bandbreite gegenüber DMI 2.0.

Damit stellt der Chipsatz nun nicht nur genügend Bandbreite für schnelle PCI-Express-SSDs bereit, sondern auch für USB 3.1 Gen2. Diesen USB-Standard mit 10 GBit/s, also verdoppleter Bandbreite, unterstützen allerdings auch die neuen Intel-Chipsätze nicht nativ, sondern es ist ein Zusatz-Chip notwendig. Intel selbst hat dafür einen Baustein mit dem Namen Alpine Ridge im Programm, der zusätzlich auch noch Thunderbolt 3 unterstützen wird.

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