Datenschatz speichern statt löschen Langzeitarchivierung von Daten

Ein Gastbeitrag von Federica Monsone* 9 min Lesedauer

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Daten sind eine zentrale Ressource heutiger Aktivitäten. Bereits früh erkannten Unternehmen ihren wirtschaftlichen und strategischen Wert. Mit dem Wechsel zu KI steigt ihre Bedeutung in allen Bereichen der Wertschöpfung und Erkenntnis weiter.

Im Gastbeitrag fasst Federica Monsone die Meinung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Storage-Unternehmen zu Entwicklungen im Bereich Langzeitarchivierung zusammen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Im Gastbeitrag fasst Federica Monsone die Meinung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Storage-Unternehmen zu Entwicklungen im Bereich Langzeitarchivierung zusammen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Vor diesem Hintergrund verfolgen viele Organisationen den Grundsatz, Daten zu speichern statt zu löschen. Ausschlaggebend dafür sind zum einen die stetig wachsenden analytischen Möglichkeiten, Daten in verwertbare Informationen zu überführen. Zum anderen erfordern rechtliche und regulatorische Vorgaben zunehmend die langfristige Aufbewahrung von Daten – häufig über mehrere Jahrzehnte.

Entsprechend rücken die langfristige Datenspeicherung sowie Technologien, welche diese ermöglichen, immer stärker in den Fokus. Aus diesem Anlass haben wir ein Panel mit Expertinnen und Experten zusammengestellt, um künftige Fragen zur Datenspeicherung zu diskutieren: die größten Herausforderungen für Organisationen mit langfristigen Archivierungsanforderungen, verbreitete Mythen und Irrtümer zur Langzeitspeicherung sowie aufkommende Technologien mit besonderem Potenzial in diesem Bereich.

Langzeitspeicherung im Spannungsfeld konkurrierender Zeithorizonte

Die zentrale Herausforderung der Langzeitspeicherung besteht darin, dass Daten über Jahrzehnte oder sogar darüber hinaus verfügbar bleiben müssen, während sich zentrale Aspekte der Datenspeicherung und des Datenmanagements in deutlich kürzeren Zyklen verändern.

Tim Pfaelzer, GM & SVP EMEA bei Veeam, bringt diesen Zielkonflikt auf den Punkt. Er betont die Notwendigkeit, Daten über lange Zeiträume hinweg sicher, zugänglich und regelkonform zu bewahren – trotz stetig wachsender Datenmengen, sich wandelnder Technologien sowie sich ändernder gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen. „Mit wachsenden Datenmengen und einer zunehmenden Verteilung über Cloud- und On-Prem-Umgebungen steigt die Komplexität, und es wird schwieriger, Datenintegrität, Governance und Auffindbarkeit dauerhaft sicherzustellen“, erläutert Pfaelzer. „Zugleich können Technologiestandards, Speichermedien und Datenformate im Laufe der Zeit obsolet werden, was die langfristige Lesbarkeit und Nutzbarkeit von Daten zu einer zentralen Herausforderung macht.“

Für Organisationen ergibt sich daraus die Gefahr, dass die sich kontinuierlich wandelnde Technologielandschaft und der damit verbundene Anpassungsdruck neue Risiken schaffen. Paul Speciale, Scalitys CMO, weist darauf hin, dass die größte Herausforderung darin besteht, Datenhaltbarkeit und Zugänglichkeit auch unter Bedingungen permanenten technologischen Wandels sicherzustellen.

Hardware-Lebenszyklen verkürzen sich, Medienformate ändern sich kontinuierlich, und Software-Stacks entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit weiter“, so Speciale. „Bei Zeiträumen von mehreren Jahrzehnten reichen die Risiken weit über die physische Degradation von Speichermedien hinaus und umfassen unter anderem Format-Obsoleszenz, System-Inkompatibilitäten sowie den Verlust operativer Expertise.“

Wo Risiken bestehen, eröffnen sich zugleich Chancen. Skip Levens, Head of Product Marketing bei Quantum, betont, dass Organisationen, welche die Herausforderungen der Langzeitspeicherung erfolgreich meistern, daraus eine strategische Stärke entwickeln.

„Das Risiko besteht heute nicht mehr primär darin, Daten zu verlieren, sondern darin, zurückzufallen, weil vorhandene Daten nicht so gespeichert, organisiert oder zugänglich sind, wie es künftige Workflows erfordern“, erklärt Levens. „Profitieren werden jene Unternehmen, die historische Inhalte, Forschungs-, Betriebs- und Kundendaten in Pipelines überführen, in denen sie indexiert, angereichert und durch moderne Analyse- und KI-Modelle aktiviert werden können.“ Er fügt hinzu: „Niemand kann heute genau vorhersagen, welche Fragen in fünf oder zehn Jahren an diese Daten gestellt werden. Aber eines ist klar: Organisationen, die alles speichern, was sie können, in kosteneffizienten Formaten und mit vertrauenswürdigen Metadaten, haben einen erheblichen Vorteil. Sie innovieren schneller, entwickeln leistungsfähigere Modelle, bieten attraktivere Services an und treffen Entscheidungen auf der Basis jahrzehntelangen institutionellen Wissens.“

Martin Kunze, CMO und Mitgründer von Cerabyte, präzisiert die Herausforderung weiter: „Eine zentrale Aufgabe besteht darin, Daten bereits heute so mit Metadaten zu strukturieren und zu beschreiben, dass zukünftige Such- und Analyseverfahren – die wir heute noch nicht vollständig antizipieren können – dennoch effektiv darauf zugreifen können. Mit anderen Worten: Wir müssen Zugriffsmuster, Werkzeuge und Anwendungsfälle vorbereiten, die es heute noch gar nicht gibt.“

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Robson Andrade, CRO von Geyser Data, lenkt den Fokus auf die Kosten von Rechenzentren bei der Datenspeicherung mit aktuellen Technologien wie Festplatten. „Der Einsatz großer Mengen mechanischer Festplatten umfasst weit mehr als reine Hardware-Investitionen“, erläutert er. „Er erfordert erheblichen Platzbedarf, hohen Energieverbrauch und kontinuierliche Kühlsysteme.“

Scott Shadley, Vorstandsmitglied der Storage Networking Industry Association (SNIA), betont die zentrale Rolle der Organisation bei der Entwicklung von Standards für Langzeitspeicher-Technologien. „Unternehmen stehen unterschiedlichen Rahmenbedingungen gegenüber, und die Lösungen zur Datenspeicherung werden entscheidend durch die von SNIA bereitgestellten Standards geprägt“, so Shadley. „Diese Standards decken ein breites Spektrum ab – von Tape, HDD und SSD bis hin zu DNA-Speicherung für Archivierungszwecke. Mehrere Arbeitsgruppen innerhalb der SNIA beschäftigen sich mit verschiedenen Methoden, Produkten und Schnittstellen der Datenspeicherung.“

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