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Lünendonk-Studie

Immer mehr Zeitarbeiter festangestellt

| Autor: Sarah Gandorfer

Die Zahl der Zeitarbeitnehmer stieg nach Schätzungen von Lünendonk 2017 um 3,9 Prozent.
Die Zahl der Zeitarbeitnehmer stieg nach Schätzungen von Lünendonk 2017 um 3,9 Prozent. (Bild: Pixabay / CC0)

2017 stieg die Zahl der Zeitarbeitnehmer. Dies soll sich nach Einschätzungen von Lünendonk dieses Jahr jedoch nicht wiederholen. Schuld seien gesetzliche Vorgaben. Das Gute daran: eine Vielzahl von Festanstellungen.

Die Analysten von Lünendonk prognostizieren für 2018 keinen Anstieg bei den Zahlen der Zeitarbeitnehmer und das trotz des prognostizierten Wirtschaftswachstums von 2,3 Prozent. 2017 war die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent gestiegen. Das sorgte in Verbindung mit den Tariferhöhungen für ein Marktwachstum von 7,1 Prozent. Als wesentlichen Grund für diese Stagnation sehen die befragten Zeitarbeitsfirmen die Regulierung im Zusammenhang mit Equal Pay nach neun Monaten sowie der Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten aus dem Vorjahr, die 2018 erstmals ihre volle Wirkung entfalten und sich auf die Nachfrage deutlich auswirken. Unter Equal Pay (deutsch: Gleiche Bezahlung) versteht man in der Arbeitnehmerüberlassung die Forderung, einem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher ein Arbeitsentgelt in gleicher Höhe zu zahlen wie einem vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers.

Die Lünendonk-Analysten schätzen dennoch das Marktvolumen bei Zeitarbeit 2017 auf 34,5 Milliarden Euro. Die Top 25 der Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland konnten ihre Umsätze organisch durchschnittlich um 7,5 Prozent steigern. „Die führenden Anbieter rechnen aufgrund der Folgen der Regulierung mit einem veränderten Nachfrageverhalten und gehen davon aus, dass die Zahl der Zeitarbeitnehmer in 2018 stagnieren wird“, erläutert Hartmut Lüerßen, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. „Zum Jahreswechsel 2017/2018 kamen beispielsweise bereits für 20 Prozent der Zeitarbeitnehmer die neuen Equal-Pay-Regelungen zum Tragen. Etwa 47 Prozent dieser Zeitarbeitnehmer wurden beim gleichen Kunden weiterbeschäftigt. Weitere 28 Prozent konnten in andere Einsätze umbesetzt werden. Vom Kunden übernommen wurden 17 Prozent, entlassen wurden mehr als 7 Prozent dieser Zeitarbeitnehmer“, so Lüerßen weiter. Sollte die Stagnation bei der Zahl der Zeitarbeitnehmer eintreffen, würden die Umsätze der Branche durch die bevorstehenden Tariferhöhungen trotzdem um etwa 2,7 Prozent steigen. Für das eigene Umsatzwachstum sind die von Lünendonk befragten Unternehmen sogar deutlich optimistischer: So rechnen die Studienteilnehmer damit, die eigenen Umsätze im Jahr 2018 durchschnittlich um 7,3 Prozent steigern zu können.

Zeitarbeit braucht Digitalisierung

Das größte Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland, Randstad erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Inlandsumsatz von mehr als 2,3 Milliarden Euro und erzielte ein Umsatzwachstum von mehr als 12 Prozent. Insgesamt sieben Unternehmen der Top 25 erreichten ein zweistelliges Umsatzwachstum, teilweise organisch, teilweise durch Übernahmen. „Durch das neue Gesetz ist die Komplexität für die Zeitarbeitsunternehmen und ihre Kunden nochmals größer geworden“, analysiert Lüerßen die Situation. „Dadurch steigt der Administrationsaufwand pro Einsatz deutlich. Für die Zeitarbeitsunternehmen kommt es darauf an, durch mehr Automatisierung dafür zu sorgen, dass dieser Mehraufwand nicht die Rendite auffrisst“, so Lüerßen weiter. „Mehr Automatisierung ist wichtig. Sie ist jedoch nur ein Aspekt der Digitalisierung und muss zudem auch über die verschiedenen Funktionsbereiche und Software-Lösungen für Rekrutierung, Vertrieb und Administration funktionieren.“ Für Unternehmen, die mehr erreichen wollen, stehen offene Architekturen, intelligentes Schnittstellenmanagement und eigene Vorstellungen über neue Prozesse und Arbeitsumgebungen hoch auf der Agenda.

Interessierte könnendie ToP-25-Liste der Zeitarbeitsunternehmen von Lünendonk kostenfrei herunterladen.

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