Routinearbeiten oder telefonische Terminvereinbarungen übernimmt demnächst Kollege KI ebenso wie die Zusammenfassung eines Onlinemeetings. KI revolutioniert die Arbeitswelt und den digitalen Arbeitsplatz. Ändert sich tatsächlich so viel?
Der digitale Arbeitsplatz macht einen Wandel durch. Unter anderem spielt dabei Kollege KI eine große Rolle.
Die schöne neue Arbeitswelt, in der Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz lästige Routineaufgaben übernimmt, ist in deutschen Büros noch nicht ganz angekommen. Nötig wird der Wandel allerdings nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung. Einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge, sind sich zwar die meisten Unternehmen der Potenziale und der Notwendigkeit der Digitalisierung durchaus bewusst. Und immerhin verfügen 71 Prozent der Unternehmen über eine Digitalstrategie. Demgegenüber stehen aber viele kleinere Unternehmen, die häufig nur bereichsspezifische Strategien verfolgen. So arbeiten laut Bitkom derzeit nur 39 Prozent der Unternehmen überwiegend papierlos, während ein Fünftel noch stark Papier-basierte Prozesse nutzt.
Khaled Thaler, Chief Sales Officer Hirschtec „Unternehmen sollten Mitarbeitenden einen Digital Workplace bereitstellen, der zu ihren Bedürfnissen passt, Mehrwerte generiert und Ressourcen sowie Kosten schont.“
Bildquelle: Hirschtec
Bei der Digitalisierung des Arbeitsplatzes besteht also durchaus noch Nachholbedarf. Vor allem sollten Unternehmen dabei auch bedenken, dass eine moderne, digitale Arbeitsumgebung gerade bei jungen Arbeitnehmern eine zentrale Rolle bei der Jobentscheidung spielt. Das jedenfalls hat eine YouGov-Studie im Auftrag von Hirschtec und Haiilo ergeben. Demnach bemängeln knapp zwei Drittel der jungen Berufstätigen das Fehlen einer adäquaten Arbeitsumgebung.
Copilot+-PCs
Für neue, moderne Geräte am digitalen Arbeitsplatz spricht auch das nahende Support-Ende von Windows 10. Bei den Client-Rechner am digitalen Arbeitsplatz ist Windows nach wie vor die wichtigste Plattform, allerdings zunehmend in seiner mobilen Form als Notebook. Da aber die neue Windows-Version auf den meisten mehr als sechs Jahre alten Rechnern nicht mehr installierbar ist, müssen neue angeschafft werden. Die wachsende Bedeutung von Notebooks gegenüber Desktop-PCs im Business-Umfeld zeigt sich auch daran, dass die neusten Prozessor-Generationen zuerst oder sogar ausschließlich als Mobile-Versionen erscheinen. So werden die Kriterien für die von Microsoft etablierte Kategorie der Copilot+-PCs derzeit fast ausschließlich von Mobilrechnern erfüllt. Die Ausnahme bilden lediglich einige Mini- oder All-in-One-PCs mit Mobile-CPUs.
Prozessoren
In den ersten Copilot+-Notebooks, Convertibles und 2-in-1-Tablets waren Qualcomm-Prozessoren verbaut. AMD und Intel hatten zwar schon Prozessoren mit NPU im Portfolio, deren Performance reichte Microsoft aber nicht aus. Daher machten die ARM-Prozessoren Snapdragon X Elite und X Plus von Qualcomm das Rennen, denn deren Hexagon-NPU liefert 45 TOPS. Bald danach hat AMD mit den Mobile-Prozessoren der Serie Ryzen AI 300 (Strix Point) nachgezogen. Und Intel präsentierte schließlich auf der IFA 2024 die Core-Ultra-Prozessoren der Serie 200V (Lunar Lake). Strix Point verfügt über 10 oder 12 CPU-Cores mit SMT in einem Mix aus Zen-5- und Zen-5c-Cores, eine RDNA-3.5-GPU und eine NPU, die sogar bis zu 55 TOPS liefert. Intels Lunar-Lake-CPU kann nur mit insgesamt acht Cores sowie Threads aufwarten, da der Chiphersteller bei den vier P-Cores auf Hyperthreading verzichtet. Dafür haben nicht nur die P-Cores, sondern vor allem die sparsameren E-Cores laut Intel massiv an Leistung zugelegt. Zudem sind eine GPU mit schnelleren Xe-2-Cores und eine 48-TOPS-NPU Bestandteile der bei TSMC gefertigten CPU. Primär gedacht ist sie für dünne und leichte Notebooks. Der 16 oder 32 GB große DDR5-Arbeitsspeicher ist bei der Intel-CPU mit auf dem Prozessor-Package untergebracht, was die Signalwege verkürzt und einen höheren Takt erlaubt.
Sebastian Eberle, General Manager Adlon Intelligent Solutions „Der digitale Arbeitsplatz erfährt durch Künstliche Intelligenz einen gewaltigen Produktivitäts-Boost.“
Bildquelle: Adlon
Die direkt auf der NPU laufenden Copilot+-Anwendungen rollt Microsoft allerdings erst im November per Update an die Geräte mit AMD- und Intel-CPU aus. Bis dahin laufen sie nur auf Mobilrechnern mit Qualcomm-Prozessor. Die haben allerdings immer noch das Problem, dass viele Anwendungen nicht ARM-nativ vorliegen, sondern in einer Leistung fressenden Emulation oder gar nicht laufen. Allerdings steigt die Zahl der ARM-Portierungen beständig. Das trifft auch auf die Anwendungen zu, die von der NPU direkt Gebrauch machen. Neben diversen Microsoft-Tools wie Windows Studio Effects, den Live-Untertiteln mit Übersetzung oder dem Paint-Bildgenerator werden vor allem Grafik-, Videoschnitt- und Security-Programme die KI-Einheiten nutzen. Von Microsoft kommen demnächst weitere KI-Funktionen für die Bildbearbeitung wie Super Resolution und ein KI-Radierer für Paint sowie eine verbesserte lokale Suche und ein Neustart der Recall-Funktion, die nun die als Gedächtnis genutzten Screenshots sicher speichern soll.
Das Copilot+-Notebook Swift 14 AI von Acer kommt in zwei Varianten mit Intel Core Ultra 200V und AMD Ryzen AI 300.
(Bild: Acer)
Für Copilot 365 nutzt der Softwarehersteller die NPU bisher nicht, hier läuft viel in der Cloud. Aktuell hat Microsoft eine zweite Welle von KI-Funktionen für Office-Anwender. In Excel soll KI beispielsweise dabei helfen, die passende Formel für eine zu lösende Aufgabe zu finden, in Outlook die Priorisierung der eingegangenen E-Mails übernehmen und in Powerpoint alle Schritte bei der Erstellung von Präsentationen begleiten. Mit Copilot Pages kommt eine App für die Arbeit mit dem Copiloten im Team und das dauerhafte Erhalten und Fortführen von Konversationen mit der generativen KI.
Stand: 08.12.2025
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Kommunikation am Arbeitsplatz
Doch gehören nicht nur neue Notebooks auf den digitalen Arbeitsplatz. Für die Kommunikation mit Kunden und Kollegen, steht in den meisten Büros noch ein Telefon auf dem Schreibtisch. Im besten Fall ist die Kommunikationslösung des Unternehmens dabei in der Cloud angesiedelt, unabhängig davon ob am Arbeitsplatz ein Tischtelefon, ein Headset oder ein Smartphone eingesetzt wird. Für Anbieter wie Snom geht es bei der Ausstattung des digitalen Arbeitsplatzes um maximale Kompatibilität, Sicherheit und Flexibilität. Um den Wünschen der Kunden nachkommen zu können, setzt der TK-Hersteller auf ein ständig wachsendes Portfolio von Telefonanlagen (On-Premises und in der Cloud), Zubehör, Software und Apps.
Christian Rapp, Channel Director DACH Snom „Für hybrides Arbeiten brauchen Kunden maßgeschneiderte Lösungen, die wirklich passen und zuverlässig und sicher funktionieren.“
Bildquelle: Snom
Damit steigt aber die Komplexität der Anforderungen, erklärt Christian Rapp, Channel Director DACH bei Snom. Schulungen für Partner aber auch für Kunden, sind seiner Ansicht nach also unerlässlich. Nur so könne garantiert werden, dass Kunden die für sie passende Lösung erhalten und diese auch bedienen könnten. Mehr Komplexität aber auch Produktivität versprechen auch im UCC-Umfeld KI-Funktionen. Sie werden nicht nur Arztpraxen oder Restaurants, sondern auch und vor allem Callcenter grundlegend verändern und die Automatisierung stark vorantreiben.
KI als Wettbewerbsvorteil
Dass KI insgesamt einen „einen gewaltigen Produktivitäts-Boost“ am digitalen Workplace bringen wird, glaubt auch Sebastian Eberle, General Manager Adlon Intelligent Solutions. Er führt weiter aus: „IT-Verantwortliche sind gefordert, zeitnah die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Mitarbeiter von digitalen Assistenten profitieren können. Andernfalls entsteht eine Bring-your-own-KI-Kultur mit unkontrollierbarem Umgang der Firmenwerte. Verantwortliche dürfen nicht zögern und nichts hinauszögern. Technische, prozessuale, kulturelle und sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen müssen jetzt adressiert werden, um die Entstehung einer Schatten-KI zu verhindern.“
Die Cybersicherheit spielt also nicht nur bei Microsoft und KI-PCs eine entscheidende Rolle, sondern bei der gesamten Unternehmenskommunikation. Der Adlon-Manager resümiert: „All jene Firmen, die einen Plan in der Tasche haben, schaffen einen echten Wettbewerbsvorteil am digitalen Arbeitsplatz und entschärfen den Ressourcenmangel mit einfachen Bordmitteln.“