Unter dem Dach von Cancom vereinigen sich Online-Shops für Business- und Consumer-Kunden

Neue Chance für eTailer Home of Hardware

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

ITB: Der Online-Handel hat in den vergangenen Jahren den IT-Markt gehörig umgepflügt. War er zunächst eine Randerscheinung, hat er sich inzwischen einen festen Platz als Kanal im Vertriebsmix erarbeitet. Haben sich dadurch auch die Fachhandelsprogramme und die Vertriebsstrukturen der Hersteller angepasst?

Eberle: Das kann man wohl sagen. Nachdem ich beide Seiten kenne – klassisches Systemhaus und Online-Handel – kann ich feststellen, dass es inzwischen durch die Bank jeweils eigene Ansprechpartner und Betreuer bei den Herstellern gibt. Oft auch mit eigenen Fachhandelsprogrammen für den Online-Bereich oder sogar eigenen Produktlinien. Acer war hier einer der ersten, inzwischen machen das jedoch fast alle großen Hersteller so.

ITB: Welche Auswirkungen hat das Bündnis mit Cancom auf die geschäftliche Ausrichtung und das Portfolio von HoH?

Eberle: Zunächst einmal werden wir das Portfolio straffen und alles, was nicht im IT- und CE-Bereich angesiedelt ist, beispielsweise weiße Ware, aus dem Portfolio streichen. Natürlich werden wir auch in den nächsten Wochen und Monaten Überschneidungen in der Zielgruppe und im Portfolio genau unter die Lupe nehmen. Es geht darum, Einkaufsvorteile zu bündeln. Wir schauen uns genau an, bei welchen Lieferanten HoH und Cancom jeweils einkaufen und werden bei den Jahresgesprächen, die jetzt anstehen, gemeinsame Deals abschließen und so Volumen bündeln. Wir bleiben in jedem Fall mit zwei Brands auf dem Markt. Die Frage ist, wie Cancom-Kunden künftig von HoH-Ressourcen profitieren können, wenn sie beispielsweise schnell mal fünf Monitore und einen Drucker ordern. Das sind Dinge, die sich aber erst noch entwickeln müssen.

ITB: Früher haben ja auch Systemhäuser allein durch den Produktverkauf ordentlich Kasse gemacht. Inzwischen gilt die Devise, dass man als Boxenschieber schwer überleben kann und sein Glück in Dienstleistungen suchen soll. Das Massengeschäft überließ man im Laufe der Zeit tendenziell eher den spezialisierten Onlinern. Gibt es andersherum denn vielleicht auch Möglichkeiten für Online-Händler, die Service-Komponente in ihrem jeweiligen Geschäftsmodell zu vergrößern?

Wild: Ich denke nicht, dass dieser Weg viel bringen könnte. Wir bieten als HoH zwar ebenfalls viel Service, denn auch wir beraten unsere Kunden und sind auch nach dem Verkauf für sie da. Aber das sind Dinge, für die im Online-Handel keine Rechnung gestellt wird und die nur indirekt vergütet werden. Beispielsweise durch gute Bewertungen in den einschlägigen Vergleichsportalen im Internet.

(ID:2018854)