Illumio-Studie: The Global Cost of Ransomware Ransomware: Geld, Reputation und Mitarbeiter weg

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Ein Ransomware-Angriff kann ein Unternehmen zugrunde richten, da er nicht nur häufig eine Lösegeldsumme kostet, die oft noch nicht einmal den gewünschten Erfolg bringt. Eine solche Attacke zieht nämlich nicht nur finanziellen Schäden nach sich.

Ein Ransomware-Angriff bringt häufig eine mehr oder weniger lange, aber immer kostenintensive Betriebsunterbrechung mit sich. (Bild:  Ghulam - stock.adobe.com)
Ein Ransomware-Angriff bringt häufig eine mehr oder weniger lange, aber immer kostenintensive Betriebsunterbrechung mit sich.
(Bild: Ghulam - stock.adobe.com)

Mehr als die Hälfte (55 %) der deutschen Unternehmen, die erfolgreich per Ransomware angegriffen wurden, mussten ihren Betrieb herunterfahren. Das ergab die Studie „The Global Cost of Ransomware“, die das Ponemon Institute im Auftrag von Illumio durchgeführt hat. Doch das war bei weitem nicht der einzige Schaden, den die Attacke verursacht hat. 45 Prozent mussten erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen, 36 Prozent Stellen abbauen. 34 Prozent haben Kunden verloren.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass „Unternehmen auf betriebliche Resilienz setzen müssen und dazu Maßnahmen wie Mikrosegmentierung ergreifen, die Angreifer daran hindern, kritische Systeme zu erreichen“, macht Trevor Dearing, Director of Critical Infrastructure bei Illumio, klar. „Wenn Angriffe bereits frühzeitig eingedämmt werden, können Unternehmen ihre wichtigsten Systeme und Daten schützen und Millionenkosten für Downtime, Umsatzeinbußen und Reputationsschäden einsparen.“

Doch die zunehmende Vernetzung von Geschäftssystemen und Geräten erschwert es Unternehmen, sich gegen Ransomware-Angriffe zu verteidigen. Vor allem die Cloud wird von den befragten Unternehmen als am „verwundbarsten“ gesehen. Der „Mangel an Visibilität in hybriden Umgebungen“ behindere die Reaktion auf Ransomware-Angriffe. Am häufigsten (52 %) kompromittiert werden der Studie zufolge Desktops und Notebooks.

Investitionen in Abwehr greifen zu kurz

Die Befragten investieren 30 Prozent ihres IT-Budgets in die Abwehr von Ransomware-Angriffen. Die davon finanzierten Mitarbeiter und Technologieren sollen Attacken verhindern, erkennen, eindämmen und lösen. Knapp 60 Prozent sind deshalb auch von ihrer Resilienz überzeugt. Und trotzdem mussten 89 Prozent bereits einen erfolgreichen Ransomware-Angriff verbuchen. Wie kann das trotz hoher Investitionen passieren?

Eine große Schwachstelle sind und bleiben die Mitarbeiter. Phishing ist mit 45 Prozent der Top-Einstiegspunkt für die Angreifer. So trauen auch nur 39 Prozent der Führungskräfte ihren Mitarbeitern zu, Social-Engineering-Angriffe zu erkennen. Die Angestellten entsprechend zu sensibilisieren wird demnach auch als größte Herausforderung im Kampf gegen Cyberangriffe gesehen.

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Wiederherstellungs-Illusion und KI-Wettrennen

Da die Betroffenen unter Zahlungszeitdruck (38 %) stehen, Angst vor Vergeltungsmaßnahmen (38 %) und vor Publizierung des Angriffs (32 %) haben, meldeten 65 Prozent der Opfer den Angriff nicht an die Strafverfolgungsbehörden. Auch hofft gut die Hälfte der befragten Unternehmen (52 %), dass ein umfassendes Backup als Absicherung gegen Datenklau oder -verschlüsselung reicht. Allerdings konnten nur 11 Prozent nach einem Angriff alle betroffenen Daten wiederherstellen. Denn die Realität zeigt, dass Angreifer mehrere Möglichkeiten nutzen, um Backups auszuschalten. Ein Ansatz, den die berühmt-berüchtigte Hacker-Gruppe Conti verfolgte, ist, die Backups gezielt anzugreifen und diese nutzlos zu machen. Oder die Cyberkriminellen wenden Double- und Triple-Extortion-Strategien an. Neutralisiert ein Backup vielleicht noch den Datendiebstahl, kann es die Veröffentlichung der Daten und den Schaden, der dadurch angerichtet wird, nicht verhindern. Ein Backup auf dem aktuellen Stand zu halten, ist zudem teuer. Oftmals ist daher ein alter Datenstand gespeichert.

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz besteht wie auch bei anderen Technologien das übliche Wettrennen zwischen Cyberkriminellen und Unternehmen, die KI zur Abwehr einsetzen. 41 Prozent der Befragten tun dies bereits. 56 Prozent befürchten, dass KI für neuartige und noch häufigere Angriffe genutzt werden wird.

The Global Cost of Ransomware

Die Studie wurde im Oktober 2024 vom Ponemon Institute im Auftrag von Illumio durchgeführt. Dabei wurden 2.547 IT- und Cybersicherheitsexperten in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien und Japan befragt. Alle Teilnehmer sind für die Abwehr von Ransomware-Angriffen in ihren Organisationen verantwortlich.
Die im Text erwähnten Zahlen beziehen sich auf die 516 deutschen Studienteilnehmer, außer, es ist anders vermerkt.

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