Telefonanschluss via Voice over IP contra Session Initiation Protocol Sipgate äußert sich kritisch über Next-Generation-Network-Dienste

Redakteur: Florian Karlstetter

Indigo Networks, Anbieter von SIP-basierten Kommunikationslösungen, hat sich über die voranschreitende Abschaltung herkömmlicher Telefonnetze kritisch geäußert. Viele Anbieter, darunter Arcor, Hansenet und in Zukunft auch die Deutsche Telekom planen künftig, Telefonate nur noch über das IP-Netz abzuwickeln.

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Bei künftigen Next Generation Network-Lösungen (NGN) ist der Telefonservice fest an den Breitbandanschluss gekoppelt. Dies bringt nach Ansicht von Sipgate/Indigo Networks den Kunden weit weniger Vorteile, als dies die Anbieter von NGN-Lösungen zugeben mögen.

Folgt man den Ausführungen von Sipgate werden Endkunden weitgehend zur Nutzung von NGN-basierter Teleofnie „gezwungen“, da die Betreiber-Hardware den Einsatz anderer VoIP-Dienste in der Regel nicht duldet. So soll es in Zukunft beispielsweise nicht mehr möglich sein, über alternative Anbieter kostengünstig in Mobilfunk- oder ausländische Netze telefonieren zu können, gleiches gilt für die weltweite Erreichbarkeit unter der Ortsrufnummer.

Bei der NGN-Nutzung kommt das so genannte Integrated Access Device (IAD) zum Einsatz, an das das heimische Festnetz-Telefon angeschlossen wird. Nach Angaben von Sipgate werden VoIP-fähige Telefone, die über zusätzliche QoS-Dienste verfügen in diesem Verbund jedoch nicht unterstützt. Zukünftig unbrauchbar sollen mit NGN darüber hinaus auch GSM- und WiFi-Handys werden.

Das SIP-Protokoll, auf dem auch die Kommunikationslösungen von Sipgate aufbauen, basiert auf offenen Standards und wird ständig weiterentwickelt. So sollen neue Wideband-Codecs inzwischen sogar eine Sprachgüte auf HiFi-Niveau erlauben.

Letzlich sieht Sipgate in NGN-Lösungen für Festnetz-Kunden eher einen technischen Rückschritt, da die mobile Nutzung des Anschlusses künftig ebenso wenig möglich sein soll wie die freie Wahl des Engerätes.

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