Nikolas Schran ist bei G Data zurück und bringt grundlegende Veränderungen mit: Das Direktgeschäft wird eingestampft, Channel First wird aktiv vorangetrieben. Im Gespräch mit IT-BUSINESS erklärt er, welche Schritte jetzt notwendig sind.
Bereits in den ersten Monaten zurück bei G Data setzt Nikolas Schran die Segel für das Partnergeschäft neu: Kommunikation und Beziehungen sollen gestärkt werden.
Nikolas Schran, Vice President Sales & Marketing bei G Data
(Bild: G DATA CyberDefense AG)
Das aktuelle Partnerprogramm stammt noch aus dem Jahr 2017 und das kann eine kleine Ewigkeit in der IT-Welt sein. Damals war von Security Operations Center (SOC) noch keine Rede, Managed Security Services steckten in den Kinderschuhen. Heute übernehmen Partner völlig andere Aufgaben, sind tief in die IT-Strategie ihrer Kunden eingebunden und agieren als strategische Berater. „Unser bisheriges Partnerprogramm wird diesen Anforderungen nicht gerecht“, schlussfolgert Schran.
Das neue Programm setzt konsequent auf Channel First. Als Grundidee verfolgt Schran den Ansatz, dass keiner den Kunden besser kennt als die Partner selbst. Und während die Partner den perfekten Zeitpunkt für eine Implementierung kennen, kennt G Data die eigenen Produkte in- und auswendig und kann diese dann gemeinsam mit dem Dienstleister präsentieren. Hand in Hand sollen so Projekte schneller und mit einer größeren Reichweite abgeschlossen werden.
Hier hakt es aktuell aber noch, wie Schran durchblicken lässt. Die Kommunikation läuft nicht reibungslos, Partner fragen skeptisch: Warum soll jetzt die Zusammenarbeit plötzlich besser werden? Schran gibt zu: „Diese Frage beantworten wir bisher nicht gut genug.“ Das neue Partnerprogramm soll deshalb schwarz auf weiß festhalten: G Data arbeitet mit Partnern zusammen, nie an ihnen vorbei. „Das war auch früher schon der Fall“, so Schran. „Wir hatten traditionell aber schon immer sehr viele Direktkunden. Diese sind viele Jahre im Vorfeld entstanden. Wir haben auch Kunden, die als Consumer im Online-Shop angefangen und sich dann hochgearbeitet haben. Trotzdem sagen wir jetzt ganz klar, dass unser Commitment zum Channel viel stärker geworden ist.“
Schran will bewusst Vielfalt einbauen und das Partnerprogramm flexibel gestalten. Statt eines starren One-Size-Fits-All-Modells soll das neue Programm Partnerstufen enthalten, die an den jeweiligen Partner angepasst sind. Betrachtet man beispielsweise Managed Service Provider (MSP), dann erkennt man eine klare Entwicklung: Früher gab es Partner, die den richtigen Monitor, die richtige Maus und die richtige Software für den Arbeitsplatz bereitstellten. Heute verstehen sich die Partner als MSP und stehen damit als strategischer Unterstützer an der Seite von IT-Teams. Hier müsse man als G Data noch „nachschärfen“, betont Schran. „Deshalb müssen wir auch entsprechend der verschiedenen Produkte ganz klar kategorisieren. Wir müssen dem Partner die Hilfestellung geben, die er braucht.“ Das bedeutet konkret, dass es verschiedene Wege gibt, die zu einem entsprechenden Partnerstatus führen. Diese sind angepasst an die Stärken und Möglichkeiten der Partner selbst.
Wir haben viele tolle Partner. Wir machen nur nicht mit allen den richtigen Umsatz.
Nikolas Schran, Vice President Sales & Marketing, G Data Cyberdefense
Um die neue Strategie umzusetzen, stockt G Data auch gezielt das Personal auf. Das bereits bestehende Partnerteam wird dediziert erweitert. Beispielsweise wird es aus dem Marketing Mitarbeiter geben, die explizit Partner in ihrem Marketing unterstützen. „Wenn ein Partner von sich aus sagt, ich bin bereit, eine Kundenveranstaltung zu machen, dann braucht er auch unseren Support, wenn wir das Thema mittragen sollen. Sei es beim Einladungsmanagement oder bei anderen Aufgaben“, sagt Schran. Das seien dann meist „simplifizierte Themen“, so dass sich der Partner weiterhin auf das Kerngeschäft fokussieren kann, wie unter anderem die Kundenbetreuung.
Dabei verfolgt der Marketing-Leiter auch ein ehrgeiziges Ziel: Bei allen Partnern soll in den kommenden Monaten eine bessere Beziehung und bessere Kommunikation aufgebaut werden. Über mögliche Marketplace-Partner wird dabei auch nachgedacht, wie Schran verrät: „Ich glaube immer: Weniger kann auch mehr sein. Ich sehe uns nicht auf allen Marketplaces, aber manche könnten gut zu uns passen.“
Beim Thema Distribution hält sich der Hersteller allerdings weiterhin zurück, da dies aktuell kein „gangbarer Weg“ in Deutschland sei.
Nachfrage nach lokalen Lösungen
Schran hat ambitionierte Ziele und zeigt sich zuversichtlich: „Ich glaube bedingungslos daran, dass es nie eine bessere Zeit gab, bei G Data zu sein.“ Der Grund dafür liegt unter anderem auch an der veränderten Weltlage. Während sich die geopolitischen Spannungen verschärfen und immer mehr Unternehmen nach Digitaler Souveränität rufen, profitiert G Data von einem klaren Kernversprechen: Die Daten sind und bleiben in Deutschland. „Für den Kunden ist wichtig, dass die Menschen, die Zugriff auf seine Daten haben, in Deutschland sitzen und nirgendwo anders. Es ist also wichtig, dass die Daten, die wir haben, einzig in Deutschland verarbeitet werden“, fasst Schran zusammen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Außerdem spricht er davon, dass Europa deutlich unabhängiger mit sensiblen Daten umgehen sollte. Dafür wäre es grundlegend, sich von amerikanischen Produkten loszulösen. Aber ihm ist auch bewusst: „Das wird nicht von heute auf morgen gelingen. Wir müssen aber zumindest loslaufen. Jeden Tag, an dem wir es nicht tun, ist ein verlorener Tag.“
Wir müssen dem Partner die Hilfestellung geben, die er braucht.
Nikolas Schran, G Data CyberDefense
Mehr Umsatz, nicht mehr Partner
Die Veränderungen verfolgen ein klares Ziel: „Wir haben viele tolle Partner. Wir machen nur nicht mit allen den richtigen Umsatz“, so Schran. Bei gut 5.000 Partnern reicht die Palette von kleinen Dienstleistern, die eine Anwaltskanzlei betreuen, bis hin zu großen Dienstleistern wie Bechtle. Das Problem liege woanders, wie Schran offen zugibt: „Wir haben die Partnerlandschaft manchmal nicht gut genug behandelt und sie häufig allein gelassen.“ Anstatt die Landschaft also zu erweitern, soll der Umsatz pro Partner spürbar steigen und das nicht durch höhere Preise, sondern durch gemeinsam gewonnene Neukunden.
G Data Cyberdefense und die Partner sollen künftig als echte Einheit auftreten und gemeinsam die steigende Nachfrage nach Digitaler Souveränität bedienen. Die Marktbedingungen sind ideal. Jetzt muss das Bochumer Unternehmen nur noch zeigen, dass es diese Gelegenheit auch ergreift.