Management von Mac OS und iOS Jamf reitet auf der Erfolgswelle von Apple

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Ursprünglich wollten die Gründer von Jamf einfach nur in der IT-Branche arbeiten. Die Apple-Fans entwickelten eine Management-Software für Macs. Dann erfasste sie die Erfolgswelle von iPhone und iPad. Aktuell braucht das Unternehmen dringend Partner für den deutschen Markt.

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Apple-Geräte werden zunehmend zu Business-Zwecken eingesetzt. Davon profitiert der Management-Spezialist Jamf.
Apple-Geräte werden zunehmend zu Business-Zwecken eingesetzt. Davon profitiert der Management-Spezialist Jamf.
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Flagge zeigen war ein Zweck der Europareise von Jason Tober. Wen auch immer der Vertriebschef des US-Herstellers Jamf diesseits des Atlantiks traf, die wenigsten konnten mit dem Firmennamen etwas verbinden. „Mir scheint, Jamf ist das bestgehütete Geheimnis der IT-Branche“, scherzt der Manager im Gespräch mit IT-BUSINESS. Und daran möchte Tober etwas ändern.

Der Anbieter aus Minneapolis entwickelt und vertreibt Software, mit der sich ausschließlich Apple-Geräte – Macs, iPhones und iPads – ganzheitlich managen lassen. Mit seiner Casper Suite richtet sich Jamf an Unternehmen und Bildungsinstitute. Das Produkt bietet Funktionen für die Einrichtung von Mac-Arbeitsplätzen, für Software-Verteilung, Patch-Management, Inventarisierung, Self-Service und Security-Management.

Ursprünglich für Rechner mit Mac OS entwickelt, unterstützt die Software seit 2010 auch das mobile Betriebssystem iOS. In der vergangenen Woche veröffentlichte der Hersteller Version 9 der Suite mit rund 130 neuen Features; dazu zählt die Lokalisierung der Software mit Versionen für Deutsch, Französisch, Spanisch und Mandarin sowie ein komplett überarbeitetes Web-Interface.

2,6 Millionen Endgeräte

Aktuell kommt Jamf weltweit auf 4.000 Kunden, die mit der Casper Suite rund 2,6 Millionen Devices verwalten. Der Anbieter brauchte zehn Jahre, bis er eine Million Lizenzen abgesetzt hatte. Die zweite Million verkaufte sich innerhalb von nur einem Jahr.

Tobers Aufgabe als Vice President Sales besteht darin, das Wachstum und die Internationalisierung des Geschäfts weiter voranzutreiben. Der erfahrene Manager kam im November 2012 von VMware zu Jamf. Er erweckt den Eindruck, als besäße er für seinen aktuellen Job den nötigen Ehrgeiz.

Keine ausgeprägten Ambitionen

Den beiden Gründern Chip Pearson und Zach Halmstad scheinen allzugroße Ambitionen eher fremd zu sein. Ihre Liebe zu Apple-Produkten habe sie bewogen, Jamf vor etwa zwölf Jahren aus der Taufe zu heben, berichtete Pearson einem regionalen Wirtschaftsmagazin. „Wir hatten keine Ahnung, ob daraus irgendetwas werden würde.“ Seinerzeit befreite sich Apple gerade aus der größten Krise der Unternehmensgeschichte und zählte noch nicht wieder zu den Stars der Branche. „Lieber mittellos mit Apple als reich mit Microsoft", lautete das damalige Motto der Jamf-Gründer. „Wir wollten einfach nicht in einer Bar bedienen oder Pizza ausliefern.“

Kein Wunder, dass Pearson und Halmstad bis 2007 eine Zwei-Mann-Firma blieben. Dann zog die Nachfrage allerdings kräftig an. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen etwa 230 Mitarbeiter, von denen 70 innerhalb der vergangenen zwölf Monate hinzukamen.

Lesen Sie weiter, wie sich Jamf im Windschatten von Apple entwickelt hat.

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