Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Canalys: Cybersecurity Market Q1 2020 Schlechte Aussichten für die IT-Security-Branche

| Autor: Melanie Staudacher

Im ersten Quartal 2020 erreichten die Gesamtinvestitionen auf dem weltweiten Markt für Computer- und Netzwerksicherheit 10,4 Milliarden US-Dollar. Das sind fast zehn Prozent mehr als im letzten Jahr, wie die Marktforscher von Canalys herausgefunden haben. Gleichzeitig prophezeien sie jedoch eine schwache zweite Jahreshälfte mit wenig Investitionen.

Firmen zum Thema

Während die erste Jahreshälfte für die IT-Security-Branche gut verlief, werden es die Anbieter in der zweiten Hälfte schwer haben.
Während die erste Jahreshälfte für die IT-Security-Branche gut verlief, werden es die Anbieter in der zweiten Hälfte schwer haben.
(Bild: Gajus - stock.adobe.com)

Halbzeit 2020 – Die Hälfte des Jahres ist vorbei und die Zahlen des ersten Quartals sind da. Während Sicherheitsanbieter zuerst von der Umstellung auf Fernarbeit, bedingt durch die Coronakrise, profitierten, werden sie es in nächster Zeit wohl nicht einfach haben.

Corona als Katalysator und Bremse

Durch die Verlagerung der Arbeitsplätze ins Homeoffice, hatten IT-Dienstleister, Hersteller und Lieferanten allerhand zu tun. Zu den größten Investitionsbereichen zählten laut Canalys die Netzwerk- und Endpoint-Sicherheit, Web- und E-Mail-Sicherheit, Datensicherheit sowie Schwachstellen- und Sicherheitsanalysen. Besonderes Gewicht hatte der Schutz von Endgeräten. Dieser machte im ersten Quartal 16,9 Prozent und damit einen Anteil von 15,4 Prozent am gesamten Cybersicherheitsmarkt aus. Auch im zweiten Quartal setzte sich dieser Trend fort und wurde durch die weltweiten Sperrmaßnahmen noch beflügelt. Der Bereich Netzwerksicherheit wuchs zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr so stark, lediglich um vier Prozent. Grund ist, dass das Geschäft mit Hardware-Geräten bei einigen Anbietern durch Lieferkettenprobleme beeinträchtigt wurde. Die Web- und E-Mail-Sicherheit sei gegenüber dem Vorjahr um 13,8 Prozent gestiegen, da Unternehmen die Nutzung von Cloud-basierten Diensten und Software-as-a-Service-Anwendungen, einschließlich Microsoft 365, weiter ausweiteten, so Matthew Ball, Chief Analyst bei Canalys.

Während andere Branchen wirtschaftlich enorme Schäden verzeichneten, wurden in der ersten Jahreshälfte 2020 insgesamt 10,4 Milliarden US-Dollar in Cybersicherheit investiert, 9,7 Prozent mehr als im ersten Quartal des Vorjahrs. Dennoch wird das weitere Wachstum des Marktes in der zweiten Jahreshälfte unweigerlich ausgebremst werden. IT-Budgets in Unternehmen werden neu bewertet und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage angepasst. Geplante Erhöhungen der Ausgaben für die Cybersicherheit werden laut Canalys in den nächsten 12 Monaten reduziert oder ganz gestoppt werden.

Ungemütlicher Ausblick

Führender Anbieter im ersten Quartal mit einem Anteil von 9,1 Prozent an den Gesamtinvestitionen war Cisco. Palo Alto Networks blieb mit einem Marktanteil von 7,8 Prozent dahinter, gefolgt von Fortinet mit 5,9 Prozent. Zu den stärksten fünf Security-Anbietern gehörten außerdem Checkpoint (5,4 %) und Symantec (4,7 %).

Diese und andere Anbieter von Cybersicherheitsdiensten reagierten schnell auf die Coronakrise und unterstützten Unternehmen mit erweiterten Zahlungszielen, kostenlosen Lizenzen und Testversionen. Ketaki Borade, Research Analyst bei Canalys ist sich sicher, dass ebendiese Anbieter profitieren werden, sobald Unternehmen ihre Cyber-Sicherheitsstrategien neu bewerten und neu priorisieren. Die Art der benötigten Cybersicherheitslösungen würde sich verändern, so der Spezialist, wobei der Schwerpunkt stärker auf Cloud-Sicherheit, Zero Trust und der Automatisierung von Richtlinien liegen würde. Nichtsdestotrotz sei es unwahrscheinlich, dass die Ausgaben für die Cybersicherheit vollständig vor Budgetkürzungen geschützt bleiben.

Canalys erwartet, dass sich die Wachstumsraten für den Rest des Jahres und bis ins Jahr 2021 hinein verlangsamen werden. In bestimmten Sektoren wird es jedoch einen gewissen Aufschwung geben, da kostenlos zur Verfügung gestellte Lizenzen und Software auslaufen und die Kunden auf kostenpflichtige Angebote zurückgreifen müssen. Die Nachfrage von KMUs nach Sicherheitslösungen ist ab Mitte des zweiten Quartals zurückgegangen, weniger Vorauszahlungen für mehrjährige Verträge werden in den nächsten Quartalen hinzukommen. Viele Anbieter hätten bereits einen Großteil ihres Geschäfts auf planbare Abonnementmodelle umgestellt, Anbieter mit außerbörslichem Eigenkapital würden versuchen ihre Kosten weiter zu senken und Startups ihre Exit-Pläne beschleunigen. Trotz all der Gegenmaßnahmen ist sich Borade sicher, dass dieser Abbruch des Wachstum alle Anbieter auf dem Markt betreffen werde.

(ID:46673345)

Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH