Die OVHcloud-Strategie in der KI-Ära Neue Gefahren durch KI-Daten

Von Dr. Stefan Riedl 4 min Lesedauer

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Prompt Engineers sind die neuen Data Scientists. Doch beinhalten Prompts und andere Techniken, mit denen KIs mit Daten gefüttert werden, die Gefahr, dass ­zentralisierte KI-Dienste – oder Hacker –, die dort zur Verfügung gestellten Daten missbrauchen.

Mit der Künstlichen Intelligenz gehen bisher unbekannte Gefahren für Unternehmen einher.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Mit der Künstlichen Intelligenz gehen bisher unbekannte Gefahren für Unternehmen einher.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Daten werden in jedem Schritt eines KI-Workflows verwendet, angefangen bei den Datensätzen, die zum Erstellen, Trainieren, Testen oder Feinabstimmen der Modelle verwendet werden, bis hin zu den Eingabedaten der Nutzer. Die Eingabe­daten werden für die Kontextualisierung und die Verarbeitung durch die KI ver­wendet und über Techniken wie Retrieval Augmented Generation (RAG) oder die Prompts eingegeben. Trainingsdaten und Eingabebefehle der Mitarbeiter sind prädestiniert dafür, sensible Daten zu umfassen: von persönlichen, DSGVO-­relevanten bis hin zu Firmengeheimnissen.

Die gesamte Datenkette ist betroffen

„Das bedeutet, dass die gesamte Datenkette betroffen ist“, betont Germain Masse, Product Marketing Manager AI & Data bei OVHcloud. Masse präzisiert: „Auf jeder Ebene können Probleme im Zusammenhang mit dem Schutz persönlicher oder sensibler Daten, Urheberrechten, Lizenzen usw. auftreten.“ Daher sei es auch so wichtig, die Einhaltung aktueller Vorschriften wie DSGVO und Urheberrechtsgesetzen für alle im KI-Workflow verwendeten Daten sicherzustellen. Diese Regelungen bieten bestimmte Richtlinien zur Vermeidung von Datenschutz­problemen, wie zum Beispiel den Grundsatz der Daten­minimierung.

Daten werden oft in amerikanischen Rechenzentren gespeichert – womit diese auch dem US Cloud Act unterliegen.

Germain Masse, Product Marketing Manager AI & Data, OVHcloud

Big Data versus Datenminimierung

Doch wer hat schon Datenminimierung im Mindset, wenn er möglichst gute Ergebnisse aus der KI bekommen will? Vielleicht ist hier ein Stück weit mehr Sensibilisierungsarbeit seitens der Datenschutzbeauftragten und IT-Verantwortlichen gefragt.

Bei OVHcloud sieht man sich selbst in der Verantwortung und will eine vertrauenswürdige Cloud-Infrastruktur bieten, die aktuellen Vorschriften wie der DSGVO oder dem C5-Kriterienkatalog des BSI für deutsche Kunden entspricht.

Management der Datenpipeline

Germain Masse, Product Marketing Manager AI & Data bei OVHcloud(Bild:  OVHcloud)
Germain Masse, Product Marketing Manager AI & Data bei OVHcloud
(Bild: OVHcloud)

Produktseitig hat das Unternehmen eine Erweiterung des Portfolios hin zu KI angekündigt, bei der es vor allem um neue GPU-Instanzen und GPU-gestützte Bare-­Metal-Server geht. Daneben wird die OVHcloud Data Platform geboten. Das ist eine neue End-to-End-Datenplattform, die auf dem OVHcloud Summit angekündigt wurde und eine Low-Code-Lösung für das Management der Datenpipeline und der Analytik darstellt. Die neue Lösung will vom Anspruch her sicherstellen, dass die Daten vor unbefugten Zugriffen und Verstößen geschützt sind und Vorschriften eingehalten werden.

Serverlose Tools für den KI-Einsatz

(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Um Unternehmen bei ihrer Datenstrategie von der Idee bis zur Produktion zu unterstützen, hat OVHcloud ein komplettes Set an serverlosen Tools entwickelt. Die KI-Tools dienen dazu, mit Daten zu experimentieren, Modelle zu trainieren und sie in die Produktion zu bringen. Mit „OVHcloud AI Endpoints“ soll Entwicklern eine Spielwiese geboten werden, um die Endpoints zu testen, bevor sie API-Aufrufe tätigen.

Der „AI App Builder“ stellt zudem eine gemanagte, Server-lose Lösung dar, mit der generative KI-Assistenten erstellt werden können. Das Tool ermöglicht es Kunden, ihre privaten Datensätze in eine gesicherte Cloud-Umgebung einzugeben, LLMs (Large Language Models) auszu­wählen und schließlich direkt den Code bereitzustellen, der für die Anwendung verwendet werden kann.

Der Standort in Europa hat in dem KI-­Kontext aus der Sicht von OVHcloud eine besondere Bedeutung. Schließlich spiele bei den amerikanischen Hyperscalern der Ort, an dem die Daten gehostet werden, eine entscheidende Rolle.

Kommentar

Bewegungen im Hintergrund des KI-Markts

Es gibt zwei Ansätze bei Künstlicher Intelligenz: den zentralen Weg, bei dem ein Big Player im Markt seine KI-Dienste offeriert und den dezentralen Weg, bei dem über ein offenes Ökosystem gearbeitet wird und das sich selbst über eine Blockchain-Ökonomie finanziert. In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren zentrale Lösungen wie ChatGPT, weil diese als erste „die PS auf die Straße gebracht haben“. Der eingebaute Wettbewerbsaspekt und die geringeren Kosten sprechen aber für dezentrale Lösungen. Die Kooperationen häufen sich: Nun ist die Telekom der Fetch.ai-Foundation beigetreten, die auf Blockchain- und Open-Source-Basis KI- und Web3-Technologien auf dem hauseigenen Fetch.ai-Netzwerk vorantreibt. Bosch ist als Kunde am Start.

US-Rechenzentren und der US-Cloud-Act

In KI-Zeiten braucht es zum Schutz neue Sensibilitäten.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
In KI-Zeiten braucht es zum Schutz neue Sensibilitäten.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

„Daten werden dort oft in amerikanischen Rechenzentren gespeichert – womit diese auch dem amerikanischen US Cloud Act unterliegen“, so Masse. Dieser erlaube US-amerikanischen Behörden den Zugriff auf sämtliche Unternehmens- und Kundendaten von Cloud- und Kommunikationsanbietern, sofern sie ihren Sitz in den USA haben beziehungsweise dem US-amerikanischen Recht unterliegen. Die – selbstverständlich aus OHVcloud-Sicht nicht ganz uneigennützige – Schlussfolgerung, formuliert Masse folgendermaßen: „Um die volle Souveränität der eigenen Daten zu wahren, sollten diese auch physisch auf dem Territorium der EU gehostet werden. Einen europäischen Cloud-Anbieter zu wählen kann damit eine weise Entscheidung sein. Denn damit ist sichergestellt, dass die Daten DSGVO-konform verarbeitet werden“, so der ­OVHcloud-Manager.

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