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Gut für IBM, schlecht für den Wettbewerb
Der Kauf von SPSS ist nicht nur ein Erfolg für IBM – er könnte auch einen Rückschlag für Wettbewerber wie HP, Microsoft, SAS, SAP und Oracle bedeuten. Mit diesen hatte SPSS in der Vergangenheit bereitwillig zusammengearbeitet, hatte Schnittstellen zu BI-Tools, Branchenlösungen und Datenbanken geschaffen und dafür gesorgt, dass die Kooperationspartner SPSS nicht mit eigenen Analytics-Lösungen in die Quere kommen.
Nun sind die Branchengrößen unter Druck, denn zum einen können sie sich nicht mehr uneingeschränkt auf die Kooperationsbereitschaft von SPSS verlassen, auf der anderen Seite werden sie einer IBM-Tochter SPSS nicht mehr so freizügig wie früher Einblick geben wollen in ihre eigenen Produkte. Eigene Expertise aufzubauen ist langwierig, teuer und von ungewissem Erfolg, neue Kooperationspartner könnten wiederum vom Wettbewerb weggekauft werden. So sollte es niemanden verwundern, wenn im Analytics-Markt nach dem SPSS-Deal eine Konsolidierungswelle wie zuvor im BI-Markt um sich greift, weil SAP & Co. es IBM gleichtun und sich Know-how per Firmenübernahme sichern. Die derzeit (noch) niedrigen Börsenkurse sprechen ebenfalls dafür – allerdings nur, wenn die Kriegskasse gut gefüllt ist, denn Kreditinstitute sind derzeit kaum für Übernahmen auf Pump zu begeistern.
Schnelle Übernahme angestrebt
Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Einwilligung von Aktionären und Kartellwächtern. IBM zahlt pro Aktie 50 Dollar in bar, maximal 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Deal soll im Laufe des zweiten Halbjahrs abgeschlossen werden. SPSS soll dann Teil des „nformation on Demand”-Portfolios von IBM werden. Man wolle SPSS weiterhin voll unterstützen, ihnen aber auch Zugriff auf die weiteren IBM-Angebote bieten, sprich: sie davon überzeugen, künftig mehr Hardware und Software von Big Blue zu beziehen.
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