In kaum einer anderen Branche steckt so viel Innovationskraft wie in der IT. Die Microsoft-Channel-Chefin Edith Wittmann erläutert, wie der Konzern die Partner strukturell einspannt. ChatGPT und die Cloud spielen eine besondere Rolle.
Microsoft heißt Partner mit zahlreichen Initiativen in der Cloud-Ära willkommen.
(Bild: SCHRÖDER - stock.adobe.com)
Geht man nach der These der „Halbwertszeit des Wissens“ ist Schulwissen nach mehr oder weniger 20 Jahren nur noch zur Hälfte gültig, bei Hochschulwissen und beruflichem Wissen kann man nach fünf bis zehn Jahren etwa die Hälfte abschreiben und was die IT angeht, wird die Halbwertszeit auf unter zwei Jahre taxiert. Es gibt keine empirischen Belege für diese Annahme, aber im Großen und Ganzen dürfte da schon etwas dran sein.
Wobei in der Praxis gerade nicht mehr gelehrtes IT-Wissen mitunter besonders gefragt ist: Cobol, „das Aramäisch der Programmiersprachen“ wird kaum unterrichtet, versierte Experten sind aber wegen der vielen Legacy-Anwendungen – beispielsweise bei Versicherungen und Banken – auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.
Hallo ChatGPT! Wie kannst Du Programmierer unterstützen?
„Als KI-Sprachmodell kann ich auf verschiedene Weise Programmierer unterstützen. Hier sind einige Beispiele:
1) Fehlerbehebung: Wenn Programmierer auf ein Problem stoßen, können sie mich fragen, ob ich eine Lösung dafür kenne. Ich kann auf mögliche Lösungen hinweisen oder Anleitungen zur Fehlerbehebung bereitstellen.
2) Technische Informationen: Programmierer können mich fragen, ob ich Informationen zu einer bestimmten Programmiersprache oder einem Technologie-Stack habe. Ich kann auch über bewährte Methoden und Best Practices informieren, um Programmierern zu helfen, ihre Arbeit zu verbessern.
3) Code-Optimierung: Programmierer können mich fragen, wie sie ihren Code optimieren können, um eine bessere Leistung zu erzielen oder um Ressourcen zu sparen. Ich kann auf effizientere Code-Implementierungen und -Strukturen hinweisen.
4) Dokumentation: Ich kann helfen, die Dokumentation von Code-Bibliotheken und Frameworks zu verbessern, indem ich Programmierern dabei helfe, klarere und prägnantere Anweisungen zu schreiben.
5) Schulung: Programmierer können mich als Werkzeug zur Schulung und Schulung von Neulingen in der Programmierung verwenden. Ich kann grundlegende Konzepte erklären und bei der Entwicklung von Anwendungen helfen.
Insgesamt kann ich als KI-Sprachmodell Programmierern eine wertvolle Ressource zur Verfügung stellen, um ihre Arbeit zu verbessern und ihre Fragen zu beantworten.“
Hilfe beim Programmieren
Zudem heißt Veränderung nicht zwingend, dass alles komplexer werden muss. Beispielsweise kann ein Programmierer, der eine Youtube-Schnittstelle programmieren möchte, probieren, ob ChatGPT nicht ad hoc die passenden Zeilen Code ausspuckt, statt Wälzer an Dokumentationen zu lesen. Im Kasten erläutert ChatGPT selbst, wie er Programmierern im Tagesgeschäft hilft.
Ausweg aus dem Fachkräftemangel?
Bei Microsoft ist man von der Mächtigkeit des ChatGPT-Tools so überzeugt, dass man sich positive Auswirkungen auf den Fachkräftemangel erhofft, sagt Edith Wittmann, Senior Director Global Partner Solutions bei Microsoft Deutschland. Im Entwicklerumfeld würden sich bahnbrechende Möglichkeiten ergeben. „OpenAI und Github sind beide in San Francisco angesiedelt und die Kooperation der beiden Unternehmen spiegelt sich in GitHub Copilot wider. Entwickler können sich so während sie coden, den Code von ihrem KI-Copiloten überprüfen lassen“, so die Managerin. Die Leistungsfähigkeit von OpenAI soll nun sukzessive in die Produkte von Microsoft integriert werden.
ChatGPT wird aus meiner Sicht positive Auswirkungen auf den Fachkräftemangel haben, auch deswegen investiert Microsoft so stark in dieses Thema.
Edith Wittmann, Senior Director Global Partner Solutions, Microsoft Deutschland
Große Neugier auf AI im Markt
ChatGPT habe so viel Neugier bei Kunden geweckt, so dass Partner im Lösungsbereich „Azure Data & AI“ viel zu tun haben. Doch gerade hier schlägt der Fachkräftemangel aufgrund des AI-Booms gerade besonders stark ins Kontor, sagt Wittmann. „Wir sind um jeden Partner froh, der sich hierhin entwickeln möchte und unterstützen dies aktiv.“ Neben der produktseitigen Integration von ChatGPT wird also auch der Einzug in den Channel programmatisch forciert.
Lösungsbereiche und Spezialisierungen
„Azure Data & AI“ ist eine von sechs sogenannten „Designations“. Das ist der Microsoft-Jargon für „Spezialisierung“ oder „Lösungsbereich“ und Teil der Struktur des Cloud-Partnerprogramms MCPP (Microsoft Cloud Partner Program). Die sechs Spezialisierungen, die mit dem Programm vor rund einem Jahr vorgestellt wurden, sollen den Stand der IT-Technologie, der zunehmend auf Cloud basiert, für Partner abbilden.
Die Designations sind konkret: 1) Modern Work, 2) Security, 3) Business Applications und die drei Segmente aus dem Azure-Umfeld 4) Core (also Infrastruktur), 5) Data AI und 6) AppInnovation, also Anwendungsmodernisierung. „Letztlich ging es auch darum, eine Deckungsgleichheit abzubilden, dahingehend, dass sich die Art und Weise wie wir Kunden ansprechen, auch im Partnerprogramm widerspiegelt“, erläutert Wittmann.
Verbesserungen am MCPP
Edith Wittmann, Senior Director Global Partner Solutions, Microsoft Deutschland
(Bild: Microsoft)
Als MCPP vor etwa einem Jahr vorgestellt wurde, war das erklärte Ziel die Einfachheit und Transparenz zu erhöhen und Komplexität herauszunehmen. „Das ist geglückt“, sagt Wittmann, räumt aber ein, dass an der einen oder anderen Stelle nachgebessert wurde, vor allem auf Basis von Feedback der Partner: „Wir haben von unseren Partnern unterschiedliches Feedback bekommen. Was wir relativ schnell auch umgesetzt haben, ist ein Programm für ISVs zu integrieren, das ISV Success Program.“
ISVs sind Partner, die mit eigener Software auf den Markt gehen, die sozusagen an Microsoft-Produkte anflanscht, beziehungsweise diese veredelt oder im Sinne einer Spezialisierung fit für bestimmte Branchen macht. Besonders viel tut sich hierbei im Azure-Umfeld. An Hilfestellungen bietet Microsoft den ISVs unter anderem Entwicklerwerkzeuge, den Zugang zu Beta-Testprogrammen und den Austausch innerhalb von Entwickler-Communities.
Preiserhöhungen oder Währungsanpassungen?
Kritische Stimmen aus dem Partner- und Kundenumfeld artikulieren ihren Unmut über Preiserhöhungen, die Microsoft im Cloud-Umfeld vornimmt. Die nächste wird Anfang des zweiten Quartals 2023 fällig. Die Channel-Chefin bezieht hier einen klaren Standpunkt: „Die Preiserhöhungen sind letztlich eine Anpassung an die Währungsdifferenz Euro-Dollar.
Stand: 08.12.2025
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Zum 1. April finden vor diesem Hintergrund Preiserhöhungen in Deutschland statt, während sich in anderen Regionen wegen anderer Entwicklungen bei den Währungspaaren zum Dollar Preissenkungen ergeben haben, beispielsweise in Australien und Neuseeland.“ So gesehen handle es sich dabei also nicht um klassische Preiserhöhungen, sondern um Währungsanpassungen, die alle sechs Monate neu bewertet werden.
Das Prinzip dahinter: Ein starker Dollar bei einem schwachen Euro führt zu Preiserhöhungen in Euro und vice versa. Im Vergleich dazu finde finde die Preisbildung bei anderen Cloud-Anbietern teilweise tagesaktuell auf dem Spotmarkt statt, führt die Microsoft-Managerin aus.
Digitalisierungspotenzial ist weiterhin enorm
Der Microsoft-Channel soll die Digitalisierung in Deutschland aus Sicht des Redmonder Software-Konzerns naturgemäß hauptsächlich mit Microsoft-Produkten vorantreiben. Wittmann spricht allgemein davon, dass es in Deutschland noch enormes Digitalisierungspotenzial gebe, „denn viele Kunden sind noch nicht in der Cloud angekommen, auch wenn die Gesamtgemengelage rund um Corona diesbezüglich starke Impulse gesetzt hat.“
Die EU-Datengrenze, die Microsoft nun umsetzt, sei vor diesem Hintergrund im Microsoft-Channel hervorragend angekommen. „Wir haben hier einen weiteren Baustein geschaffen, um die Bedenken von Datenschützern auszuräumen“, sagt die Managerin.
Kunden gründen Töchter, die Partner werden
Wittmann fällt es schwer, eine konkrete Zahl an Microsoft-Partnern zu nennen. „Das liegt auch an einem Trend, den wir beobachten, nämlich, dass Kunden zunehmend zu Partnern werden, da sie digitale Geschäftsmodelle entwickeln und Software-Töchter gründen.“ Beispielsweise ist Volkswagen im Jahr 2020 mit der Software-Tochter Cariad gestartet. Oder die Firma Lidl aus der Schwarz Gruppe hat mit Stackit einen eigenen Dienstleister in dem Umfeld gegründet, so dass letztlich aus einem Endkunden ein Partner wurde.