Intel Core-Prozessoren der 13. Generation Raptor Lake: Intels wilde 13

Von Klaus Länger

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Doppelt so viele E-Cores, verbesserte P-Cores, größere Caches und ein höherer Takt – das sind die Ingredienzien, mit denen Intel seine Raptor-Lake-CPUs zu den schnellsten PC-Prozessoren gemacht haben will. An den Start gehen zunächst die Gaming-CPUs.

Raptor Lake, die mittlerweile 13. Generation von Intels Core-Prozessoren, ist eine zweite Evolutionsstufe des Vorgängers Alder Lake. Er wird ebenfalls im Intel-7-Verfahren hergestellt.(Bild:  Intel)
Raptor Lake, die mittlerweile 13. Generation von Intels Core-Prozessoren, ist eine zweite Evolutionsstufe des Vorgängers Alder Lake. Er wird ebenfalls im Intel-7-Verfahren hergestellt.
(Bild: Intel)

Bei dem Codenamen Raptor Lake, den die Core-Prozessoren der 13. Generation bei Intel tragen, denkt man sofort an die agilen und gefährlichen Raubsaurier mit den langen Krallen aus Jurassic-Park-Kinofilmen. Diese Assoziation ist seitens Intel sicher beabsichtigt. Tatsächlich ist der Prozessorhersteller inzwischen vom Jäger zum Gejagten geworden und muss sich im PC- und Notebook-Sektor der immer erfolgreicheren Ryzen-Prozessoren von AMD erwehren, der mit der letzten Iteration, Ryzen 7000, gerade in den Handel geht.

Alder Lake 2.0

Raptor Lake ist eine direkte Weiterentwicklung von Alder Lake und dessen Hybrid-Konzept mit schnellen, großen P-Cores und zusätzlichen kompakten und sparsameren E-Cores. Auch die Fertigung im Intel-7-Prozess wurde beibehalten. Laut Hersteller gab es dabei aber Verfeinerungen, die eine höhere Taktfrequenz erlauben. Die neuen CPUs sind auch kompatibel zu ihren direkten Vorläufern. Den Umstieg auf DDR5 und PCIe Gen5, den AMD jetzt mit Ryzen 7000 und der AM5-Plattform macht, hat Intel schon zuvor mit Alder Lake vorgenommen.

Die massivste Änderung bei Raptor Lake ist die gestiegene Zahl der E-Cores. Bei den jetzt vorgestellten K- und KF-Prozessoren für Desktop-PCs wurde sie verdoppelt: Core i5-13600K und KF verfügen über sechs P- und nun acht E-Cores. Bei den Core-i7-Modellen 13700K und KF teilen sich nun acht P- und acht E-Cores die Arbeit und bei den Core-i9-Topmodellen sitzen jetzt neben den acht P-Cores gleich 16 E-Cores auf dem Die. Dieses ist im Vergleich zu Alder Lake ein gutes Stück größer geworden, was weniger CPUs pro Wafer bedeutet. Intel verzichtet also zugunsten der höheren Performance auf Marge bei der Produktion. Mit der höheren Anzahl an Kernen wächst automatisch die Gesamtgröße des Level-2-Caches. Zudem hat der Hersteller noch den L3-Cache vergrößert. Er ist nun je nach Modell 24, 30 oder 36 MB groß.

Während Intel bei den E-Cores an der Gracemont-Mikroarchitektur festhält, gibt es bei den P-Cores den Schritt von Golden Cove zu Raptor Cove mit einem auf zwei MB verdoppeltem L2-Cache pro Core, Veränderungen am Design für höhere Taktraten und einem neuen Algorithmus für das dynamische Prefetching. Schließlich verfügt Raptor Lake über einen schnelleren Ringbus mit einem um 900 MHz höheren Takt und bis zu 5,0 GHz Turbo-Takt. Die Unterstützung von DDR4 oder DDR5 ist geblieben. Allerdings ermöglicht der Speicherkontroller nun eine höhere Performance bei DDR5: Unterstützt werden DDR5-5600 and DDR5-5200.

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Höhere Taktraten und gestiegene Effizenz

Die verbesserte Fertigung und die verfeinerten P-Cores erlauben jetzt höhere Turbo-Boost-Frequenzen für die E- und vor allem die P-Cores. Hier liefert ein Core i9-12900K maximal 3,9 beziehungsweise 5,2 GHz. Beim Raptor-Lake-Prozessor Core i9-13900K laufen die P-Cores mit bis zu 5,8 GHz und die E-Cores maximal mit 4,3 GHz. Insgesamt verspricht Intel für die neue Core-Generation eine um bis zu 15 Prozent höhere Single-Thread-Performance im Vergleich zum Vorgänger und bis zu 41 Prozent mehr Multi-Thread-Performance. Hier machen sich natürlich vor allem die zusätzlichen E-Cores bemerkbar. Allerdings darf Raptor Lake nun kurzzeitig bis zu 253 Watt ziehen – 11 Watt mehr als Alder Lake. Bei 241 Watt ist ein Core i9-13900K laut Intel immer noch um 37 Prozent schneller als sein Vorgänger; um dieselbe Multi-Thread-Performance zu erreichen, wären nur 65 Watt nötig. Damit arbeitet die neue Core-Generation also insgesamt effektiver, was angesichts der gestiegenen Energiepreise auch zu begrüßen ist.

Prinzipiell arbeiten die neuen Prozessoren auf den Sockel-1700-Mainboards mit Intel-600-Chipsätzen, die für Alder Lake auf den Markt kamen. Allerdings bringt der Hersteller mit dem Z790 begleitend zu Raptor Lake gleich einen neuen Chipsatz auf den Markt. Er bietet mehr PCI-Express-4.0-Lanes und unterstützt USB 3.2 Gen2x2 mit 20 Gbps.

Die sechs neuen K- und KF-Prozessoren, letztere mit deaktivierter Grafikeinheit, sollen ab 20. Oktober 2022 verfügbar sein. In den kommenden Wochen und Monaten stehen dann weitere Raptor-Lake-CPUs für PCs und Notebooks an, die Schritt für Schritt die bisherigen Alder-Lake-Modelle ersetzen sollen.

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