Bis zu 700 Millionen Dollar Austauschkosten und 300 Millionen Dollar Umsatzrückgang Intels Chipsatz für Sandy-Bridge-CPUs ist defekt

Redakteur: Harald Jacob

Alle bislang erschienen Chipsatz-Modelle der Intel-6-Serie (Cougar Point) können am SATA-II-Port Probleme bereiten. Die bislang produzierten Chips müssen eingestampft werden. Auch bereits ausgelieferte PCs brauchen möglicherweise einen Mainboard-Austausch.

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Vor knapp drei Wochen wurde in Deutschland der Verkauf von Sandy-Bridge-basierendenen Rechnern gestartet. Was mit großer Euphorie begann, ist jetzt teilweise auf Eis gelegt. Denn die Chipsätze, die für die aktuell verfügbaren Desktop-Versionen der Core-i5- und Core-i7-CPUs der zweiten Generation (Sandy-Bridge-Familie) entwickelt wurden, sind fehlerhaft. Erst Ende Februar wird Intel fehlerfreie Chipsätze der Cougar-Point-Serie liefern können.

Das Problem der seit Dezember produzierten Chipsätze für die Quad-Core-CPUs: an den SATA-II-Ports können mit der Zeit immer häufiger Probleme auftreten. Die Verbindung mit angeschlossenen Festplatten oder DVD-Brennern wird zunehmend instabiler, bis das Gerät gar nicht mehr angesprochen werden kann. Die SATA-6G-Ports sind dagegen nicht betroffen.

Inzwischen hat Intel klargestellt: das Problem tritt bei allen Cougar-Point-Chipsätzen auf. Auf dem Markt sind die Desktop-Modelle P67, H67, PH67 und P65 zu finden, außerdem die Mobile-Varianten HM65 und HM67. Darüberhinaus sollten in den nächsten Tagen neue Xeon-Mainboards mit dem Chipsatz C200 erscheinen. Auch dieser basiert auf dem Cougar-Point-Design und ist von dem Defekt betroffen.

Schwierige Suche

Wie berichtet wird, tritt das Problem erst nach einer gewissen Zeit zutage und wird dann immer schlimmer. Laut Intel soll der Fehler nicht bei allen Chipsätzen auftreten, sondern nur bei einem Teil. Offenbar ist es aber nicht möglich, diesen Teil in irgend einer Weise zu bestimmen. Deshalb wird die komplette bisherige Produktion eingestampft. Man habe das Design inzwischen bereinigt und mit der Produktion neuer Chipsätze begonnen, teilte der Chipriese mit.

Allerdings werde es bis Ende Februar dauern, bis fehlerfreie Chipsatz-Modelle wieder in ersten Stückzahlen zur Verfügung stehen. Die volle Lieferfähigkeit bei diesen Produkten werde erst im Laufe des Monats April wieder erreicht, so Intel.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie Hersteller und Handel von dem Problem betroffen sind.

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