Enterprise Resource Planning MKS Software geht mit Goliath.net in die Vollen

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Nach jahrelanger Entwicklung geht MKS Software mit Goliath.net nun in die vertriebliche Offensive. Hauptargumente: fünf verschiedene Branchen-Versionen und ein Store für „Szenarien“.

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MKS Software hat das Firmengebäude ausgebaut.
MKS Software hat das Firmengebäude ausgebaut.
(Bild: MKS)

Vom Selbstverständnis her soll Goliath.net viele Insellösungen zu einer ­Gesamtlösung integrieren. Die Funktionsbreite umfasst dabei: CRM, Aufgabenplanung, Auftragswesen, Auswertungs-Center, Dokumentenmanagement, Mitarbeitereinsatzplanung, Zahlungsverkehr, Kampagnenmanagement, Vertragswesen, Schnittstellen für die Finanzbuchhaltung, Bestellwesen, Ticketing, Arbeitszeitabrechnungen und die Anbindung mobiler Devices.

Fünf Jahre Entwicklungszeit

Michael Kempf, Vorstand MKS Software
Michael Kempf, Vorstand MKS Software
(Bild: MKS)

Dieses Mammutprojekt habe eineinhalb Jahre länger in der Entwicklung gebraucht als ursprünglich geplant, räumt MKS-Vorstand Michael Kempf ein. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt gebe es keine Alternative mehr zum Erfolg. Kempf überschlägt die Kosten: Fünf Jahre Entwicklungszeit mal 15 Entwickler, mal 1.800 Produktivstunden pro Jahr, mal einem internen Verrechungssatz in Höhe von 30 Euro die Stunde, schon sind vier Millionen Euro verbraten.

Branchenlösungen

Nachdem mit Pilotkunden immer weiter am Produkt gefeilt wurde, überzeuge jetzt das Ergebnis und größere Aufträge bringen Umsatz und Breitenwirkung. Die Wurzeln hat Goliath.net in einer ERP-Lösung für Systemhäuser.

Hinzu kamen weitere Branchenlösungen, die für Goliath.net entwickelt wurden sind. Daraus resultieren die fünf folgenden Varianten:

  • Systemhaus Edition
  • Production Edition
  • Food Edition
  • Copy & More Edition
  • FiBu Edition
  • Business Edition (flexibel)

Die ursprünglich für den Eigenbedarf entwickelte Systemhaus-Edition macht ­umsatzmäßig mit etwa 60 Prozent immer noch den Löwenanteil aus. Die anderen Editionen für Kopierläden, den Handel, Produktionsfirmen, Lebensmittelhersteller und Finanzbuchhaltung sorgen für die verbleibenden 40 Prozent des Umsatzes. Tendenz steigend.

Business-Intelligence-Modul

Screenshot von Goliath.net
Screenshot von Goliath.net
(Bild: MKS)

Zentraler Bestandteil der Software ist ein szenarienbasiertes Business-Intelligence-Modul, das über einen Virtualisierungsassistenten einen schnellen Überblick über Geschäftsvorgänge ermöglicht.

Ein „verbalisiertes“ Szenario ist beispielsweise: „Zeige mir alle Tickets, die heute reingekommen sind und die noch nicht von einem Techniker bearbeitet worden sind!“ Ein anderes Beispiel: „Zeige mir, wie sich auf Basis von Bankdaten, Aufträgen, Wartungsverträgen und Angeboten mit Zusage meine Liquidität in den nächsten drei Wochen entwickeln wird!“

Szenarien im MKS Store

Solche Szenarien können auch über einen MKS Store in App-Store-Manier heruntergeladen werden. Nutzer können solche selbst erstellten Szenarien über diesen Store anderen Anwendern anbieten. Die Standard-Szenarien in einer Branchen-Edition werden so ergänzt und erweitert. Es gibt zudem eine „Store-Flat“, die unbeschränkten Zugriff auf die Szenarien bietet. Ein Store-Administrator in einem Unternehmen, das Goliath.net nutzt, entscheidet über ein integriertes Rechtemanagement, welcher Mitarbeiter Zugriff auf welche Szenarien (und damit Daten) hat.

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