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Eset-Studie

KI-Hype gefährdet Unternehmenssicherheit

| Autor: Sarah Böttcher

Allein der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist kein Garant für die Sicherheit im Unternehmen. Auch mehrschichtige Lösungen sowie qualifizierte Mitarbeiter werden dazu benötigt.
Allein der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist kein Garant für die Sicherheit im Unternehmen. Auch mehrschichtige Lösungen sowie qualifizierte Mitarbeiter werden dazu benötigt. (Bild: sdecoret - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI) im Kampf gegen Cyber-Attacken als Allheilmittel – darauf verlassen sich laut einer Eset-Studie 75 Prozent der befragten IT-Entscheider. Doch der Hype um diese Technologie kann die Unternehmenssicherheit gefährden.

Beim Schutz von Unternehmen wird immer häufiger auf Lösungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) gesetzt. Der aktuelle Hype sowie die großen Wissenslücken bei KI und Machine Learning (ML) können dem Security-Unternehmen Eset zufolge das Risiko Opfer einer Cyber-Attacke zu werden jedoch erhöhen.

So sehen drei von vier IT-Entscheidungsträgern (75 %) KI als Allround-Lösung für die Sicherheit in ihrem Unternehmen an. Dem Security-Hersteller zufolge kann das hohe Vertrauen in KI für Verwirrung in den IT-Teams sorgen und die Gefahr erhöhen, dass Unternehmen Opfer von Cyber-Kriminalität werden.

Riskanter Hype

Insgesamt wurden 900 IT-Entscheider in den USA, Großbritannien und Deutschland zu ihrer Einstellung gegenüber KI und ML befragt. So verlassen sich vor allem in den USA 82 Prozent der Teilnehmer auf Künstliche Intelligenz beim Schutz ihres Unternehmens. Die Umfrageteilnehmer in Großbritannien (67 %) und Deutschland (66 %) stehen der Technologie skeptischer entgegen. Die Mehrheit der Befragten ist jedoch der Meinung, dass KI und ML ihrer Organisation helfen würden, Bedrohungen schneller zu erkennen und darauf zu reagieren (79 %) sowie Kompetenzlücken aufgrund von Fachkräftemangel zu beheben (77 %).

„Es ist beunruhigend zu sehen, dass der Hype um KI und ML so viele IT-Entscheider – vor allem in den USA – dazu veranlasst, die Technologien als das Allheilmittel für Cybersicherheitsherausforderungen zu betrachten. Wenn uns das letzte Jahrzehnt etwas gelehrt hat, dann, dass es für manche Dinge keine einfache Lösung gibt. Das gilt besonders für den Cyberspace, wo sich die Bedingungen binnen weniger Minuten verändern können. In der heutigen Geschäftswelt wäre es unklug, sich nur auf eine Technologie zu verlassen, um eine widerstandsfähige Cyberabwehr aufzubauen. Es ist wichtig, dass IT-Entscheidungsträger erkennen, dass ML zweifellos ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Cyberkriminalität ist, aber eben nur ein Teil der gesamten Cyber-Sicherheitsstrategie eines Unternehmens sein sollte“, warnt Juraj Malcho, Chief Technology Officer bei Eset.

KI und ML sind nicht dasselbe

Durch die Studie wurde auch deutlich, dass sich viele Firmen nicht über die Bedeutung sowie die Unterschiede von KI und ML bewusst sind. So sind sich lediglich 53 Prozent der Umfrageteilnehmer sicher, dass in ihrem Unternehmen beide Technologien klar voneinander getrennt werden können.

„Wenn es um KI und ML geht, tauchen in manchen Marketing-Materialien irreführende Verwendungen der Begriffe auf. Das führt dazu, dass IT-Entscheider in allen Märkten weltweit verunsichert sind, was sie glauben sollen. Wahr ist, dass es in der Cybersicherheit wie überall sonst noch keine echte, vollständige KI gibt. Der Hype um die Neuheit von ML ist zudem komplett irreführend, denn die Technologie an sich wird schon lange eingesetzt“, erläutert Malcho.

Der Einsatz von ML bringt Vorteile beim Schutz gegen Cyber-Angriffe. So können beispielsweise mithilfe von Algorithmen Systeme schneller durchsucht und so auch die Anzahl an Fehlalarmen reduziert werden. ML-Algorithmen haben zudem einen engen Fokus und arbeiten mit Regelwerken. Aber Hacker lernen weiter: So können ML-Algorithmen Eset zufolge auf vielfältige Weise irregeführt werden. Hacker könnten dies ausnutzen, indem sie bösartigen Code erstellen, den ML dann fälschlicherweise als gutartiges Objekt klassifiziert. Allein der Einsatz von KI und ML ist somit kein Garant für die Unternehmenssicherheit. Laut Malcho sind „mehrschichtige Lösungen, kombiniert mit talentierten und qualifizierten Mitarbeitern, der einzige Weg sein, Hackern immer einen Schritt voraus zu sein.“

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