Digitalisierung für alle Nicht mehr ohne digitale Technologien

Autor Ann-Marie Struck

Sei es das Navi im Auto oder der Messenger auf dem Smartphone, digitale Technologien gehören zu unserem Alltag und für einen Großteil der Bevölkerung sind sie auch nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. So das Ergebnis einer Studie des Bitkom.

Firmen zum Thema

Die Digitalisierung ist ein fester Teil unseres Alltags.
Die Digitalisierung ist ein fester Teil unseres Alltags.
(Bild: Hurca! - stock.adobe.com)

Kollegen am anderen Ende der Welt per Videocall erreichen, die Joggingrunde mit der Uhr tracken und die Lieblingsserie am Abend streamen – digitale Technologien gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zu unserem Leben. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Bevölkerung auf sie nicht mehr verzichten will. Einer Studie des Bitkom zufolge sind für 90 Prozent der Deutschen digitale Technologien nicht mehr wegzudenken. Immerhin hat die Digitalisierung mittlerweile in fast allen Lebensbereichen Einzug gehalten. Am meisten nutzen die Befragten digitale Technologien für soziale Kontakte (85 %). Für 59 Prozent haben digitale Technologien auch in den Bereichen Gesundheit und Vorsorge sowie für 52 Prozent im Bildungsbereich an Bedeutung gewonnen. Für 51 Prozent ist die Digitalisierung in der Arbeit sowie für 50 Prozent im Haushalt wichtig.

Gemischte Gefühle

Obwohl für 80 Prozent der Befragten digitale Geräte den Alltag erleichtern und sie für 69 Prozent den Zugang zu relevanten Informationen ermöglichen, hat ein Großteil der Umfrageteilnehmer Bedenken. Ferner sind 87 Prozent der Meinung, nicht alle Lebensbereiche müssten digitalisiert werden. Zudem fürchten 70 Prozent, der Staat würde mittels digitaler Technologien alles über sie wissen. Des Weiteren fürchten 55 Prozent, dass Fremde Einblick in ihr Privatleben bekommen könnten.

Außerdem sind 65 Prozent der Deutshcen digital gespalten und befürchten, dass nicht alle Menschen in gleichem Maße vom technologischen Fortschritt profitieren. Deutlich wird das unter anderem daran, dass mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) gerne stärker am digitalen Leben teilnehmen würde, sich aber zu wenig mit den entsprechenden Technologien auskennt.

Dementsprechend wichtig sind den Umfrageteilnehmern Maßnahmen, damit jeder Zugang zur digitalen Welt erhält. Auf Platz eins steht für 81 Prozent der Befragten die bessere Verfügbarkeit von Breitband-Internet sowie die Förderung von Medien- und Informationskompetenz in allen Altersgruppen (74 %). Darüber hinaus erwarten 66 Prozent die barrierefreie Gestaltung digitaler Angebote, etwa durch einfache Bedienung und Erklärungen in leichter Sprache. Weitere 53 Prozent plädieren für flächendeckende Unterstützung, zum Beispiel in Form von Begleitpersonen, die Hilfestellung zu Digitalthemen leisten sowie Schulungen.

Digitalkompetenz und technisches Knowhow

Insgesamt wird die Digitalkompetenz der deutschen Bevölkerung in einer Schulnotenskala mit nur „befriedigend“ (3,1) bewertet. Damit hat sich die Note im Vergleich zum Vorjahr (3,3) leicht verbessert. Am besten benoten sich die 16- bis 29-Jährigen und 30- bis 49-Jährigen (jeweils 2,6), am schlechtesten die Über-75-Jährigen (4,8).

Grundlegende Probleme bei der Nutzung digitaler Technologien gibt es aber in allen Altersgruppen: So sehen sich 76 Prozent der Befragten in der Lage, technische Geräte wie gewünscht zu bedienen, solange keine Fehler auftreten. Weitere 70 Prozent fühlen sich in der Lage Maßnahmen zum Schutz gegen Hacker zu ergreifen und 61 Prozent können Fehlermeldungen einordnen und darauf reagieren. Im Umkehrschluss bedeutet das: Knapp ein Viertel kann technische Geräte nicht wie gewünscht nutzen und mehr als ein Drittel scheitert an Fehlermeldungen.

Über die Studie

Die repräsentative Studie des Bitkom wurde im Auftrag der Initiative „Digital für alle“ anlässlich des zweiten bundesweiten Digitaltags am 18. Juni 2021 durchgeführt. Befragt wurden mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Der Digitaltag soll Menschen in ganz Deutschland rund um digitale Themen zusammenbringen und bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Trägerin des Digitaltags ist die Initiative „Digital für alle“, in der 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind.

(ID:47464608)