Aktueller Channel Fokus:

Output Management

Buchhaltung und Banking heiraten

Hintergrund: Haufe Group beteiligt sich an Kontist

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Banking und Buchhaltung heiraten um Business Intelligence voranzutreiben.
Banking und Buchhaltung heiraten um Business Intelligence voranzutreiben. (Bild: peach100 - stock.adobe.com)

Markus Reithwiesner, Geschäftsführer der Haufe Group, erläutert die Hintergründe, warum die Beteiligung am Fintech-Unternehmen Kontist Buchhaltung und Banking zusammenführt und mit neuen Möglichkeiten im Business-Intelligence-Bereich einher geht.

Die Haufe Group beteiligt sich am Fintec-Unternehmen Kontist. Bei der Investition geht es um technische Verbesserungsmöglichkeiten in Hinblick auf Automatisierungs-, Machine-Learning- sowie Business-Intelligence-Funktionen durch die Verschmelzung von Buchhaltung (unter anderem Lexoffice) und Banking-Lösung (Kontist-Konto).

Markus Reithwiesner, Geschäftsführer der Haufe Group
Markus Reithwiesner, Geschäftsführer der Haufe Group (Bild: Haufe Group)

Markus Reithwiesner, ­Geschäftsführer der Haufe Group, erläutert: „Was Automatisierung im Bereich Buchhaltung und Banking alles zu leisten imstande ist, wird am besten klar, wenn man sich überlegt, wo wir herkommen, nämlich ursprünglich von einem System, das sehr stark von Unterbrechungen in den Abläufen geprägt war.“ Gemeint sind Beispielsweise Medienbrüche, wenn Papierrechnungen in einzelnen Arbeitsschritten ausgedruckt, verschickt, überwiesen und eingebucht werden. „Heute bedeutet Automatisierung in Kombination mit Machine Learning und Digitalisierung eine völlige Veränderung der buchhalterischen Prozesse“, so Reithwiesner. „Eine Rechnung wird eingescannt und das System erkennt in Kombination mit vorliegenden Master Data Records automatisch, wie die Rechnung zu verbuchen ist. Diese Prozesse werden mehr oder weniger automatisch angestoßen und stellen zusätzlich viel genauere Daten für laufende betriebswirtschaftliche Analysen und Kennzahlen für Business Intelligence zur Verfügung.“

Der „humal Level“ beim Fehlermachen

Die „Trefferquote“ bei der Analyse der Rechnungen liegt aktuell bei etwa 80 Prozent, dank Machine Learning werde die Genauigkeit in Richtung 95 bis 98 Prozent gehen. Was die fehlenden Prozente anbelangt: In diesen Fällen kommen Rückfragen aus dem System, beziehungsweise die Aufforderung an den menschlichen Benutzer, tätig zu werden. „Menschen machen Fehler – das liegt in ihrer Natur und auch solche Systeme werden nicht fehlerfrei arbeiten, aber ein ‚human Level‘ können automatisierte Systeme wohl sehr schnell erreichen“, so der Manager. Bei einer Fehlbuchung sei es zudem aufgrund einer intelligenteren Datenhaltung erheblich leichter, den Vorgang nachzuvollziehen.

Echtzeit-Business-Intelligence dank Kontobewegungsdaten

Kontist ermöglicht zudem mit einer Echtzeitintegration der Kontobewegungsdaten, wie dem Abgleich mit dem Debitoren- und Kreditorenkonten, hilfreiche Kennzahlen abzuleiten und Analysen vorzunehmen. „Das erhöht die Business Intelligence, denn das System weiß besser über die Unternehmenszahlen Bescheid und kann auf Basis der eingehenden Zahlungen in Kombination mit Produktkennzahlen – wie der ­Marge bei Handelsware – Schätzungen für anstehende Umsatzsteuer- oder Einkommenssteuerforderungen seitens des Finanzamtes vornehmen“, erklärt der Manager. „In den kommenden ein bis zwei Jahren findet eine Integration in Lexoffice und die ERP-Lösung LexBizz statt, später dann noch in weitere Produkte, wobei man allgemein feststellen muss, dass wir bei OnPremises-Produkten weniger Möglichkeiten haben, als wenn die Daten sauber in der Cloud abgelegt werden.“

Vernetzung ist Trend

„Wir haben uns für eine enge Zusammenarbeit mit finanzieller Verflechtung entschieden, weil wir eine sehr tiefe Integration der beiden Systeme anstreben. Außerdem wollen wir gemeinsam alle geschäftlichen Workflows von KMU neu denken und gestalten. Eine solch enge Partnerschaft lässt sich durch eine Beteiligung erfolgreicher realisieren“, führt Reithwiesner aus

Der Trend gehe branchenweit hin zu Plattformen, die mit Systemen oder Plattformen von Drittanbietern vernetzt sind, so der Haufe-Chef. „Neben dem Banking denke ich da beispielsweise an eine enge Vernetzung mit Steuerberatersoftware.“

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45540109 / Software)