Ausbau der Value-Distribution und weitere Akquisitionen stehen auf dem Plan

Mega-Fusion: Wie Also und Actebis zur Nummer eins in Europa werden wollen

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Auswirkungen in Deutschland

Zur Frage, wie die gemeinsame Firmenstruktur von Also und Actebis künftig aussehen soll, wollten sich weder Hellmich noch Weissmann im Detail äußern. „Dazu ist es noch zu früh“, so Hellmich. Er betonte jedoch, wie auch Also-Chef Weissmann, an erster Stelle sei es wichtig, die Mitarbeiter beider Unternehmen mitzunehmen, weil sie ausschlaggebend seien für den künftigen gemeinsamen Erfolg.

„Da sich beide Unternehmen in vielen Bereichen ausschließlich ergänzen, wird die Fusion keine großen Auswirkungen auf den Standort Soest haben, der erst einmal als Hauptsitz der Actebis erhalten bleibt“, erklärte Hellmich. Auch im Hinblick auf Portfolio und Kunden seien die Überschneidung gering. Allerdings gibt es hier sehr wohl mögliche Reibungspunkte: So zählt schon HP bei beiden Unternehmen zu einem der wichtigsten Herstellerpartner, gemessen an den Umsätzen. Und hier dürfte sich auch die Kundenklientel in weiten Teilen überschneiden.

Aus Sicht Hellmichs sei es außerdem noch zu früh, Aussagen bezüglich der künftigen Logistik-Struktur zu machen. Also unterhält ein großes Logistikzentrum in Braunschweig und in der Schweiz, Actebis das Zentrallager- und Logistikzentrum in Soest, NT plus liefert aktuell nach wie vor vom eigenen Lager in Staufenberg. „Fakt ist, dass wir in beiden Unternehmen ein massives Wachstum verzeichnen, weshalb auch der Bedarf an Lager- und Logistikfläche steigen wird“, so Hellmich.

Wie die künftige Management-Struktur aussehen wird, dazu wollte sich momentan niemand äußern. „Es ist noch zu früh, diese Fragen zu beantworten“, so der Actebis-Chef.

Da beide Gesellschaften im Zuge der Kapitalerhöhung in der Also zusammengeführt werden, wird der Name Actebis Peacock erst einmal in Also übergehen, der Brand Actebis soll aber später im Namen erhalten bleiben.

Value-Geschäft ausbauen

Konkretes Potenzial, um sowohl den Umsatz als auch die Profitabiltiät weiter zu erhöhen, sieht Hellmich vor allem im Ausbau und in der Übertragung des Actebis-Value-Added-Konzeptes auf alle Länder, in denen Also und Actebis aktiv sind. „Das Broadline-Geschäft bleibt für uns nach wie vor elementar wichtig, doch die Erweiterung unserer Value-Services wird unserem gemeinsamen Unternehmen einen zusätzlichen Schub verleihen und die Margen-Situation weiter verbessern“, kündigte er an.

Im Value-Bereich fehlen allerdings Actebis ebenso wie Also einige wichtige Player im VAD-Portfolio, die gleichzeitig bereits über ein sehr engmaschiges Netz an bestehenden Value-Distributoren verfügen, beispielsweise in Deutschland VMware, Cisco, EMC oder die SaaS- und Cloud-Angebote von Microsoft. Für den Ausbau des Value-Geschäfts sei das kein Hindernis, kontert Hellmich: „Der Ausbau der Merhwert-Services erstreckt sich nicht nur auf das Hersteller-Portfolio, sondern auch auf die Verbesserung der Wertschöpfung in der Supply Chain insgesamt. So lagern beispielsweise Hersteller zunehmend Aufgaben an die Distribution aus – und diese Chance werden wir nutzen.“ Aus Sicht von Weissmann gibt es hier keine Hindernisse: „Sicherlich haben viele Hersteller im VAD-Bereich bereits ein existierendes Distributionsnetz. Die entscheidende Frage aber ist doch: Haben sie die richtigen Partner? Wir haben es in der Schweiz geschafft, innerhalb kürzester Zeit nach dem Abschluss des VMware-Vertrags für diesen Hersteller zur Nummer eins zu werden – obwohl es dort bereits eine Reihe von VMware-Distributoren gab. Entwicklungen wie diese können vor dem Hintergrund der Fusion mit Actebis einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen von Herstellern haben.“

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