50 Jahre Intel 4004 Revolution auf Umwegen: Intels erster Microprozessor

Autor Klaus Länger

Angefangen hat Intel als Hersteller von Speicherchips und Eproms. 1971 folgte dann mit dem 4004 der erste Microprozessor. Und der hatte als Auftragsarbeit für eine Rechenmaschine einen eher holperigen Start. Der Durchbruch kam erst mit dem 8086.

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Der erste Intel-Porzessor ist inzwischen ein gesuchtes Sammlerstück. Entwickelt wurde er zunächst für eine Tischrechenmaschine.
Der erste Intel-Porzessor ist inzwischen ein gesuchtes Sammlerstück. Entwickelt wurde er zunächst für eine Tischrechenmaschine.
(Bild: Intel)

Die 1968 von Robert Noyce und Gordon Moore gegründete Firma Intel verdiente ihr Geld zunächst mit der Entwicklung und Herstellung von SRAM- und DRAM-Chips sowie dem bei Intel entwickelten EPROM. 1971 folgte mit der Vorstellung des 4004 der erste Microprozessor. Busicom, ein japanischer Hersteller von Tischrechenmaschinen, hatte bei Intel eine Reihe von Logikchips bestellt, die in Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller entwickelt wurden. Der Intel-Ingenieur Ted Hoff, der sich zu dieser Zeit intensiv mit mit den ersten Minirechnern wie dem DEC PDP-8 beschäftigt hatte – wobei diese Minirechner nur im Vergleich zu Mainframes klein waren und immer noch aus mehreren Schränken bestanden – auf die Idee, statt mehrerer spezialisierter Chips einen einzigen programmierbaren Prozessor zu verwenden. Hoff ging mit seiner Idee direkt zu Robert Noyce und konnte sie so gegen interne Widerstände durchsetzen und auch Busicom überzeugen.

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Anlaufschwierigkeiten

Allerdings musste sich Hoff dann Problemen mit dem DRAM-Chip 1103 widmen und das Projekt geriet ins Stocken. Verwirklicht wurde es schließlich durch Federico Faggin als Projektleiter, den Software-Ingenieur Stan Mazor und Masatoshi Shima, der von Busicom zu Intel geschickt wurde, um an dem neuen Prozessor zu arbeiten. Im November 1971 war der MCS-4-Chipsatz fertig. Er bestand aus dem 4-Bit-Prozessor 4004, dem ROM-Chip 4001, dem RAM-Baustein 4002 und dem Shift-Register 4003. Der japanische Auftraggeber war inzwischen in finanzielle Turbulenzen geraten und konnte den vereinbarten Preis für die Chips nicht bezahlen. Intel gewährte einen Nachlass, sicherte sich aber im Gegenzug das Recht zu, den MCS-4-Chipsatz auch an andere Kunden verkaufen zu können. Nur Hersteller von Rechenmaschinen waren ausgenommen. Ohne den Deal hätte Busicom die Exklusivrechte am erstem Microprozessor behalten. Für Intel war der Verkaufsstart des 4004 inzwischen höchste Zeit. Denn auch Texas Instruments hatte mit dem TMS1000 einen Microprozessor fertig. Der 4004 ging eher an kleine, unbekannte Firmen. Aber ebnete den Weg für Prozessoren wie den 8080 und schließlich den 8086, mit denen Intel die erste Schritte zum schließlich größten Prozessorhersteller machen konnte.

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