Nach der Übernahme durch Proofpoint Hornetsecurity-CEO erklärt Proofpoint-Deal und US-Expansion

Von Sylvia Lösel 3 min Lesedauer

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Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity, spricht über die Integration in den Proofpoint-Konzern, Wachstumspläne in den USA und warum das Thema Digitale Souveränität überschätzt wird.

Daniel Hofmann, General Manager des MSP-Geschäftes von Proofpoint und CEO von Hornetsecurity(Bild:  FotoStudio54)
Daniel Hofmann, General Manager des MSP-Geschäftes von Proofpoint und CEO von Hornetsecurity
(Bild: FotoStudio54)

Seit der Übernahme durch den amerikanischen Security-Spezialisten Proofpoint im Mai vergangenen Jahres ist viel Bewegung in das deutsche Unternehmen Hornetsecurity gekommen. CEO Daniel Hofmann erklärt im Gespräch mit der IT-BUSINESS, warum der Deal für beide Seiten sinnvoll war und welche Pläne für 2026 anstehen.

Wachstum als Überlebensstrategie

„‚Grow or die‘, das war immer mein Credo. Denn wenn sich ein Unternehmen nicht weiterentwickelt, dann wird es nicht überleben. Und ich verstehe Wachstum als zwingende Voraussetzung für eine Weiterentwicklung eines Unternehmens“, erklärt Hofmann die Motivation hinter dem Deal. Nach dem erfolgreichen Aufbau des Deutschland- und Europa-Geschäfts habe man nach neuen Wachstumschancen Ausschau gehalten. „Das strategische Ziel von Hornetsecurity war: Wir wollen die USA erobern“, so Hofmann. Mit Proofpoint habe sich ein idealer Partner angeboten. Durch die Kombination von Proofpoints globalem Marktzugang und Hornetsecuritys Expertise im MSP-Ökosystem sollen künftig Unternehmen aller Größenordnung vom gemeinsamen Knowhow profitieren, hieß es bei der Bekanntgabe der Übernahme im Mai vergangenen Jahres. „Mit einer Marke wie Proofpoint, die bekannt ist als Weltmarktführer im Bereich Messaging and Data Security, geht das natürlich deutlich einfacher.“

Hornetsecurity bleibt eigenständig

Trotz der Übernahme betont Hofmann die Eigenständigkeit von Hornetsecurity: „Wir bleiben komplett eigenständig. Die Teams bleiben wie bisher, die Ansprechpartner für unsere Partner bleiben, das ganze Management von Hornetsecurity bleibt.“ Auch die Rechenzentren-Strategie ändert sich nicht: „Wir bauen weiter deutsche Rechenzentren aus.“

Die Distributionslandschaft bleibt ebenfalls unverändert, bestätigt Hofmann. „Hornetsecurity arbeitet mit ADN, Elovade und Infinigate zusammen.

Organisatorisch hat man sich so aufgestellt, wie geplant. Proofpoint führt sein Enterprise-Geschäft weiter, während Hornetsecurity den Channel- und MSP-Bereich verantwortet.

KI beschleunigt den Security-Markt

In Zeiten rasanter Entwicklungen im KI-Umfeld sind die Herausforderungen für Security-Player enorm. „Angreifer haben es deutlich einfacher. Für einen Angriff, für den sie früher Monate Vorbereitungszeit benötigt haben, benötigt man heute durch Künstliche Intelligenz nur noch Minuten.“ Mit der Schlagkraft von Proofpoint sieht Hofmann sich nun aber gewappnet, schlagkräftig reagieren zu können.

Digitale Souveränität: Medienthema ohne Praxisrelevanz?

Ein großes Thema damals war die Digitale Souveränität. Gerade als das Thema medial Fahrt aufnahm, kam die Ankündigung der Übernahme des deutschen Players durch den amerikanischen Konzern. Hofmann hat dazu eine klare Meinung: „Ich habe bis heute nicht verstanden, warum das so ein Thema ist.“ Denn Kunden und Partner hätten ja fast immer Lösungen amerikanischer IT-Unternehmen im Einsatz. Die Befürchtungen der Partner, die nach der Übernahme-Verlautbarung kurz hochgekocht waren, hätten sich schnell gelegt, sagt Hofmann. Vor allem als klar wurde, dass sich für sie im täglichen Geschäftsablauf wenig bis gar nichts ändern würde. „Die sind super entspannt“, so der CEO.

Er sieht das Thema kritisch: „Das Thema Digitale Souveränität und wie das in den Medien gespielt wird, ist meines Erachtens nichts anderes als einfach nur ein Marketinginstrument von Unternehmen, die sich selbst darüber positionieren möchten. Aber ich sehe keinen Effekt bei den Kunden.“ Im Gegenteil, wirft Hofmann einen kontroversen Gedanken in den Ring: „Wer hat denn ein Interesse an den Daten eines Unternehmens? Wir sehen vor allem inländische Anfragen, meist im Falle von Ermittlungsverfahren seitens der Staatsanwaltschaft oder Polizei.“

Agenda 2026: Integration und Expansion

Für das laufende Jahr stehen mehrere große Projekte an. „Wir übernehmen das Essentials Business von Proofpoint“, erklärt Hofmann. Zusätzlich arbeitet das Unternehmen an „Plan 5“ seines Total Protection Offerings für Microsoft 365, der zum Jahresende verfügbar werden soll. Ein starker Fokus liegt auf dem „Go-to-Market in den USA“. Darüber hinaus übernimmt Hornetsecurity auch noch das OEM- und ISP-Business von Proofpoint: „Hier schützen wir die Infrastrukturen der größten Telekommunikations-Anbieter.“

Zum möglichen Börsengang von Proofpoint, den Proofpoint-CEO Sumit Dhawan im September vergangenen Jahres für 2026 in Aussicht stellte, möchte sich Hofmann nicht äußern.

Mit der Kombination aus deutscher Engineering-Expertise und globaler Schlagkraft durch Proofpoint sieht sich Hornetsecurity gut positioniert für die kommenden Herausforderungen im Security-Markt.

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