Auf dem AWS Summit 2023 in Berlin konnten sich die 7.000 Teilnehmer in Vorträgen, Gesprächen und Präsentationen an den verschiedenen Ständen schlaumachen, wie Unternehmen jeder Größe ihr Innovationstempo mit Cloud-Technologien deutlich erhöhen können.
Nicht nur die Keynote sind bei den Teilnehmern des AWS Summit 2023 auf großes Interesse gestoßen. Auch die Partner- und Expertenvorträge und Workshops waren gut besucht.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Zum AWS Summit 2023 hat der Hyperscaler auch diesmal rund 7.000 Teilnehmer in die Hallen der Station Berlin empfangen. Doch ging es bei dem großen Kongress auf dem Gelände des ehemaligen Postbahnhofs weniger um Pakete als um intelligente Cloud-Lösungen für die digitale Transformation. Aber bevor sich die Tore der Station Berlin für die Konferenzteilnehmer öffneten, veranstaltete AWS einen Partner Summit, ebenfalls in Berlin.
Zum Partnertreffen kamen rund 600 Partner, um sich über Cloud-Trends und über die Möglichkeiten, mit AWS zu wachsen informieren. So hat Tanuja Randery, Vice President Commercial Sales EMEA in ihrer Keynote hervorgehoben, dass derzeit nur 15 Prozent der Workloads in der Cloud sind. Zudem würden in den nächsten zwei Jahren mehr Daten generiert als in den letzten 30 Jahren. Für Partner gibt es daher die unterschiedlichsten Ansatzpunkte, um die digitale Transformation ihrer Kunden mit AWS voranzubringen. Doch gleichwohl laut Canalys die Cloud nach wie vor das am schnellsten wachsende Segment im IT-Markt ist, gehen die Analysten von einem verlangsamten Wachstum der Kundeninvestitionen aus. Anhaltende makroökonomische Unsicherheiten hätten den Marktforschern zufolge dazu geführt, dass das Wachstum bei Cloud-Infrastrukturdiensten im ersten Quartal 2023 zum ersten Mal weniger als 20 Prozent beträgt. AWS ist mit einem Anteil von 32 Prozent immer noch Marktführer und verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 80,1 Milliarden US-Dollar. Das macht nicht weniger als 15,6 Prozent des Gesamtumsatzes von Amazon aus. Doch ist auch beim Marktführer das erste Quartal dieses Jahres weniger gut gelaufen.
Welches Potenzial die Cloud dennoch bietet und welche Geschäftsmöglichkeiten sich für Partner daraus ergeben, skizzierte unter anderem Vittorio Sanvito, Head of EMEA Partner Development bei AWS. Einer Studie von Canalys zufolge haben Partner weltweit für Cloud-Dienste – also für Beratung, Design, Beschaffung, Aufbau, und Management – für jeden Dollar AWS-Umsatz einen Multiplikator von 6,40 US-Dollar erwirtschaftet. In Deutschland liegt der Multiplikator mit 5,10 US-Dollar etwas niedriger. Dabei ist die Rentabilität unter anderem abhängig vom Geschäftsmodell, Aktivitäten und dem Cloud-Reifegrad. Hohen Margen (30 – 40 %) und eine hohe Rentabilität werden dabei mit Managed Services erreicht. Um Channel-Partner gezielter unterstützen zu können, erweitert AWS die vor gut einem Jahr eingeführten Partnerpfade. Zu den fünf Partner Paths, die sich an der Art der von Partnern angebotenen Leistungen, also an deren Business-Modell orientieren (Services, Software, Hardware, Trainings und Distribution) kommt eine neue Dimension hinzu.
Partner Profitability Framework
Neu eingeführt wurde Ende 2022 das so genannte Partner Profitability Framework. Damit sollen Partner schneller mehr Wachstum und Rentabilität erzielen, da sie zum Beispiel schneller zu den richtigen Ressourcen gelangen. Eingeteilt werden die Partner dabei in fünf verschiedene Kategorien, die abhängig sind von der Tiefe und der Breite bei der Nutzung von AWS Cloud-Services. Doch unabhängig davon, ob sie Cloud-Dienste verkaufen, Professional Services, Managed Services oder Technologielösungen anbieten oder Geschäftsergebnisse bereitstellen, reduzierten sich so Aufwand und Zeit bei der Auswahl des richtigen Angebots. Das erhöhe wiederum die Rentabilität. In der ersten Kategorie des Profitability Framework werden Partner geführt, die beispielsweise Experten in einer bestimmten Lösung sind. Sind sie in der Lage, die Lösung zu erweitern oder mit einem anderen Partner zusammenzuarbeiten, erschließen sie sich mehr Verkaufsmöglichkeiten und sind also breiter aufgestellt. Damit steigen sie in dem neuen Framework weiter auf. Und je weiter ein Partner im Profitability Framework aufsteigt, desto mehr Wert kann er seinen Kunden auf verschiedenen Ebenen bieten. Darüber hinaus verspricht der Hyperscaler, Partner intensiv zu unterstützen, sei es mit Tools, Vergünstigungen, Hilfe von Experten, um Fähigkeiten und Angebote aufzubauen, Go-to-Market-Strategien (GTM) voranzutreiben und Lösungen zu verkaufen. Der Cloud-Riese hat dazu unter anderem das Portal AWS Partner Central überarbeitet. Durch eine neue Navigation, schnelleren Seitenladezeiten und erweiterten Services, die auch Marketing- und technische Unterstützung umfassen, sollen Partner schneller zu den für sie relevanten Inhalten gelangen.
Weitere Verbesserungen will AWS im Laufe des Jahres vornehmen. Wie Vittorio Sanvito ausführt, werden einige Programme konsolidiert. Außerdem soll die AWS Partner Central und der Marketplace besser aufeinander abgestimmt werden. Für den Partner-Chef ist dabei vor allem der Marketplace als großer Enabler ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Profitability Frameworks. Schließlich sollen grundlegende Elemente wie Onboarding, Enablement, Deal Management und technische Validierungen beschleunigt werden. Sanvito geht davon aus, dass Partner so bis zu einem Geschäftsabschluss 40 Prozent der Zeit einsparen können.
Begrenzung der CO2-Emissionen im Infrastrukturbau
Keine Frage, erfolgreiche Projekte, die auf AWS aufbauen, gibt es viele. Erwähnenswert ist ORIS allerdings nicht zuletzt, weil das Unternehmen erst 2021 als eigenständige Geschäftseinheit des Baustoffhersteller Holcim gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, nicht nur die CO2-Emissionen beim Straßen- oder Schienenbau um bis zur Hälfte senken, sondern damit auch die Baukosten drastisch zu reduzieren. Mit IBM und AWS als Partner hat ORIS eine hochskalierbare Plattform entwickelt, die unter anderem auf flexible SaaS- und Data-Lake-Architektur durch Verwendung von Managed Services, Serverless Services, Automatisierung, KI und Maschinelles Lernen setzt. Zugänglich ist ORIS als digitaler Self Service und soll Nutzer wie Materiallieferanten, Bauunternehmen oder Behörden helfen, kosteneffizient und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Stand: 08.12.2025
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Von AWS Partnern lernen
Auf dem AWS Summit in Berlin, der unter dem Motto „Connect. Collaborate. Learn“ stand, konnten die Teilnehmer einen Einblick von der Vielfalt der Services und Lösungen, die von und mit AWS verfügbar sind, erhalten. So präsentierten insgesamt 85 AWS-Partner unterschiedlichster Größe ihre Lösungen, die auf der Technologie des Hyperscalers basieren. In über hundert Vorträgen und Workshops wurden Themen wie KI und Machine Learning, Software-Architektur, Cloud Operations, Data und Analytics, DevOps, Migration oder Sicherheit erörtert. Ihre Lösungen vorgestellt haben dabei nicht nur Tech-Riesen wie die T-Systems, sondern auch kleinere Partner wie der Security-Anbieter Alice&Bob. Letzterer hat beim Partner Summit den AWS Partner Pokal abgeräumt, wie Gründer und Co-CEO, Mario Apitz, bestätigte.
Doch neben Cloud-Security stand auch die Nachhaltigkeit im Fokus des AWS Summits. Dabei hat nicht nur AWS selbst, die eigenen Bemühungen, die Effizienz von Rechenzentren zu steigern, unterstrichen. Vielmehr gibt es zahlreiche Partner-Projekte, wie zum Beispiel von ORIS, bei dem es in Kooperation mit IBM, darum geht, den CO2-Fußabdruck der Baubranche zu reduzieren – ein überaus ambitioniertes Digitalisierungs-Projekt; schließlich ist der Infrastrukturbau für insgesamt 13 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.