Open-Source-Dienste als Managed Cloud Services In Krisenzeiten flexibel bleiben

Von Dr. Stefan Riedl

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Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Auch in der Cloud gibt es Wechselbarrieren, die Handlungsmöglichkeiten einschränken. Wer bei Managed Cloud Services auf Open-Source-Dienste setzt, könnte sich damit einen Vorteil in Hinblick auf die Flexibilität verschaffen.

Flexibel zu bleiben, hilft dabei, auch durch schwierige Fahrwasser zu kommen.(Bild:  pathdoc - stock.adobe.com)
Flexibel zu bleiben, hilft dabei, auch durch schwierige Fahrwasser zu kommen.
(Bild: pathdoc - stock.adobe.com)

Lieferketten- und Absatzprobleme, Energiepreis-Inflation und weitere makroökonomische Unsicherheiten setzen Unternehmen zu. Vielerorts herrscht Krisenmanagement – auch in der IT. Dort setzt man auf die vermeintliche oder gegebene, aber in jedem Fall vielgepriesene Flexibilität der Cloud. Verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle – auch Pay-per-Use und Metered Services genannt – geben dem Kunden die Möglichkeit, schnell die genutzten Ressourcen auf- und abzubauen, während klassische Lizenzen teuer sind und Fluktuationen bei der Anzahl an Mitarbeitern nicht ausgleichen können. So zumindest die Theorie.

Abhängigkeiten minimieren

In der Praxis setzt sich hingegen oft das Subscription-Modell durch, bei der Nutzer zumindest für einen bestimmten Zeitraum (oft ein Jahr) gebunden ist und auch jene Stimmen werden lauter, die auch im Cloud-Umfeld einen großen und von der Bedeutung her wachsenden Vendor-Lock-In-­Effekt sehen. Denn auch wenn die Verträge flexibel sind – wer gewisse Dienste und Tools nutzt, hat Probleme, den Anbieter zu wechseln. Er macht sich abhängig und schafft sich mehr oder weniger freiwillig ­eine neue Wechselbarrieren-Problematik.

Eine Lösungsstrategie in diesem Zusammenhang könnte sein, auf Open-Source-Technologie in Form von Managed ­Services zu setzen, die im Zweifel auch von weiteren Anbietern bezogen werden können, um sich in keine ungewollten Abhängigkeiten zu begeben.

Wechselbarrieren vermeiden

Vor diesem Hintergrund sieht Holger ­Hammel, Vice President Engineering bei Aiven die Wechselbarrieren-Problematik gelassen. „Zunächst einmal ist sowohl das Wechseln des Cloud-Anbieters als auch des Standorts, an dem die Daten gespeichert werden, kein Hexenwerk“, so Hammel. Der Wechsel auf zeitgemäße Open-Source-­Lösungen inklusive des Umzugs der vorhandenen Daten eines Unternehmens zahlt sich oft aus. Die Machbarkeit stehe und ­falle allerdings mit dem Zugriff auf die eigenen Daten: Setzen Unternehmen bereits auf Open-Source, sehen sie transparent, was mit ihren Daten passiert und haben eine hohe Datensouveränität. Anders im Falle proprietärer Software – steckt ein Unternehmen in einer Lock-In-Situation fest, kommt es da kaum oder nur mit erheblichem Aufwand wieder raus.

Konkurrenz zulassen

Im Segment der Managed Cloud Services verwaltet Aiven Open-Source-Datentechnologien wie PostgreSQL, Apache Kafka und OpenSearch in gängigen Clouds. Ziel ist es, Unternehmen zu ermöglichen, ihre Dateninfrastruktur einfach und flexibel zu halten. „Einfach und flexibel bedeutet, dass Unternehmen mit wenigen Klicks komplexe Datenbank-Lösungen erstellen können“, sagt Hammel. Dabei können sie aus zehn der wichtigsten Open-Source-­Lösungen auswählen. Über die Aiven-Plattform können sie zudem ihren Cloud-Anbieter oder den Speicherort ihrer Daten bei Bedarf wechseln sowie Ressourcen kurzfristig hochfahren oder reduzieren.

Flexibilität durch IT-Outsourcing

Zudem bricht Hammel eine Lanze für das IT-Outcourcing. „Viel zu viele Unternehmen setzen ihre internen IT-Fachkräfte ein, um die IT-Infrastruktur zu verwalten, ­Updates durchzuführen oder sich um komplexe Security-Themen zu kümmern. ­Externe Dienstleister können solche Aufgaben in der Regel zuverlässiger und effektiver übernehmen, da sie ihre vorhandene IT-Expertise weltweit für verschiedene Unternehmen verschiedener Größe einsetzen können. Dank Public Cloud sei an dieser Stelle keine In-House Expertise erforderlich. Und auch das Nutzen externer Ressourcen birgt Flexibilitätsvorteile.

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