Ist Deutschland ein Innovationsversager? Diese provokante Frage stellt Scopevisio zum Auftakt des 10. Cloud Unternehmertags in Bonn. Ja, lautet die fast zu erwartende Antwort. Aber –Spoileralarm! – in bestimmten Bereichen ist Deutschland auch Innovationsgewinner.
Auf dem Cloud Unternehmertag kommen jährlich mehrere Hundert Geschäftsführer, Digital-Experten, Abteilungs- und IT-Leiter mittelständischer Unternehmen zum gemeinsamen Wissens-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch zusammen.
(Bild: JULIAN HUKE / Scopevisio)
Doch zurück zur Frage: Wie sieht es aus mit Deutschlands Innovationskraft? Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon, Gründer von Simon-Kucher & Partners, einer der gefragtesten Managementdenker weltweit, antwortet in seine Impulsvortrag klar mit „Ja“. Vor allem bei Consumer-Plattformen wie Facebook oder Youtube komme kein einziges Angebot aus Deutschland. Und auch in Zukunft werde da nichts zu erwarten sein, das international konkurrenzfähig sei, sagt Simon mit Blick auf z.B. Uber, ChatGPT oder SpaceX.
Prof. Dr. Hermann Simon ist der einzige Deutsche in der „Thinkers50 Hall of Fame“ der wichtigsten Managementdenker der Welt. Er zählt zu dem 100 einflussreichsten Intellektuellen in Deutschland.
(Bild: JULIAN HUKE / Scopevisio)
Was läuft da schief? Simon zählt eine Reihe Ursachen auf: keine Nachfrage für viele bahnbrechende Basistechnologien und Entwicklungen aus Deutschland oder Europa; fehlende Zusammenarbeit innerhalb der EU; ausufernde Bürokratie, die von subversiven Kräften auch als Hebel benutzt wird, Innovation zu verhindern und damit Unzufriedenheit mit dem überregulierten Staatsapparat zu schüren und Instabilität herbeizuführen. Doch auch die Liebe zu Produkten, die nur wenige faszinieren, aber dennoch hoch subventioniert werden – Cargolifter oder Transrapid seien nur zwei Beispiele, so Simon. So werde man nicht zu ernsthaften Konkurrenten.
Gewinner aus der zweiten Reihe
Fast versöhnlich setzt Prof. Simon hinter das deutliche „Ja“ noch ein „Aber“. Deutschland habe traditionell nur wenige weltweit bekannten Konsum- oder Konsumdienstleitungen hervorgebracht. Es fehlen große Namen wie Coca Cola, Proctor & Gamble oder Starbucks. Andererseits kommen viele Grundlagentechnologien aus deutschen Universitäten, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen. Beispielsweise das KI-Verfahren LSTM (Long Short-Term Memory (LSTM), das an der TU München entwickelt und u.a. in den Sprachassistenten Siri oder Alexa verwendet wird. Oder das wohl weltweit beste Übersetzungsprogramm DeepL. Oder – Prof. Simon fragt das Auditorium direkt: Wieviele Zulieferer hat Apple in Deutschland? – 767 lautet die richtige Antwort. Wer hätte das gedacht!
Die gut sichtbare Hightech „ist nur ein Teil der Welt“, sagt Simon und verweist auf den Bereich, in dem Deutschland auf jeden Fall Innovationsgewinner ist: Deep Tech. Hier spielen die „Hidden Champions“ aus Deutschland ihre Stärken aus, entwickeln Industriegüter und Dienstleistungen und sind damit in B-to-B-Märkten dominierend. „Wir sollten lernen, zwischen High Tech als spektakuläre, eher auf Massenmärkte ausgerichtete Technik, und Deep Tech unterscheiden. Unser Gebiet und unsere Stärke ist Deep Tech. Können wir damit leben? Ja, wir haben auch in der Vergangenheit schon damit gelebt und dürfen durchaus vor diesem Hintergrund auch positiv in die Zukunft blicken.“
Ein versöhnliches Schlusswort des Professors und gelungene Überleitung zum nächsten Programmpunkt. Die Digitalexperten und Buchautoren Dr. Carsten Hentrich und Michael Pachmajer haben die „Erfolgsbausteine für zukunftssichere Unternehmen“ identifiziert und erörtern diese im Expertentalk mit Alexander Kintzi, CSO und Vorstand bei Scopevisio.
Der Moment der Wahrheit
Expertentalk mit (v.l.) Michael Pachmajer, Alexander Kintzi und Dr. Hentrich: Keiner kann sich darauf verlassen, dass ein erfolgreiches Geschäftsmodell immer Fortbestand hat.
(Bild: Vogel IT-Medien / ewg)
Die Welt verändere sich mit hoher Geschwindigkeit. Unvorhergesehene Krisen forderten besonders den Mittelstand heraus. Jetzt, wenn nicht wann dann, müssten sie den Mut haben, sich auszuprobieren, und ihre Wertschöpfungsmodelle neugestalten. Für Hentrich und Pachmajer stehen die Signale auf Veränderung. Die Zeit sei reif, dass Unternehmen sich der Frage stellen: „Was wollen wir in Zukunft für ein Unternehmen sein?“ – der Moment der Wahrheit, so die Autoren. Der „Business Enabler IT“ senke nicht nur Kosten oder baue technische wie organisatorische Silos ab, sondern trage zur zukunftsfähigen Wertschöpfung über neue Services und daten-getriebene Geschäftsmodelle bei.
Doch, so die Warnung, das Investment in die IT führe alleine nicht zum Erfolg. Wichtig sei es, den Kulturwandel im Unternehmen herbeizuführen. Gemeinsam – multi-disziplinar und abteilungsübergreifend – Zukunftsbilder entwickeln. Menschen mit ihrer ganzen Kompetenz einbeziehen. Muster, wie Wertschöpfung im Digitalzeitalter funktioniert, erkennen. Eigene Innovationsteams installieren. An diesem Punkt brandet Applaus auf.
Cloud Computing, so Hentrich und Pachmajer, biete Unternehmen die Chance, sich von der Technik zu befreien und auf andere Themen zu fokussieren und Change-Prozesse einzuleiten. Und Software wie Scopevisio stehe zur Verfügung, um Dinge zu optimieren und Freiräume zu schaffen. „Haben Sie den Mut, neue Dinge zu tun“ – diese Aufforderung ist direkt an die Teilnehmer des Cloud Unternehmertags von Scopevisio gerichtet.
Stand: 08.12.2025
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Partner des Mittelstands
Zum zehnten Mal will die Veranstaltung des Bonner Anbieters für Cloud-Unternehmenssoftware neue Impulse und Ideen für mittelständische Unternehmen liefern und sich zugleich als Partner präsentieren, damit Unternehmen ihre Visionen entlang der Software abbilden und ihr Tagesgeschäft vereinfachen können.
Scopevisio ist „Cloud SaaS native“, multi-tennant, holistisch. Alle Funktionen greifen barrierefrei, ohne Prozessgrenzen entlang der betrieblichen Abläufe ineinander. Und doch kann jedes Modul auch alleine für sich genutzt werden. Interessant ist dieses Konzept gerade für mittelständische Kunden, da die Lösung nicht als Ganzes abonniert werden muss. Von „Ich beginne mal mit einer Funktion“ bis hin zur vollständigen (Branchen-)Lösung ist jede Art von Bezug und Nutzung möglich.
Scopevisio als Partner des Mittelstandes war Thema der Keynote mit CEO Dr. Jörg Haas (Foto), CPO Silke Kanes und CIO Dr. Lukas Pustina.
(Bild: Vogel IT-Medien / ewg)
Wir haben, so Scopevisio-Gründer und CEO Dr. Jörg Haas, alles auf die Karten Cloud und Open Source gesetzt: „Mit dieser Community im Rücken können wir mit den Großen mithalten.“ Besorgniserregend sei trotzdem der Trend, dass deutsche Nutzer zwar Software lieben, „aber nicht die eigene“. Somit wandere Deutschland in der Produktivitätskette immer weiter nach hinten. Selbst „unsere Perle“ SAP schaffe gerade einmal 1/10 des Umsatzes der großen Anbieter von Unternehmenssoftware aus Übersee. Aber „Scopevisio ist Innovationstreiber aus Deutschland“, sagt Haas und verweist auf die Auszeichnung „Innovator des Jahres 2022“ sowie den Gewinn des CloudComputing-Insider IT-Awards 2022 in der Kategorie Enterprise SaaS. „Wir sind hier zwischen Salesforce und Workday platziert“, zwei US-amerikanischen Anbietern, „und das ist genau richtig“.
Vor allem bei Unternehmenssoftware für den Mittelstand sei Scopevisio sehr erfolgreich. So sehr, dass auch die „große“ SAP neidvoll auf den „kleinen“ Cloud-ERP-Anbieter schiele, wie Haas schmunzelnd in der Mittagspause erzählt. Laut aktuellem Geschäftsbericht zum vierten Quartal 2022 weist SAP zwar 80 Prozent KMU-Kunden aus. Allerdings ist hier On-Premises- und Cloud-Geschäft zusammengefasst.
Die 360°-Software
Es steckt fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen in der Software, fährt CPO Silke Kanes fort. Neu sind Bausteine für Warenwirtschaft und Online-Banking, Dokumenten- und Beleg-Management sowie eine GoBD-konforme Finanzbuchhaltung. Und in Zukunft sollen auch immer mehr Schritte durch Automatisierung stetig einfacher werden. Die Cloud biete die Basis für ortsunabhängige Technologie, automatisierte Arbeitsprozesse und workflow-basierte Zusammenarbeit. Und vor allem letztere sei die wichtigste Voraussetzung für den Kulturwandel, indem alle Mitarbeiter zum Wissen beitragen und ohne Abteilungs-Silos daran partizipieren können.
Detaillierter vorgestellt wurde das Cloud-ERP in Produktdemos zu Abrechnung, Buchhaltung und Beschaffung. Zudem standen Themen wie Cloud-Sicherheit und Kundenservice auf dem Programm, ebenso die neuen Pläne zu einem Partner-Ökosystem.
(Bild: Vogel IT-Medien / ewg)
Der Vorteil für kleine und mittelständische Unternehmen, so Kanes weiter: Jeder könne bei der digitalen Transformation seines Betriebs ganz klein anfangen. Vielleicht mit dem Dokumentenmanagement – „Akten loswerden und den Keller ausmisten“ – oder einer Vereinheitlichung der Kontaktdaten, um sie dann allen Mitarbeitern des Unternehmens verfügbar zu machen. „Es muss und es kann ja auch nicht alles auf einmal geändert werden“ – da sei Scopevisio die richtige Lösung.
Doch warum überhaupt ein ERP aus der Cloud? Scopevisios CIO Dr. Lukas Pustina fasst die Antwort in einem Satz zusammen: „SaaS ist mehr als Software aus der Steckdose.“ Was er damit meint: Der Nutzer gibt Aufgaben ab und macht sie zur Kernkompetenz des Anbieters. Wie beispielsweise Geschwindigkeit oder Informationssicherheit und Datenschutz, worauf Scopevisio besonderen Wert legt. ISO-27001- und C5-Zertifizierung, GoBD-Konformität, aber auch ständige Ausfallsimulationen und Backup-Restore-Test gehören selbstverständlich dazu. Ein Aufwand, den Unternehmen im IT-Eigenbetrieb teuer bezahlen müssten, wie „Scoper“ Christian Spruijt in einem der Praxisvorträge vorrechnete: Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern an 10 Standorten könnte bei einer Laufzeit von 5 Jahren mit der Scopevisio Cloud gegenüber einer On-Premises-Software rund 135.000 Euro Betriebskosten sparen.
Dass auch der Cloud Unternehmertag sich nicht vor Neuem scheut, zeigt das Konzept der Praxisvorträge. Hier konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer, ausgestattet mit Headset und Sender, ihren ganz persönlichen Hermine-Granger-Moment erleben: Drei parallelen Vorträgen zu unterschiedlichen Themen (fast) gleichzeitig lauschen. Experiment gelungen!
Der Cloud Unternehmertag in Bonn, der von der Scopevisio AG organisiert wird, zählt zu den größten Digitalisierungs-Events in Nordrhein-Westfalen. Der 11. Cloud Unternehmertag findet am 7. Februar 2024 im Kameha Grand Bonn statt.