Zwischen Technik von gestern und Angriffen von morgen kämpfen Schulen um einen sicheren digitalen Wandel. Fehlendes Risikobewusstsein verstärkt die Dringlichkeit nach einer sicheren Bildungsumgebung – beginnend mit dem Brandschutz.
Cyberangriffe machen auch vor Bildungseinrichtungen keinen Halt – genau das Gegenteil ist der Fall. Angriffe auf Schulen häufen sich, deswegen müssen Sicherheitsmaßnahmen auch hier greifen und optimiert werden.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Für Schulen ist die Digitalisierung kein einfacher Schritt. Viele von uns sind noch mit Tageslichtprojektoren und bröseligen, braunen Schwämmen aufgewachsen; Whiteboards, Beamer oder iPads waren weit weg. Kein Wunder also, dass ein tieferes Verständnis für IT und Cybersicherheit fehlt.
Die digitale Sicherheitslage wird an Schulen aktuell allerdings noch drastisch schlechter eingeschätzt als zuvor – auch, weil die Zahl der Vorfälle steigt. Laut dem Cybersecurity Report 2025 des Sicherheitsanbieters Check Point ist Bildung weltweit die am häufigsten angegriffene Branche, noch weit vor Telekommunikation, Gesundheit und Governance. 2024 wurden im Bildungssektor bis zu 3.574 wöchentliche Angriffe registriert. Die größte Gefahr geht von Ransomware-Gruppen aus: Schadsoftware kann Daten und Backups verschlüsseln und Dienste vollständig lahmlegen.
Neue Maßstäbe durch den Digitalpakt 2.0
Im Dezember 2024 wurde schließlich der Digitalpakt 2.0 beschlossen. Er soll bis 2030 insgesamt fünf Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur von Schulen investieren. Die zentralen Schwerpunkte des Digitalpakts 2.0 sind leistungsfähige und moderne WLAN-Infrastrukturen, flächendeckende und moderne Netzwerkarchitekturen, einheitliche Sicherheits- und Datenschutzstandards sowie die Entwicklung einer souveränen Cloud zur Verwaltung.
Warum ist IT-Sicherheit in Schulen wichtig?
Aber warum ist es so wichtig, dass Schulen abgesichert sind? In Bildungseinrichtungen liegen große Mengen an sensiblen Daten: personenbezogene Informationen über Kinder, Wohnadressen, schulische und teils medizinisch relevante Angaben. Besonders für junge Schüler kann die Veröffentlichung von persönlichen Daten eine emotionale Reaktion oder sogar Belastung hervorrufen. Das Risiko, dass solche Vorfälle zu verschärfter Kriminalität oder Cybermobbing führen, steigt schneller als bei Erwachsenen. Mal ganz davon abgesehen, was passieren kann, wenn solche persönlichen Informationen ins Darknet gelangen. Der gesamte Ruf einer Einrichtung kann durch einen einzigen Angriff massiv geschädigt werden. Cyberkriminelle kalkulieren diesen Druck bewusst ein, da Schulen oder beispielsweise auch Arztpraxen dadurch eher geneigt sind, Lösegeld zu zahlen. Begünstigt werden Angriffe durch begrenzte Budgets und veraltete Systeme. Hinzu kommt die verteilte Datenhaltung: Informationen liegen in der Cloud, auf mobilen Endgeräten oder in hybriden Umgebungen – und werden laufend mehr. Das führt häufig zu Mischumgebungen, in denen neue Lösungen mit veralteten Systemen kombiniert werden.
IT-Sicherheit beginnt beim Brandschutz
Schulen, Kommunen und andere Schulträger stehen also vor erheblichen finanziellen, technischen und organisatorischen Herausforderungen. Trotz Fördermitteln braucht es eine präzise Ressourcenplanung, damit einmalige Investitionen in eine langfristige Strategie übergehen. Zudem sind rechtliche Vorgaben wie die DSGVO einzuhalten. Um verlässliche Sicherheit zu gewährleisten, sollten Skalierbarkeit, Redundanz, Netzwerksegmentierung und Verwaltung im Fokus stehen. Technisch spielen VLANs, moderne Firewalls, Software-Defined Networking (SDN), zeitgemäße Routing Protokolle und modulare Architekturen eine zentrale Rolle.
Auch der bauliche Brandschutz gehört zur digitalen Sicherheit. Gerade bei der Nachrüstung älterer Schulgebäude ist es entscheidend, Brandschutz und IT-Infrastruktur von Beginn an gemeinsam zu planen. Kabelkanäle müssen brandschutzgerecht ausgeführt sein. Zudem braucht es klar definierte, brandgeschützte Zonen, damit weder Rauchmelderfunktionen beeinträchtigt werden noch zusätzliche Risiken entstehen. Jede IT-Infrastruktur sollte ein schlüssiges Brandschutzkonzept einschließen – zum Schutz von Menschen und kritischen Systemen.
Smart School: Eine Schulinitiative von Bitkom e.V.
Smart School ist eine Initiative des Digitalverbands Bitkom, die mehr Sichtbarkeit für digitale Vorreiterschulen schaffen soll, um zeitgemäße Bildung zu fördern. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen kreativen und souveränen Umgang mit digitalen Technologien zu ermöglichen. Laut Bitkom ist das eine Grundvoraussetzung für digitale Souveränität. Jeder Schüler sollte Zugang zu moderner digitaler Infrastruktur haben, um digitale Medien sinnvoll im Unterricht zu nutzen.
(Bild: Bitkom)
Jährlich zeichnet Bitkom mehrere Schulen als Vorbilder in der digitalen Bildung aus, um zu zeigen, wie die Zukunft der Bildung gestaltet werden kann. Entscheidend sind dabei drei Säulen: das digitale Schul- und Unterrichtskonzept, die Qualifizierung des Personals und die digitale Infrastruktur. Dieser Ansatz soll die Digitalisierung als ein umfassendes und integriertes Projekt stärken und Einzelprojekte minimieren. Bisher gibt es 135 Smart Schools, darunter auch eine deutsche Auslandsschule in den USA. Das Netzwerk trifft sich zweimal jährlich zum Austausch von Best Practices und zur Diskussion von Herausforderungen.
Stand: 08.12.2025
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Schulen brauchen Support
Der Mensch bleibt ein Schlüsselrisiko, das ist nicht überraschend. Der Anbieter SoSafe definiert Phishing und Social Engineering als häufigste Methoden eines Hackerangriffs. Um sich zu schützen, empfiehlt der Anbieter unter anderem, Wissen zu vermitteln. Auch das BSI schreibt davon „Basiswissen und Kompetenzen im Bereich Cybersecurity aufzubauen“, damit Pädagogen ebenso wie Eltern Vorbilder sein können und jungen Menschen einen „sicherheitsbewussten Umgang mit Geräten, Apps und Daten vorleben“.
Der Channel kann angesichts dieser Lage eine zentrale Rolle übernehmen: durch Beratung, Schulungen, Support sowie die Bereitstellung, Implementierung und den Betrieb sicherer IT-Strukturen. Das Ziel ist es, dass Bildungseinrichtungen nicht nur Mindeststandards einhalten, sondern spürbar besser geschützt sind – von der Netzsegmentierung über Endpoint- und E-Mail-Security bis hin zu Backup- und Recovery-Konzepten.