IT-Executive Summit 2021 Ohne Digitalisierung keine Nachhaltigkeit

Autor: Sylvia Lösel

Digitalisierung trägt zum gesellschaftlichen Wandel bei. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Davon ist Benjamin Hermann, Geschäftsführer von Zoi, überzeugt. Zoi beschäftigt sich als Dienstleister mit Cloud, Data Analytics, agiler Software-Entwicklung und IoT.

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Der IT-Executive Summit der Vogel IT-Akademie findet dieses Jahr am 30.9. und 1.10. in Schloss Fuschl statt.
Der IT-Executive Summit der Vogel IT-Akademie findet dieses Jahr am 30.9. und 1.10. in Schloss Fuschl statt.
(Bild: Vogel IT-Akademie)

ITB: Nachhaltigkeit und Geschäftserfolg: ein Widerspruch oder eine längst überfällige Symbiose?

Benjamin Hermann, Geschäftsführer bei Zoi
Benjamin Hermann, Geschäftsführer bei Zoi
(Bild: Zoi)

Hermann: Sicher Letzteres. Bereits vor der Corona-Krise hat das Thema Nachhaltigkeit eine deutlich gesteigerte Wahrnehmung in der Gesellschaft bekommen. Menschen wollen nicht mehr nur ein Produkt kaufen – sie wollen eine Haltung, Werte. Das gilt auch für den B2B-Bereich. Kunden, Dienstleister, neue Talente – sie alle erwarten ein gut sichtbares Handeln im Sinne von Nachhaltigkeit. Selbstverständlich, denn die aktuelle Weltlage zeigt beiderlei: Wir müssen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen auf der Erde umgehen und gleichzeitig nachhaltig wirtschaften, um unseren Mitarbeitern und Kunden eine möglichst sichere Perspektive zu bieten. Höher, schneller, weiter funktioniert da nicht mehr. Gesundes Wachstum mit verantwortungsvollen, wirtschaftlichen Entscheidungen.

ITB: Nachhaltigkeit und Recruiting: Sustainability als Magnet für Talente?

Hermann: Absolut. Bei uns ganz massiv. Ich bezeichne Zoi gerne als Talentsuchmaschine. Sonst wäre unser organisches Wachstum nicht möglich gewesen in dieser Geschwindigkeit. Wir finden Talente in Deutschland, aber auch international, und setzen diese in unseren Projekten ein. Und die müssen spannend sein, absolut. Talente sind zurecht wählerisch. Aber wir werden auch im Vorfeld von vielen Talenten im Internet „gescreent“. Besonders gerade zum Thema Nachhaltigkeit und Sozialer Verantwortung. Das geht so weit, dass Bewerber selbst das Thema in unseren Kennenlerngesprächen anschneiden.

ITB: Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?

Hermann: Puh, kann ich bitte diese Frage zurückgeben und eine andere bekommen? Ok, im Ernst. Natürlich trägt die Digitalisierung enorm zu Nachhaltigkeit und gerade zu nachhaltigem Wachstum bei – durch einen geringeren Ressourcen-Einsatz, weniger Reisetätigkeiten sowie Optimierung der Produktion und Logistik. Natürlich! Aber man muss nicht „Blockchain“ und „Energieverbrauch“ sagen, damit irgendjemand bei dem Thema zuckt. Also: Ja, auf jeden Fall. Ohne Digitalisierung geht es nicht weiter mit der Nachhaltigkeit. Und ohne Digitalisierung kann sich die Wirtschaft nicht nachhaltig entwickeln. Sie trägt zum Umdenken und zum gesellschaftlichen Wandel bei. Aber wir müssen gerade beim Thema Energieverbrauch die Augen mehr als offen halten und das Thema kritisch und vielseitig hinterfragen. Wir stehen hier erst am Anfang.

ITB: Reichen für einen besseren Schutz von Umwelt, Klima und natürlichen Ressourcen technische Lösungen aus, oder ist dafür auch eine Veränderung der Mentalität bzw. von Unternehmenskulturen erforderlich?

Hermann: Nein, das wird nicht reichen. Nicht ansatzweise. Natürlich müssen sich die Kulturen in den Unternehmen ändern. Und jeder selbst muss sich ändern. Ich denke andersrum wird sogar ein Schuh daraus: Wenn die Kultur in Unternehmen und jeder Einzelne sich ändert, dann rücken technische Lösungen deutlich in den Hintergrund und werden mehr Mittel zum Zweck als Heiliger Gral. Ich bin aber guter Dinge, dass wir das hinbekommen. Der Prozess ist angestoßen. Das sieht und spürt man überall.

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Über den Autor

 Sylvia Lösel

Sylvia Lösel

Chefredakteurin IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien