Synaxon: IT-Service-Preisspiegel IT-Technikerstunde knackt die 100-Euro-Marke

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Der durchschnittliche Stundenpreis für Standard-IT-Serviceleistungen liegt bundesweit erstmals über 100 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 3,7 Prozent. In der jährlichen Umfrage von Synaxon zeigen sich jedoch starke regionale Unterschiede.

Steigende Kosten, zu wenig Personal. Systemhäuser müssen auch in diesem Jahr die Preise nach oben drehen.(Bild:  Ajit - stock.adobe.com)
Steigende Kosten, zu wenig Personal. Systemhäuser müssen auch in diesem Jahr die Preise nach oben drehen.
(Bild: Ajit - stock.adobe.com)

Wenig überraschend sind auch im vergangenen Jahr die Kosten für IT-Serviceleistungen gestiegen. Der durchschnittliche Stundensatz für eine Standard-IT-Leistung liegt inzwischen bei 100,44 Euro netto. Zu dieser Auswertung kommt der IT-Service-Preisspiegel 2024 der Verbundgruppe Synaxon:

  • Technikerstunde für Standard-IT-Serviceleistungen: 100,44 Euro
  • Techniker-/Adminstunde für komplexe Netzwerk- bzw. IT-Speziallösungen: 111,14 Euro
  • Technikerstunde für 3rd-Level-Support-Leistungen: 114,57 Euro
  • Programmierleistungen pro Stunde: 119,92 Euro
  • Beratungs- und Consultingleistungen pro Stunde: 126,94 Euro
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Zum IT-Service-Preisspiegel

Seit 10 Jahren führt Synaxon jährlich eine anonyme Umfrage zu den aktuellen IT-Service-Preisen durch. Befragt wurden 750 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich unter anderem zu den Stundensätzen der IT-Dienstleister, dem Einsatz und der Zufriedenheit von Softwarelösungen. Steigende Kosten sind wie in den Vorjahren auch für die Systemhäuser zu erwarten. 41,9 Prozent planen daher, innerhalb der nächsten 12 Monate ihre Servicepreise anzuheben. 4,6 Prozent denken sogar über eine Preiserhöhung von mehr als 15 Prozent nach.

Regionale Unterschiede

Bestand bei den IT-Servicepreisen hat weiterhin das Ost-West-Gefälle. Auch die Unterschiede zwischen Süden und Norden der Republik sind sehr deutlich. Während in München 126,30 Euro pro Stunde fällig werden, sind es im Postleitzahlbereich 01-09 nur 82,51 Euro. Auch die Unternehmensgröße ist bei den Berechnungen der Stundensätze laut Synaxon-Umfrage entscheidend. Bei Dienstleistern ohne Mitarbeiter liegt der Satz bei 81,26 Euro und bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern bei 116,93 Euro.

Mit KI Ressourcen managen

Die IT-Branche wird sich auch in naher Zukunft weiterhin mit dem Fachkräftemangel beschäftigen müssen. Knapp 60 Prozent der Befragten sehen in fehlenden Fachkräfte ein beherrschendes Problem. Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden den Mangel an IT-Fachkräften zwar abfedern, eine dauerhafte Lösung ist jedoch nicht in Griffweite. KI kann aber vor allem im Bereich der Automatisierung für Entlastung sorgen. So gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Skripte zur Verwaltung von Geräten zu erstellen oder Aufgaben, die sich ständig wiederholen, automatisiert erledigen zu lassen. Dadurch können sich IT-Abteilungen vermehrt auf prioritäre Aufgaben fokussieren, bei denen ein höheres Maß an kritischem Denken gefragt ist.

KI kann im IT-Support in Zukunft ein nützlicher Helfer sein. Arnulf Koch, Vorstand bei K&K Software, appelliert dafür, sich möglichst schnell darüber Gedanken zu machen, worin der eigene USP besteht. Sein Unternehmen verwendet ChatGPT beispielsweise im Ticketsystem und im Marketing: „Wenn das Setup einer vollautomatischen KI-Kundenbetreuung primär aus Fixkosten besteht, wo ist der Vorteil unserer kleineren Unternehmen gegenüber den finanzstarken großen Platzhirschen? Das Thema KI zeigt mehr denn je, dass IT-Dienstleister eine tiefe Spezialisierung brauchen, in der sie immer einen Wissensvorsprung gegenüber jeder noch so guten KI haben werden“, erklärt Koch.

MSP-Branche wächst

Da die Suche nach qualifiziertem IT-Personal für Unternehmen aufgrund des Fachkräftemangels schwierig ist, sind sie nach wie vor auf externe Unterstützung angewiesen. Unternehmen setzen vermehrt auf Outsourcing und die Migration von Workloads in die Cloud, um ihre Portfolios an die aktuellen Entwicklungen anzupassen. Diese Maßnahmen eröffnen zahlreiche Möglichkeiten. Kein Wunder also, dass die MSP-Branche sich nicht über fehlende Kunden beschweren kann: „Auf Herstellerseite bilden sich umfangreiche MSP-zentrierte Ökosysteme heraus – wiederum mit viel Geld von Investoren. Anders als früher sind es jedoch keine Nischen-Investoren mehr, sondern Riesenfonds“, erklärt Markus Rex von Synaxon die anhaltende Nachfrage. 54,9 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass Automatisierung die größte Herausforderung für MSPs darstellt. Rex rät Unternehmen deshalb dazu, auch KI mutig einzusetzen: „Ob KI-geschönte Ticket-Antworten, Programmierhilfen, Marketingmaterialien, Vertriebswerkzeuge – kein Bereich kann und darf außen vor bleiben. Solange jedem eindeutig klar ist, dass eine heutige KI nur ein sehr umfangreiches, auf Wahrscheinlichkeiten fußendes Sprachmodell ist.“

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