(Un)Sichtbarkeit von Frauen in der IT IT-Geschichte ist weiblich: 4 Frauen, die Sie kennen sollten

Von Agnes Panjas 4 min Lesedauer

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Sie gelten als „Queen of Code“ und „Lady Bluetooth“ – doch ihre Namen sind weitgehend vergessen. Wer glaubt, die IT wäre eine Männerdomäne, kennt die Pionierleistungen der Frauen in den Anfangszeiten des Computers nicht. Höchste Zeit für einen Blick in die weibliche IT-Geschichte.

Frauen in der IT? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Frauen an vielen wegweisenden IT-Entwicklungen beteiligt waren.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Frauen in der IT? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Frauen an vielen wegweisenden IT-Entwicklungen beteiligt waren.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Die IT-Branche gilt als eine der innovativsten und fortschrittlichsten Branchen. Dennoch herrschen alte Rollenbilder vor und Frauen sind unterrepräsentiert. Das Zitat „You can't be what you can't see“ („Man kann nicht sein, was man nicht sieht“) der amerikanischen Bürgerrechtsaktivistin Marian Wright Edelman, gilt auch in Bezug auf den Anteil von Frauen in der IT. Das Phänomen der Nichtsichtbarkeit wirkt dabei fast wie ein Teufelskreis. Da Frauen in der IT-Branche kaum präsent sind, fehlen jungen Mädchen und Frauen Vorbilder und Identifikationsfiguren. Ohne diese sichtbaren Role Models, fällt es aber vielen jungen Frauen schwer, sich für eine Karriere in technischen Berufen zu entscheiden. Das verstärkt wiederum die bestehende Unterrepräsentation von Frauen in IT- und Digitaljobs.

Diversity in der IT-Branche

Neue IT-BUSINESS-Rubrik „IT and She“

In der neuen Rubrik „IT and She“ stellt die IT-BUSINESS Frauen der IT-Branche in den Mittelpunkt. Es geht darum, Role Models zu zeigen, die als Inspiration für andere dienen können. Es geht aber auch darum, mit Vorurteilen aufzuräumen, Tipps zu bekommen, wie individuelle Karrierewege aussehen können und Mut zu machen, mögliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Hier geht es zur Website.

Frauen in der IT sichtbarer machen, das ist das Ziel unserer neuen Rubrik „IT and She“.
(Bildquelle: Vogel IT-Medien)

„Frauen gelten in der IT-Branche zu Unrecht als unterrepräsentiert“

In den Anfängen der Computerära, besonders in den 1940er bis 1960er Jahren, galt Programmieren als typischer Frauenberuf. Frauen wie Grace Hopper und die ENIAC-Programmiererinnen entwickelten Software, während Männer sich auf die Hardware konzentrierten. (Bild:  Canva / KI-generiert)
In den Anfängen der Computerära, besonders in den 1940er bis 1960er Jahren, galt Programmieren als typischer Frauenberuf. Frauen wie Grace Hopper und die ENIAC-Programmiererinnen entwickelten Software, während Männer sich auf die Hardware konzentrierten.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Wenn man einen genaueren Blick auf die IT-Geschichte wirft, entlarvt sich das bestehende Stereotyp jedoch eher als ein Irrglaube. Dies sieht auch CEO des IT-Dienstleisters Scholderer und Buchautor Dr. Robert Scholderer so. Er sagt: „Frauen gelten in der IT-Branche zu Unrecht als unterrepräsentiert. Sie haben immer schon wesentlich zur Entwicklung von IT und Digitalisierung beigetragen.“ Anlässlich des Weltfrauentags erinnerte Scholderer an namhafte Informatikerinnen und Mathematikerinnen und ihr Wirken in der IT- und Computer-Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Vier Frauen aus der IT-Geschichte, die Sie kennen sollten

In den Fokus stellte der IT-Experte dabei vier Frauen: die britische Mathematikerin Augusta Ada King-Noel (auch bekannt als Ada Lovelace), die österreichisch-amerikanische Ingenieurin und Schauspielerin Hedy Lamarr (eigentlich Hedwig Eva Maria Kiesler) die ungarische Mathematikerin Rózsa Péter sowie die US-amerikanische Informatikerin Grace Brewster Murray Hopper. „Alle vier haben wegweisende Beiträge zur Informatik geleistet und stehen stellvertretend für viele Informatikerinnen, die entscheidend zur Digitalisierung von heute und zur Entwicklung moderner Technologien beigetragen haben“, erklärt Scholderer. Hier ein genauerer Blick auf die vier Frauen aus der IT-Geschichte, deren Namen Sie nicht mehr vergessen sollten.

Bildergalerie
  • Ada Lovelace (1815-1852) war eine britische Mathematikerin und gilt als die erste Programmiererin der Welt. Sie arbeitete mit Charles Babbage an seiner „Analytical Engine“ und schrieb 1843 den ersten Algorithmus für eine Rechenmaschine – zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen. Lovelace erkannte visionär, dass Computer mehr als nur Rechenmaschinen sein könnten und theoretisch auch Musik oder Kunst schaffen könnten.
  • Rósza Péter (1905-1977) war eine ungarische Mathematikerin und Logikerin, die als Begründerin der modernen Rekursionstheorie gilt. Sie entwickelte ab den 1930er Jahren grundlegende Arbeiten zur rekursiven Funktionentheorie, die heute die mathematische Grundlage für Algorithmen und moderne Informatik bilden. Péter war 1952 die erste ungarische Frau, die den Titel eines Akademischen Doktors der Mathematik erhielt. Ihr Hauptwerk "Rekursive Funktionen" (1951) war das erste Buch über moderne Logik von einer weiblichen Autorin und legte wichtige theoretische Grundlagen für die Computertheorie.
  • Grace Brewster Murry Hopper (1906-1992) war eine amerikanische Informatikerin und Admirälin der US Navy, die als die sogenannte „Queen of Code“ in die Geschichte einging. Sie entwickelte 1952 den ersten Compiler (A-0) und war maßgeblich an der Entwicklung der Programmiersprache COBOL beteiligt, wodurch sie das Programmieren für eine breitere Nutzerschaft zugänglich machte. Hopper arbeitete bereits in den 1940er Jahren am legendären Computer Mark I in Harvard und prägte den Begriff „Bug“ für Computerfehler, nachdem sie eine echte Motte in einem Relais gefunden hatte.
  • Hedy Lamarr (1914-2000) war eine österreichisch-amerikanische Schauspielerin und Erfinderin, die als Hollywood-Star der 1930er und 1940er Jahre berühmt wurde. Neben ihrer Filmkarriere entwickelte sie 1942 zusammen mit dem Komponisten George Antheil ein revolutionäres Frequenzsprungverfahren zur störungsfreien Funkübertragung. Diese bahnbrechende Erfindung, ursprünglich für die Steuerung von Torpedos gedacht, bildet heute die technische Grundlage für WLAN, Bluetooth, GPS und moderne Mobilfunktechnologie.

FIT-Kongress der Vogel IT-Akademie

Erfolgreich. Kreativ. Selbstbewusst. Frauen bringen die Leadership-Qualitäten mit, die Unternehmen im digitalen Wandel brauchen. Der FIT-Kongress zeigte, wie innovative Berufsbilder, starke Netzwerke und inspirierende Role Models den Unterschied machen – für mehr Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Nachwuchsförderung in der IT. Hier geht es zur Voranmeldung für den FIT-Kongress 2026

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