CES 2023: Intel Raptor Lake für Mobilrechner und Mainstream-Desktops

Von Klaus Länger 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auf der CES in Las Vegas stellt Intel die Raptor-Lake-CPUs für Notebooks vor. Zudem zeigt der Hersteller die 65-Watt-Varianten der Core-Prozessoren der 13. Generation und die Low-Cost-Prozessoren der N-Serie. Bei ihr kommen nur E-Cores zum Einsatz.

Das Top-Modell unter den Core-Prozessoren der 13. Generation ist der von den Desktop-CPUs abgeleitete Raptor-Lake-HX mit 55 Watt Base Power und bis zu 24 Cores.(Bild:  Intel Corporation)
Das Top-Modell unter den Core-Prozessoren der 13. Generation ist der von den Desktop-CPUs abgeleitete Raptor-Lake-HX mit 55 Watt Base Power und bis zu 24 Cores.
(Bild: Intel Corporation)

Im September hat Intel mit den für Gaming-Desktop-PCs bestimmten Raptor-Lake-K-Modellen den ersten Schwung der Core-Prozessoren der 13.Generation auf den Markt gebracht. Nun folgen auf der CES insgesamt 32 neue Mobilprozessoren sowie die 65-Watt-Varianten der Desktop-Prozessoren. Gefertigt werden die CPUs weiterhin im Intel-7-Verfahren.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Raptor Lake HX für Power-Notebooks

Bei den Raptor-Lake-Mobilprozessoren gibt es vier Serien, wie schon bei der Vorgängergeneration Alder Lake. Für hochklassige Gaming- und Creator-Notebooks sowie mobile Workstations sind die HX-Modelle bestimmt. Die Spannbreite reicht dabei vom Core i5-13450HX mit sechs P- und vier E-Cores bis hin zum i9-13980HX mit insgesamt 24 Cores: 8 schnelle P- und 16 sparsame E-Kerne. Im Vergleich zum schnellsten Alder-Lake-HX-Prozessor i9-12950HX hat Intel die Zahl der E-Cores verdoppelt und zusätzlich an der Taktschraube der P-Cores gedreht. Die erreichen nun 5,6 GHz statt 5,0 GHz bei maximalem Turbo-Boost. Damit steigt vor allem die Leistung bei Anwendungen, die von vielen Cores profitieren.

Deutlich mehr Performance sollen auch die Core-i5-Einstiegsmodelle der HX-Familie liefern, die nun mit sechs statt vier P-Cores aufwarten. Die Base Power der Raptor-Lake-HX-Modelle bleibt trotz der zusätzlichen Cores bei 55 Watt und die maximale Leistungsaufnahme bei 157 Watt. Die CPUs bieten zudem weitreichende Übertaktungsoptionen wie etwa einen offenen Taktmultiplikator.

Die HX-Prozessoren im BGA-Gehäuse basieren auf den Desktop-CPUs und sind daher nur mit relativ schwachen UHD-GPUs mit bis zu 32 Ausführungseinheiten (EUs) ausgerüstet. Allerdings werden die bei Mobilrechnern dieser Leistungsklasse grundsätzlich mit zusätzlichen GPUs kombiniert, die nun über acht PCI-5.0-Lanes angebunden werden können, wenn es irgendwann Grafikkarten mit PCIe Gen 5 gibt. Ebenfalls neu sind bis zu vier Thunderbolt-4-Ports statt nur zwei.

Die Raptor-Lake-HX-Prozessoren im Überblick. (Bild:  Intel)
Die Raptor-Lake-HX-Prozessoren im Überblick.
(Bild: Intel)

Mobilprozessoren von H bis U

Mit 45 Watt Base Power und bis zu 115 Watt beim Turbo-Boost geben sich die CPUs der H-Serie zufrieden. Sie verfügen über vier oder sechs P-Cores und vier oder acht E-Cores. Gegenüber Alder Lake haben sie nur bei der Taktfrequenz zugelegt und können mit DDR5-6400 einen schnelleren Arbeitsspeicher nutzen. Zudem unterstützt Alder Lake H nun ebenfalls PCIe Gen5 mit acht Lanes.

Die ansonsten ähnlichen P-Prozessoren der 13. Core-Generation unterstützen nur PCIe Gen4 und einen niedrigeren Turbo-Takt. Dafür kommen sie mit 28 Watt Base Power aus und lassen sich so in dünneren und leichteren Mobilrechnern einsetzen. Intel bietet insgesamt nur vier P-Modelle an: Zwei Core-i5-CPUs und zwei Core-i7-Prozessoren.

Die Core-H-Prozessoren der 13. Generation erreichen höhere Taktfrequenzen als ihre Alder-Lake-Vorgänger.(Bild:  Intel)
Die Core-H-Prozessoren der 13. Generation erreichen höhere Taktfrequenzen als ihre Alder-Lake-Vorgänger.
(Bild: Intel)

Mit 15 Watt Base Power kommen die U-Prozessoren aus, die allerdings weiterhin mit maximal zwei P-Cores und bis zu acht E-Cores ausgerüstet sind. Auch hier ist bei Raptor Lake die maximale Taktrate höher und die P-Cores liefern eine höhere Single-Thread-Performance. Raptor-Lake-Nachfolger für die noch sparsameren Alder-Lake-U9-Prozessoren mit 9 Watt Base Power hat Intel nicht angekündigt.

Raptor Lake P kommt nur als Core i5 oder Core i7.(Bild:  Intel)
Raptor Lake P kommt nur als Core i5 oder Core i7.
(Bild: Intel)

Die H-, P- und U-Modelle bieten nun ebenfalls vier Thunderbolt-4-Anschlüsse. Die Xe-GPUs in den Prozessoren mit bis 96 EUs beherrschen nun die Upscaling-Technologie Xe Super Sampling, die Intel mit den diskreten Arc-GPUs eingeführt hat. Die in den Prozessoren integrierten WLAN-Controller beherrschen nun neben Wi-Fi 6E auch noch Bluetooth 5.2 mit gegenüber 4.2 doppelter Geschwindigkeit.

In den Core-U-Prozessoren der 13. Generation sitzen maximal zwei P-Cores.(Bild:  Intel)
In den Core-U-Prozessoren der 13. Generation sitzen maximal zwei P-Cores.
(Bild: Intel)

Als Zusatzchip offeriert Intel die Movidus VPU, die durch KI-Funktionen zusätzliche Features bei Videocalls bietet wie etwa Auto-Framing, Blickverfolgung oder einen weichgezeichneten Hintergrund. Gegenüber reinen Software-Lösungen sollen hier CPU und GPU deutlich weniger belastet werden.

N-Serie für Einsteiger-Notebooks und Desktops

Als Ablösung für die bisherigen Pentium- und Celeron-Prozessoren bringt Intel die Prozessoren der N-Serie auf den Markt. Der Hersteller nutzt hier ausschließlich Gracemont-Kerne, die auch als E-Cores in den Core-Prozessoren der Alder-Lake- und Raptor-Lake-Familie zum Einsatz kommen. Zur N-Serie gehören die Intel-Prozessoren N100 und N200 mit vier Cores sowie die Octacore-Modelle Core i3-N300 und Core i3-N305. Integriert ist zudem eine Grafikeinheit mit bis zu 32 EUs, die deutlich schneller ist, als die in den bisherigen Atom-basierten Celerons und Pentiums. Ebenfalls Teil der Prozessoren ist ein Wi-Fi-6E-Controller mit Bluetooth 5.2. Die CPUs sind für Mini-PCs oder Einsteiger-Notebooks bestimmt. Als Einsatzszenario ist dabei der Bildungssektor gedacht, speziell die unteren Jahrgangsstufen.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Intel Evo nun mit Smartphone-Connect

Die Spezifikationen für das Evo-Programm, das die Hersteller bei der Entwicklung von Mobilrechnern mit Core-Prozessoren unterstützen soll, hat der Prozessorhersteller passend zu Raptor Lake erweitert. Es soll nun für eine längere Akkulaufzeit in der Praxis sorgen und enthält mit Intel Unison ein Tool für die einfache drahtlose Anbindung von Smartphones für Datenaustausch, Anrufe sowie Messaging über den PC sowie die Anzeige von Benachrichtigungen. Im Gegensatz zu Microsofts Smartphone Link unterstützt Unison dabei nicht nur Android-Smartphones, sondern auch iPhones mit vollem Funktionsumfang.

Core-CPUs der 13. Generation für Mainstream-Desktop-PCs

Mehr Performance für Desktop-PCs von der Einsteiger- bis zur gehobenen Mittelklasse sollen die Raptor-Lake-CPUs liefern, die Intel ebenfalls in Las Vegas präsentiert hat. Die Liste der Prozessoren reicht hier vom Core i3-13100 mit vier P-Cores bis hinauf zum Core i9-13900 mit 8 P- und 16 E-Cores. Im Gegensatz zu den K-Modellen fehlen einige Übertaktungsoptionen und die Base Power ist auf 65 Watt limitiert. Besonders spannend sind die Core-i5-CPUs der 13. Generation, die nun ebenfalls mit zusätzlichen E-Cores ausgestattet sind und so bis zu 39 Prozent mehr Leistung beim Multitasking bringen sollen.

Bei den Raptor-Lake-Desktop-CPUs sind die Core-i5-Varianten nun ebenfalls mit E-Cores ausgerüstet.(Bild:  Intel)
Bei den Raptor-Lake-Desktop-CPUs sind die Core-i5-Varianten nun ebenfalls mit E-Cores ausgerüstet.
(Bild: Intel)

Für Rechner mit geringerer Kühlleistung, wie etwa All-in-One- oder Mini-PCs, bringt Intel eine Reihe von Raptor-Lake-T-Prozessoren mit 35 Watt Base Power.

(ID:48976234)