Gartners Zahlen zu den Rechnerverkäufen in EMEA HP muss Spitzenposition beim PC-Absatz an Acer abgeben

Redakteur: Katrin Hofmann

Die wachsende Beliebtheit von Mini-Notebooks hat das Ranking der absatzstärksten PC-Hersteller in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) durcheinander gewirbelt. Profitiert haben diejenigen, die mit ihren Netbook-Angeboten der Konkurrenz einen Schritt voraus waren. HP büßte Gartner zufolge wegen des langsameren Einstiegs in dieses Segment seine Vormachtstellung ein.

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Netbooks sind die Chance, Kunden für einen zweiten mobilen PC zum vorhandenen Notebook zu begeistern.
Netbooks sind die Chance, Kunden für einen zweiten mobilen PC zum vorhandenen Notebook zu begeistern.
( Archiv: Vogel Business Media )

Subnotebooks beziehungsweise Mini-Notebooks oder Netbooks – Gartner definiert diese als Geräte mit kleinem Display, die unter 500 US-Dollar kosten – bescheren den Anbietern Rückenwind und verpassen denen, die die Zeichen der Zeit später erkannt haben, empfindliche Dämpfer. Laut den vorläufigen Marktzahlen von Gartner musste sich HP im dritten Quartal 2008 erstmals seit der Übernahme von Compaq im Jahr 2002 in EMEA bei den Absatzzahlen der Konkurrenz geschlagen geben. Der Hersteller verlor mit rund 5,4 Millionen verkauften Rechnern seine Spitzenposition an den Anbieter Acer, der knapp sechs Millionen PCs absetzte. Acer konnte 70 Prozent mehr Geräte als im Vorjahresquartal verkaufen und hatte sich bereits im zweiten Quartal in Deutschland an die Spitze vorgekämpft. Das höchste Absatzplus von knapp 180 Prozent entfiel auf Asus, womit der Hersteller näher an den Drittplatzierten Dell heranrücken konnte und Toshiba auf den fünften Rang verwies.

Ursächlich für HPs Zweitplatzierung ist den Analysten zufolge dessen später Einstieg ins Netbook-Segment. HP habe seine Mini-Notebooks anfänglich aus Sorge um eine mögliche Kannibalisierung der größeren Geräte verzögert in den Markt eingeführt. Anbieter wie Asus und Acer, die besonders rasch gehandelt hätten, verzeichnen dagegen besonders hohe Wachstumsraten. Und obwohl die meisten großen Hersteller mittlerweile eigene Netbooks produzieren – auch Toshiba startet Ende Oktober mit einem eigenen Angebot (IT-Business berichtete unter »Auch Toshiba steigt in den Netbook-Markt ein«) – sei der Vorsprung von Asus und Acer für diese mittlerweile eine große Herausforderung. Dank seines Engagements dürfte Toshiba im vierten Quartal erstarken, so die Einschätzung der Analysten.

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Tendenziell steigen die Absätze von Mini-Notebooks laut Gartner derzeit weltweit stark an, unterstützt durch ein robustes Wachstum in EMEA. In diesem Wirtschaftsraum war im dritten Quartal jeder zehnte verkaufte Rechner ein Netbook. Insgesamt – Notebooks und Desktop-Rechner hinzugezählt – gingen in EMEA im dritten Quartal zirka 29 Millionen PCs über die Ladentheken. Das entspricht einer Steigerung von knapp 26 Prozent nach rund 23 Millionen Stück im Vorjahresquartal.

Die Umsätze im PC-Markt im dritten Quartal dürften dagegen voraussichtlich nicht derart dynamisch gewachsen sein wie die Absätze. Verstärkt durch die wachsende Beliebtheit der Mini-Notebooks seien die durchschnittlichen Verkaufspreise für Rechner im dritten Quartal weiter gesunken: Ein Trend, der sich auch künftig fortsetzen soll.

Das weltweite Ranking der absatzstärksten PC-Hersteller finden Sie in der Bildergalerie.

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