GfK-Konsumklimastudie für Januar 2021 Konsumstimmung leidet unter hartem Lockdown

Autor: Heidemarie Schuster

Der harte Lockdown in Deutschland lässt das Konsumklima im Januar einbrechen. Laut der GfK-Konsumklimastudie ist dies neben dem moderaten Rückgang der Einkommensaussichten vor allem dem Absturz der Anschaffungsneigung zuzuschreiben.

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Das Konsumklima ist durch die Folgen des Coronavirus schwer angeschlagen.
Das Konsumklima ist durch die Folgen des Coronavirus schwer angeschlagen.
(Bild: AA+W - stock.adobe.com)

Die Konsumlaune in Deutschland ist im Januar 2021 wieder stark gedämpft. Schuld daran ist der erneute harte Lockdown. „Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres. Aktuell fällt die Anschaffungsneigung auf null Punkte. Dies ist gegenüber dem Vormonat ein Minus von 36,6 Punkten, während des ersten Lockdowns im April 2020 betrugen die Einbußen 36 Punkte“, so Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte.

Deutschland ist besorgt

Die kürzlich beschlossenen Verlängerung der Maßnahmen für den Lockdown haben zudem die Hoffnungen auf eine zügige Erholung des Konsumklimas schwinden lassen. „Dem Konsumklima stehen im ersten Quartal dieses Jahres schwierige Zeiten bevor. Für eine nachhaltige Erholung ist es notwendig, dass die Infektionszahlen stärker als bislang zurückgehen, damit die Maßnahmen spürbar gelockert werden können. Das heißt, die für dieses Jahr von vielen erhoffte Erholung wird noch etwas auf sich warten lassen“, so Bürkl weiter.

Ergebnisse der aktuellen GfK-eBUS-Umfrage zeigen zudem, dass 81 Prozent der Bundesbürger der Meinung sind, dass Covid-19 für Deutschland eine große oder sogar sehr große Bedrohung darstellt. Das ist der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen (Mitte April 2020) gemessen wurde. Nur 15 Prozent verspüren eine eher geringe Bedrohung oder zeigen sich völlig unbeeindruckt. Auch bei der Frage nach den Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Zukunft angesichts der Coronakrise erreichen die Werte einen Höchststand: 54 Prozent machen sich Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft in diesen Krisenzeiten. 43 Prozent zeigen sich eher weniger oder gar nicht besorgt.

Einkommenserwartung

Auch die Einkommensaussichten der Konsumenten bleiben von dem harten Lockdown nicht verschont. Der Indikator verliert 6,5 Punkte und sinkt auf -2,9 Zähler. Dies ist bereits der vierte Rückgang in Folge. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Minus von 47,5 Punkten.

Durch die Verlängerung des harten Lockdowns bis Mitte Februar ist zudem die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es in den betroffenen Branchen zu einer Pleitewelle kommen kann, so die Marktforscher der GfK. Dies erhöht die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und belastet die Einkommensaussichten. Zudem dürfte als Folge des harten Lockdowns die Anzahl der Kurzarbeiter wieder zunehmen, was ebenfalls die Einkommen der Haushalte beeinträchtigt.

Konjunkturerwartung

Die Konjunkturerwartung verzeichnet im Gegensatz zur Konsumneigung und der Einkommenserwartung in diesem Monat nur leichte Verluste. Der Indikator verliert 3,1 Zähler und weist aktuell 1,3 Punkte auf. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gibt es hier sogar ein Plus von fünf Punkten. Die stabile Entwicklung des Konjunkturindikators ist zum einen auf einen angesichts der tiefen Rezession stabilen Arbeitsmarkt zurückzuführen. Zum anderen ist ein wesentlicher Teil der deutschen Wirtschaft, das verarbeitende Gewerbe, nicht von Schließung betroffen, erklärt die GfK. Demnach konnte sich so auch die Auftragslage in diesem Bereich stabilisieren.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 7. bis 18. Januar 2021. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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