Ausbau des Lösungsgeschäfts Siewert & Kau: Hardware-Händler aus Leidenschaft

Redakteur: Michael Hase

Siewert & Kau passt das Geschäft an einen sich dynamisch verändernden Markt an. Als Komponentenspezialist vor 20 Jahren gestartet, vertreibt der Distributor inzwischen mehr und mehr fertige Produkte und arbeitet aktuell am Ausbau des Lösungsgeschäfts. Bei allem Wandel bleibt aber eines unverändert, wie die Bergheimer betonen: ihre Leidenschaft für den Hardware-Handel.

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Holger Kau (links), Björn Siewert (Mitte) und Oliver Kau haben Siewert & Kau vor 20 Jahren gegründet und bilden nach wie vor das Führungstrio des Distributors.
Holger Kau (links), Björn Siewert (Mitte) und Oliver Kau haben Siewert & Kau vor 20 Jahren gegründet und bilden nach wie vor das Führungstrio des Distributors.
(Bild: Siewert & Kau)

Siewert & Kau ist derzeit eine Baustelle. Seit Mai wird am Hauptsitz im rheinischen Bergheim die zehnte Lagerhalle des Distributors errichtet. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Damit erhöht sich die Lagerkapazität des IT-Großhändlers von knapp 20.000 auf nahezu 30.000 Quadratmeter. Außerdem entstehen 1.000 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche.

Eine Baustelle ist Siewert & Kau aber auch im übertragenen Sinne. Im Oktober 2013 teilte sich das Unternehmen formal in drei operativ eigenständige Gesellschaften, die sich auf Distribution, Logistik und Services konzentrieren. Ziel der Aufspaltung war es, drei Einheiten zu schaffen, die fokussierter am Markt agieren können als eine einzige Gesellschaft. Im Kern ging es laut Geschäftsführer und Mitgründer Björn Siewert darum, „unsere Ressourcen zu bündeln und unser Know-how in drei Kompetenz-Center aufzugliedern“. Mit den neuen Strukturen sieht sich das Unternehmen besser in der Lage, auf die Anforderungen eines IT-Markts zu reagieren, der sich schneller denn je verändert.

Während der vergangenen Monate waren die Bergheimer nach Auskunft Siewerts damit beschäftigt, die Organisation im Detail neu zu ordnen und die Prozesse sauber aufeinander abzustimmen. Unterm Strich seien die bisherigen Erfahrungen mit den neuen Strukturen positiv, berichtet der Unternehmer im aktuellen Gespräch mit IT-BUSINESS (siehe auch Interview). Das Projekt ist aber längerfristig angelegt und noch nicht abgeschlossen.

Kerngeschäft IT-Großhandel

Der IT-Großhandel bleibt das Kerngeschäft des Unternehmens. Für die Fachhandelspartner soll sich dort nichts Wesentliches ändern. Vielmehr konzentriert sich der Distributor darauf, das Portfolio gezielt zu erweitern und das Lösungsgeschäft auszubauen.

Logistik- und Service-Einheit sollen verstärkt Kunden außerhalb der IT-Branche adressieren. Tatsächlich lagert und versendet Siewert & Kau schon seit geraumer Zeit IT-fremde Produkte. Die Ausweitung resultiert aus der wachsenden Zusammenarbeit mit Etailern, die neben klassischen Fachhändlern und Systemhäusern zur Klientel des Distributors zählen. Viele Online-Shops, die ursprünglich PCs und verwandte Produkte anboten, haben ihr Portfolio mittlerweile auf Bereiche jenseits der IT ausgedehnt.

Neue Zielgruppen im Blick

Künftig wollen die Rheinländer ihre logistischen Leistungen weiter für Fremdunternehmen öffnen und aktiv an neue Zielgruppen vermarkten. Dafür wird allerdings die zusätzliche Lagerfläche der neuen Halle benötigt, da die bisherige Kapazität weitgehend ausgelastet ist. Parallel zum Neubau führt das Unternehmen eine Lagerverwaltungs-Software ein, um Prozesse noch effizienter zu gestalten. Der Distributor steuerte die Logistik bislang über sein ERP-System.

Ähnlich stellt sich die Service-Gesellschaft auf, wo der Großhändler verschiedene Back-Office-Dienste wie Marketing und Rechnungsstellung ebenso wie technische Leistungen in puncto Shop-Systeme oder Elektronischer Datenaustausch (EDI) bündelt. Solche Kompetenzen bieten sich nach Überzeugung von Siewert & Kau geradezu dafür an, Nicht-IT-Kunden beim Einstieg in den E-Commerce zu unterstützen.

Lesen Sie weiter, wie der Distributor das Lösungsgeschäft vorantreibt.

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