Microsoft lässt Wi-Fi 7 für Unternehmensnetzwerke zu Neue Funktechnologie erreicht Windows 11

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Microsoft erweitert Windows 11 um Unterstützung für Wi-Fi 7 in Unternehmensnetzwerken. Die neue Technologie verspricht höhere Datenraten, geringere Latenzen und stärkere Verschlüsselung. In der Praxis bringt sie jedoch komplexere Anforderungen.

Microsoft schaltet Wi-Fi 7 in „Windows 11“ frei und „WPA3-Enterprise“ vor. (Bild:  Thomas Joos)
Microsoft schaltet Wi-Fi 7 in „Windows 11“ frei und „WPA3-Enterprise“ vor.
(Bild: Thomas Joos)

Mit der Unterstützung von Wi-Fi 7 für Unternehmensnetzwerke führt Microsoft eine Erweiterung ein, die bereits seit 2024 im Privatbereich verfügbar ist. Die Funktion steht ab dem September-Update 2025 in „Windows 11 Version 24H2“ und „25H2“ zur Verfügung und richtet sich an Organisationen, die auf hohe Geschwindigkeit und stabilen Datendurchsatz angewiesen sind.

Technischer Fortschritt und neue Anforderungen

Wi-Fi 7 basiert auf den IEEE-Standards für Multi-Link-Betrieb und erweitert die nutzbaren Frequenzbereiche um 320 Megahertz (MHz) im 6-GHz-Band. Dadurch steigt die nutzbare Bandbreite bei geringer Latenz, was für Echtzeitanwendungen wie Virtual Reality oder industrielle IoT-Systeme relevant ist.

Die Modulation mit 4096-QAM erhöht die Datendichte um etwa zwanzig Prozent, was die Video-Übertragung und Konferenzkommunikation verbessert. In der Unternehmenspraxis bringt diese Technik allerdings neue Abhängigkeiten mit sich.

Geräte müssen Wi-Fi-7-fähige Chipsets besitzen, und die Treiber müssen von den Herstellern entsprechend zertifiziert sein. Auch die Netzwerkhardware selbst erfordert Access Points der neuen Generation. Ohne vollständige Kompatibilität kann es zu Instabilitäten und abweichendem Verhalten kommen.

Sicherheit und WPA3-Enterprise

Mit Wi-Fi 7 führt Microsoft zudem die verpflichtende Nutzung von „WPA3-Enterprise“ ein. Die Authentifizierung erfolgt damit über robuste Verfahren, die Brute-Force-Angriffe und unsichere Legacy-Mechanismen ausschließen. Unternehmen profitieren von einer einheitlichen Sicherheitsbasis, müssen aber prüfen, ob alle vorhandenen Clients und Access Points die geforderten Standards unterstützen. Alte Hardware verliert dadurch allerdings ihre Einbindungsmöglichkeit.

Die Einführung stärkerer Verschlüsselungsprotokolle erhöht den Schutz sensibler Daten, erfordert jedoch auch eine genaue Abstimmung zwischen Betriebssystem, Treiber und Firmware. Microsoft verweist auf seine Secure-Future-Initiative, die eine durchgängige Sicherheitsarchitektur von Windows bis zur Cloud anstrebt. In der Praxis bleibt der Erfolg dieser Maßnahmen abhängig von der konsequenten Implementierung in der gesamten Infrastruktur.

Roaming und Netzwerkkonsistenz

Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung des Roaming in Campus-Umgebungen. Durch Funktionen wie 'Opportunistic Key Caching' (OKC) und 'Fast Transition' (FT) sollen Endgeräte schneller zwischen Access Points wechseln können, ohne erneute Authentifizierung.

Gerade in Büros, Hochschulen oder Fertigungsstätten mit vielen beweglichen Geräten reduziert das Latenzen und Verbindungsabbrüche. Der Nutzen hängt jedoch stark von der korrekten Konfiguration der Access Points und der Netzwerkkontroller ab.

Herausforderungen bei der Implementierung

Unternehmen, die Wi-Fi 7 einführen, müssen ihre Infrastruktur sorgfältig vorbereiten. Neben kompatibler Hardware ist ein abgestimmtes Zusammenspiel von Windows-Version, Firmware und „Intune“- oder Gruppenrichtlinienverwaltung notwendig. Die Einrichtung bleibt komplex, da sowohl die Frequenzplanung als auch die Sicherheitsrichtlinien an die neuen Standards angepasst werden müssen. Zudem ist zu erwarten, dass ältere Geräte ohne 6-GHz-Unterstützung weiterhin auf den bisherigen Frequenzen verbleiben, was gemischte Netzwerktopologien erforderlich macht.

Fazit

Wi-Fi 7 markiert einen deutlichen Fortschritt im drahtlosen Netzbetrieb, insbesondere für datenintensive Anwendungen und hybride Arbeitsumgebungen. Die Technik erhöht Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit, verschärft aber zugleich die Anforderungen an Planung und Wartung. Unternehmen, die früh umsteigen, profitieren langfristig von stabilerer Konnektivität und konsistenter Sicherheit, müssen jedoch mit erhöhtem Test- und Anpassungsaufwand rechnen.

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